Robotik Kollege Roboter und das „heilige Blechle“

Redakteur: Jürgen Schreier

Der Robotermarkt boomt. Immer mehr mittelständische Fertiger setzen auf dieses Automatisierungsinstrument. Ob beim Handling oder zum Schweißen: Roboter sind aus den Werkshallen kaum noch wegzudenken und werkeln oft rund um die Uhr.

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Ein Roboter namens Lucy sorgt bei Jeßegus für hohe Produktivität beim Drücken von Reflektoren aus Aluminiumronden.
Ein Roboter namens Lucy sorgt bei Jeßegus für hohe Produktivität beim Drücken von Reflektoren aus Aluminiumronden.
(Bild: Jeßegus)

Die Verkaufszahlen der Robotikbranche gehen durch die Decke. Das war die Prognose, die Dr. Andreas Bauer vom internationalen Robotikverband IFR bereits im Juli dieses Jahres anlässlich einer Robotikkonferenz in Shanghai verkündete. Aktuell sind weltweit mehr als 1,5 Mio. Industrieroboter im Einsatz. und bis 2017 sollen weitere 900.000 dieser (nicht unbedingt) eisernen Gesellen die Werkshallen auf dem Globus bevölkern. Denn auch immer mehr kleinere und mittelständische Fertiger erkennen und nutzen die Vorteile der Roboterautomation – sei es für Handlingaufgaben, Montagen oder für das Schweißen von Blechen.

Just-in-Time-Produktion, hoher Anspruch an die Fertigungsqualität und Produktion rund um die Uhr: Die Lüdenscheider Jeßegus Umformtechnik hat bei der Produktion von Drückteilen das Thema Effizienz ganz nach oben gerückt. So wurde in den vergangenen zwei Jahren der Maschinenpark bereits mit zwei Abacus-Drückmaschinen des Typs Premo 600 weiter aufgerüstet, die dank ihrer Servomotoren besonders energiesparend arbeiten.

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Mit Roboterunterstützung fertigen rund um die Uhr

Nun sorgt der Einsatz eines Fanuc-Roboters zur Werkstückhandhabung, der auf den betriebsinternen Spitznamen Lucy hört, für ein Höchstmaß an Produktivität bei gestiegener Auslastung. Auf den momentan insgesamt neun Drückmaschinen werden einbaufertige Produkte und Baugruppen für die Fahrzeug-, Klima- oder Medizintechnik und die Luftfahrttechnik produziert. Die Anforderungen an das Handling und die Automation sind sehr hoch. Der Robotereinsatz bietet dem Zulieferer aus Westfalen jetzt die Möglichkeit, praktisch rund um die Uhr zu arbeiten. Jeßegus agiert wettbewerbsfähiger denn je und konnte dank neuer Aufträge sogar zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Besonderer Clou: Hersteller Abacus machte die Jeßegus-Mitarbeiter nicht nur mit den Anforderungen der automatisierten Produktion vertraut, sondern steht auch im Rahmen eines Fernwartungskonzepts praktisch jederzeit zur Verfügung, wenn Betriebsunterbrechungen auftreten.

Roboter stapeln und Entgraten

Auch den Stuttgarter Stahlhändler Erich Hagelauer GmbH unterstützt moderne Robotertechnik dabei, den wachsenden Anforderungen an Unternehmen dieser Branche gerecht zu werden. So investiert der Anarbeiter kontinuierlich in seinen Maschinenpark. Neuestes Schmuckstück ist die vollautomatische Kreissäge Kasto Variospeed C 15 – der CNC-gesteuerte Sägeautomat kann unterschiedliche Werkstoffe bearbeiten. Ihm wird über ein Vorlagemagazin Stangenmaterial zugeführt. Für den vollautomatischen Betrieb hat Kasto die Anlage mit einem Sortiersystem sowie zwei Robotern kombiniert. Diese entnehmen nicht nur die Sägeabschnitte und stapeln sie auf Paletten oder in Behälter; sie können die Abschnitte auch bearbeiten, zum Beispiel mithilfe eines Fräskopfs entgraten.

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