Suchen

Umformtechnik Kompetenz und Effizienz sichern die Zukunft der Umformer

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Jürgen Schreier

Wenn es um globale Veränderungen in der Gesellschaft geht, muss auch die Industrie reagieren. Die Umformtechniker setzen dabei in erster Linie auf die Kompetenz der Fachkräfte, auf technisches Know-how und natürlich auf Weitsicht und Nachhaltigkeit bei der Entwicklung der Anlagentechnik.

Firmen zum Thema

Moderne Techniken wie die Servoantriebstechnik sind für Hersteller von Umformtechnik – wie das Bayreuther Unternehmen ebu – eine wichtige Stellschraube, um Ressourcen zu sparen.
Moderne Techniken wie die Servoantriebstechnik sind für Hersteller von Umformtechnik – wie das Bayreuther Unternehmen ebu – eine wichtige Stellschraube, um Ressourcen zu sparen.
(Bild: ebu)

Aufgrund des größer werdenden Wettbewerbs um Talente am Arbeitsmarkt müssen die Arbeitgeber heute neben der positiv besetzten Arbeitgebermarke ein attraktives Gesamtpaket bieten. Joachim Beyer, Technologievorstand der Schuler AG, beschreibt, was das für den weltgrößten Pressenbauer bedeutet: „Neben einer angemessenen Vergütung, einer Beteiligung am Unternehmenserfolg und einer betrieblichen Altersvorsorge gehören für uns flexible Arbeitszeitmodelle dazu, ein betriebliches Gesundheitsmanagement mit zahlreichen Angeboten, Aktionen und Kursen, strukturierte Einarbeitungs- und Weiterbildungsprogramme und nicht zuletzt Mitarbeiter-Events, die den Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten stärken.“ Dass Schuler 2012 und '13 als Top-Arbeitgeber für Ingenieure ausgezeichnet wurde, belegt, dass diese Personalpolitik angenommen wird.

Junge Arbeitnehmer gewinnen und ältere miteinbeziehen

„Der Maschinenbediener steht heute im Fokus vieler Überlegungen. Ergonomische Lösungen sind gefragt, damit auch ältere Menschen Biegemaschinen oder Stanzmaschinen bedienen können“, sagt Dr.-Ing. Mathias Kammüller, geschäftsführender Gesellschafter der Trumpf GmbH + Co. KG und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen. Und er nennt Beispiele: „Der Ergonomiegedanke ist beispielsweise an Biegemaschinen der Trubend Serie 7000 sehr gut umgesetzt. Die Bedienung kann sitzend erfolgen und der Arbeitsplatz auf individuelle Bedürfnisse eingestellt werden. Bei Stanzmaschinen bietet Trumpf automatisierte Lösungen zum Be- und Entladen der Anlagen. Insbesondere bei großen und schweren Teilen schont das den Bediener und verbessert die Arbeitssicherheit.“

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Auch die ebu Umformtechnik aus Bayreuth sieht verstärkt den Trend, ältere Arbeitnehmer in fester Anstellung zu beschäftigen. „Wir setzen bewusst auf die Erfahrung der gestandenen Arbeitnehmer und nutzen hier auch die Initiative ‚Arbeitsplatz 50plus’“, sagt Geschäftsführer Jörg Berger.

Auch die Wissenschaft setzt sich mit den zukünftigen Arbeitswelten für die Umformtechnik auseinander. Frank Schieck, Hauptabteilungsleiter Blechumformung am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz, gibt einen Ausblick: „Wir sehen insbesondere im Bereich der virtuellen Produktentwicklung und -optimierung Entwicklungsansätze, die sich auf die Arbeitsweisen, Prozesse sowie die Fachkräfteentwicklung und -verteilung in der Umformtechnik auswirken werden. Simulations- und VR-Software bieten uns heute bereits die Möglichkeit, Entwicklung, Design und Konstruktion lokal völlig unabhängig von der realen Produktion durchzuführen. Ein Presswerk steht heute beispielsweise nicht mehr zwangsläufig an dem Standort, wo auch das Engineering durchgeführt wird. Große Unternehmen in der Umformtechnik haben aufgrund der Vernetzung und globalen Informationsflüsse zunehmend die Chance, sich in diesen Bereichen zu dezentralisieren. Damit können sie sich natürlich besser auf Trends, wie die Abwanderung von Fachkräften, einstellen.“

Gut aufgestellt auf den Märkten der Welt

„Die deutsche Umformtechnik wird aus unserer Sicht im Hochtechnologiebereich nur bedingt unter Konkurrenzdruck stehen“, beschreibt Schieck die Position der deutschen Unternehmen. Die Investitionssummen und Abschreibungen für Maschinenparks sowie deren Betrieb seien im weltweiten Maßstab heute schon annähernd gleich. Sicherlich gebe es Unterschiede im Bereich der Personalkosten, die sich aber über die Qualifikation der Fachkräfte wieder relativierten. „Insbesondere durch die Automatisierung von Prozessen gleichen sich Kostenvorteile im Hightechbereich immer mehr aus. Die bisherige Entwicklung hat auch im Bereich Umformtechnik gezeigt, dass die deutsche Industrie insbesondere in der Produktentwicklung und im Engineering einen Vorsprung hat“, so Schieck.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42843702)