Metav 2018

Kompetenz schaffen für digitale Prozesse

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Die Wertschöpfungskette 4.0 stellt die Industrie vor Herausforderungen

Künstliche Intelligenz, Big Data, Cloud Computing: Im Umgang mit der Wertschöpfungskette 4.0 muss sich die Industrie neuen Herausforderungen stellen. Dazu gehören der Aufbau einer umfangreichen und belastbaren IT-Infrastruktur, die Einführung neuer Mess- und Prüftechniken sowie die Sicherung der erzeugten Datenströme. „Produktionen entwickeln sich ständig weiter. Sei es durch den Einsatz neuer Technik und Systeme oder das Hinzukommen neuer Lieferanten. Es ist wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, aber auch die entsprechende Praxiskompetenz in den Werkshallen auszubauen“, sagt Welker.

DGQ und DQS sind sich einig: Maßstäbe klassischer Ansätze von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement werden in voll digitalisierten Produktionsszenarien nicht mehr genügen. „Die deutsche Industrie wird sich der Digitalisierung öffnen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit entstehen neue Chancen und gleichermaßen neue Risiken. Einheitliche und transparente Standards sind für diesen Fortschritt in der Industrie notwendig“, ergänzt Stefan Heinloth, Geschäftsführer der DQS. In ihren interaktiven Workshops vermitteln DGQ und DQS aktuelles Fachwissen sowie Methodenkompetenz und geben allen Qualitätsverantwortlichen notwendige Umrüstungstipps für die Praxis an die Hand.

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Wie der VDW ausführt, fällt die Motivation zum Besuch der Quality Area auf der Metav 2018 unterschiedlich aus, doch aktuell interessiert viele Besucher vor allem ein Thema: Wie lässt sich die Qualität ihrer Prozesse mit Digitalisierung verbessern? Auf was vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei achten sollten, verät Andreas Wank, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) an der TU Darmstadt.

Konzerne haben es in Sachen Industrie 4.0 teilweise leichter, erläutert Wank sein Forschungsgebiet: Sie haben eher Mittel, um auf der grünen Wiese eine neue Fabrik (Greenfield) zu bauen, in der sie gefahrlos die neuen digitalen Wege erproben und einführen. Anders sieht es bei kleinen und mittleren Unternehmen aus, denen das Digitalisieren ihrer bestehenden Produktionsstätten – sogenannter Brownfield-Fabriken – meist schwerfällt. Brownfield-Fabrikanten sollten daher im ersten Schritt genau überlegen, welche Kennzahlen sie dabei konkret verbessern wollen.

Wank forscht aber nicht nur auf dem Gebiet Digitalisierung. Er ist auch Geschäftsführer des neuen Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrums Darmstadt, das KMU hilft, gefahrlos erste neue digitale Wege zu gehen. „Wir gehen die Digitalisierung vor allem methodisch an“, erklärt der Wissenschaftler. „Im Mittelpunkt steht nicht das Ersetzen der menschlichen Arbeit, sondern das Ergänzen.“ Dazu gelte es zum Beispiel im digitalen Prozess bisherige manuelle Tätigkeiten wie das Erfassen und Eingeben von Messdaten zu automatisieren. Dazu suchen die Experten mithilfe ihrer Wertstromanalyse 4.0 etwa in Fertigungsprozessen nach digitalen Verschwendungsarten. Dazu zählen beispielsweise digitale Medienbrüche, bei denen Daten entweder nicht erfasst oder nicht weitergeleitet werden. Wank: „Häufig werden Messdaten per Hand im Messrechner eingegeben, regelmäßige Analysen und das Weiterleiten der Informationen erfolgen jedoch nicht.“

Der Einsteiger solle deswegen zunächst seine Prozesse zu verstehen lernen und sie stabilisieren, bevor er sie digitalisiere. „Es lohnt sich oft nicht, direkt in die weitere Digitalisierung einzusteigen, wenn man nicht weiß, wie genau die Prozesse aussehen“, erklärt Wank. „Meistens geht es schief, wenn jemand versucht, Chaos mit Digitalisierung zu beseitigen.“ So entdeckten die Darmstädter bei der Analyse eines hessischen Unternehmens mit hoher Variantenvielfalt, dass der Informationsfluss zwischen Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Montage nicht einwandfrei funktionierte. Die Digitalisierung war schon im ersten Schritt daran gescheitert, dass keiner den Ablauf des Informationsflusses richtig verstand.

Die Experten des Kompetenzzentrums unterstützten das Unternehmen bei der systematischen Vorgehensweise: Sie definierten zunächst den idealen Prozessablauf, um dann gemeinsam mit den Mitarbeitern eine digitale Unterstützung zu entwickeln.

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