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Rapid.Tech 2018

Kongressprogramm erweitert

| Autor: Simone Käfer

Auf dem begleitenden Fachkongress zur Rapid Tech erfahren Besucher unter anderem, wie sie 3D-Druck-Techniken in der industriellen Praxis erfolgreicher nutzen können.
Auf dem begleitenden Fachkongress zur Rapid Tech erfahren Besucher unter anderem, wie sie 3D-Druck-Techniken in der industriellen Praxis erfolgreicher nutzen können. (Bild: EDAG)

Die Messe Erfurt hat ihr Programm der Fachkonferenzen um das Forum Recht erweitert. Aber auch im Forum zum Thema 3D-Metalldruck stehen interessant klingende Vorträge auf dem Programm.

Mehr als 200 Aussteller werden auf der ausgebuchten Rapid Tech die neuesten Entwicklungen, Produkte und Leistungen rund um das Additive Manufacturing vorstellen, verkündet die Messe Erfurt. Ein wichtiger Besucher­magnet ist jedoch der begleitende Fachkongress. Die Themenauswahl erstreckt sich von der Start-up-­Finanzierung über Digitale Produktion bis hin zu Bildungsthemen. Die Referenten geben aber auch Einblicke hinter die Kulissen ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und beratende Unterstützung. So mahnt Eric Klemp, Geschäftsführer des Voest­alpine Additive Manufacturing Center: „Es reicht nicht, eine Maschine zu haben, um ein erfolgreicher Auftragsfertiger zu werden. Vielmehr müssen wir die Anforderungen des Kunden an den Anfang stellen und ihn beraten, wann es lohnt, Bauteile additiv zu fertigen, und wann nicht.“ Wie man 3D-Druck-Techniken in der industriellen Praxis erfolgreichen nutzen kann, aber auch sie kritisch zu hinterfragen, steht im Mittelpunkt des Forums Additive Lohnfertigung am Messedienstag, 5. Juni 2018.

Die Messe hat ihr Kongressprogramm um ein Thema erweitert und bietet dieses Jahr das Forum Recht an, das ebenfalls am Dienstag stattfinden wird. Für die inhaltliche Gestaltung konnten die Veranstalter Marco Müller-ter Jung gewinnen, Partner und Fach­anwalt für IT-Recht in der internationalen Wirtschaftskanzlei DWF und stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Rechtliche Aspekte der Additiven Fertigung“. In den Vorträgen stehen rechtliche Aspekte, die aus der Digitalisierung der Produktion resultieren, im Mittelpunkt: Wem gehören Konstruktionsdaten, wie wird sichergestellt, dass notwendige Datenwandlungs- und -übertragungsprozesse sicher erfolgen und nicht zu Veränderungen am zu druckenden Produkt führen, und wer haftet, wenn es zu Fehlern kommt? Normen und Qualitätssicherung, die Versicherbarkeit von Risiken in der Additiven Fertigung sowie gewerbliche und geistige Schutzrechte versus Ersatzteilfreiheit lauten weitere Themenkomplexe, die zur Diskussion stehen. Dazu sprechen unter anderem Rechtsanwälte, technische Sachverständige, Technikanbieter, Versicherungsexperten sowie Wissenschaftler.

Mit diesem Auftragverfahren lassen sich auch große Metallbauteile fertigen.
Mit diesem Auftragverfahren lassen sich auch große Metallbauteile fertigen. (Bild: Messe Erfurt)

Im Forum 3D-Metalldruck geht es um BMD, WAAM und 3DMP

Aber auch additive Verfahren finden ihren Weg nach Erfurt. Beispielsweise das BMD (Bound Metal Deposition) für den metallischen 3D-Druck. Damit sollen sich Bauteile aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und anderen Legierungen schneller und kostengünstiger herstellen lassen als mit anderen additiven Verfahren. Funktionsweise und Vorteile des in Europa noch wenig bekannten Verfahrens stellt das US-amerikanische Unternehmen Desktop Metal, das die BMD-Technologie seit 2015 entwickelt, im Forum 3D Metal Printing am 6. Juni 2018 vor. Eine technische Einschränkung des Additive Manufacturing (AM) ist die derzeitige Größenbegrenzung bei Bauteilen. Auftragsfertiger FIT löst sie mit dem Aufschweißverfahren Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM). Die massiven Rohkörper werden per CNC-Technik nachbearbeitet. Auch ein Aufschweißen auf Grundkörper ist möglich. Die Aufbaurate liegt dabei deutlich über der Rate pulverbettbasierter Verfahren. Wie das Verfahren im praktischen Einsatz weiter optimiert wird, ist Gegenstand eines Anwendervortrags im Forum „3D Metal Printing”.

In einem weiteren Beitrag stellt Trumpf seine Industrialisierungskompetenz am Beispiel eines Projekts für Bosch-Rexroth vor. Der Werkzeug- und Formenbau-Dienstleister Jell berichtet über den Einsatz des 3D-Metallschmelzens vom Prototyping bis zur Serienfertigung. Die Auswirkung der Gasatmosphäre während des Laserstrahlschmelzens beschreibt ein Vortrag von Air Liquide aus Frankreich. Die Leistungen der Röntgen-Computertomografie für die Qualitätssicherung additiv gefertigter Bauteile zeigt ein Beitrag von GE Sensing & Inspection Technologies.

Den aktuellen Forschungsstand zur Multimaterial­verarbeitung von Metallen mittels additiver Verfahren präsentiert die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV). Das Institut hat einen Pulverauftragmechanismus entwickelt und hard- sowie softwareseitig in eine Laserstrahlschmelzanlage integriert, sodass damit der Aufbau von 3D-Multimaterialbauteilen in einer kommerziell verfügbaren Anlage möglich wird. Gefertec seinerseits will aufzeigen, wie das Leistungsvermögen der lichtbogenbasierten Additiven Fertigung mit dem 3DMP-Prozess durch integrierte subtraktive Bearbeitungseinheiten erheblich erweitert werden kann.

Die Rapid.Tech + FabCon 3.D Was? Internationale Messe und Konferenz für additive Technik
Wann? vom 5. bis 7. Juni 2018
Wo? Messe Erfurt
Für wen? Newcomer und Branchenexperten
Tagesticket: 25 Euro, Dauerticket: 65 Euro
Kongressticket: 490 bis 810 Euro
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