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AMB 2016

Konzentration auf die Metallverarbeiter

| Autor: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Anwendungsoptimierte Zerspanungstechniken, höchste Präzision sowie Material-, Energie- und Kosteneffizienz sind die Kernthemen der Metall verarbeitenden Industrie. Für die Hersteller von Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeugen und ihr Umfeld ist das Alltagsgeschäft. Aber die Branche steht vor neuen, zuvor nicht gekannten Herausforderungen. Die Fertigung und mit ihr alle vor- und nachgelagerten Prozesse werden digitalisiert. Daten fließen parallel zur Produktentstehung, ein virtueller Zwilling entsteht. Das ist für viele „Metaller“ eine noch nicht gänzlich vertraute Welt. Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, erläutert, wie die AMB diese Themen aufgreift.

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„Jeder Messebesucher sollte mit vielen Fragen zu uns kommen und mit möglichst noch mehr Antworten die Heimreise antreten“, lädt Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, die Besucher zur diesjährigen AMB ein.
„Jeder Messebesucher sollte mit vielen Fragen zu uns kommen und mit möglichst noch mehr Antworten die Heimreise antreten“, lädt Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, die Besucher zur diesjährigen AMB ein.
(Bild: Messe Stuttgart)

Die AMB ist bei den Metallbearbeitern fest etabliert. Welche Themen sind Standardprogramm der Messe?

Wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse der metallverarbeitenden Industrie. Die Angebotspalette ist in die Bereiche spanende und abtragende Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge und Spannzeuge, Mess- technik und Qualitätssicherung, Roboter inklusive der gesamten Werkstück- und Werkzeughandhabungstechnik, den immer wichtigeren Bereich der Software und des Engineerings sowie in Bauteile, Baugruppen und Zubehör unterteilt. Sie sind in unseren neun Hallen mit über 105.000 m2 so gruppiert, dass sich auch der eilige Besucher, der morgens mit dem Flugzeug an- und abends wieder abreist, sehr schnell orientieren kann. Wer mehr Zeit mitbringt, findet in logischer Reihenfolge über 1400 Anbieter aus 33 Ländern. Die Besucher sprechen auf der AMB in der Regel nicht mit Händlern, sondern direkt mit Herstellern über die „Maschine der Zukunft“.

Aber lassen Sie mich an dieser Stelle auf ein besonders wichtiges Querschnittsthema hinweisen: das Gewinnen von Nachwuchs- und Fachkräften. Es betrifft unsere Aussteller in zunehmendem Maße. Ein Großteil unseres Rahmenprogramms beschäftigt sich deshalb mit diesem Thema. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch unseren ideellen und fachlichen Trägern, dem VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, den VDMA-Fachverbänden Präzisionswerkzeuge sowie Software und Digitalisierung und nicht zuletzt dem Messebeirat der Aussteller danken. Sie helfen uns immer wieder, die relevanten Themen zu fokussieren und ein interessantes Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen.

Welche Rolle spielt das Thema Metallsubstitution und Hybridmaterialien auf der diesjährigen AMB?

Gerade im Bereich Leichtbau haben wir in Baden-Württemberg mit der Landesagentur Leichtbau BW GmbH und weiteren spezialisierten Institutionen überragende Kompetenz vor der Haustür. Vor welche Anforderungen der Leichtbau die Branche stellt, erklären kompetente Referenten im Rahmenprogramm. Ein Beispiel für eine solche Herausforderung ist die zerspanende Bearbeitung von Hybridmaterialien. Die Werkzeuge müssen mehrere, teils widersprüchliche Anforderungen erfüllen, wenn sie in einem Rutsch mehrere Schichten von Leichtmetall, Carbon- und Glasfasern bohren. Das eine Material muss geschnitten, das andere gebrochen werden, Erwärmung und Delamination müssen vermieden werden. Hierzu werden mehrere Aussteller Lösungen zeigen.

Auch die additiven Fertigungsverfahren spielen hier eine Rolle. Der Zerspanung wurde schon das baldige Ende vorausgesagt, weil Bauteile in Zukunft gedruckt würden. Unser Partner VDW hat das gerade untersuchen lassen. Aktuell ist nur etwa 1 % der Bearbeitungsverfahren durch 3D-Druckverfahren ersetzbar. Meine Meinung ist, dass sich die Technologien sinnvoll ergänzen werden. Auf der AMB sind hierzu schöne Beispiele zu besichtigen. So integrieren erste Werkzeugmaschinenhersteller diese Technologien in ihre Maschinen, oft sogar in die vorhandenen Werkzeughalter. Sie kombinieren auf- und abtragende Techniken in einer Maschine ohne Umspannung. Auch die Werkzeugmacher und Spannmittelhersteller haben die Chancen erkannt und bieten erste Grundkörper im 3D-Druck, die in ihrer Formgebung oder Funktionalität oft anders gar nicht herstellbar wären.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik