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Instandhaltungsmanagement

Korrosionsbeständigkeit zahlt sich aus

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Das Limbacher Beschichtungsunternehmen LOV setzt auf Energieeffizienz.
Das Limbacher Beschichtungsunternehmen LOV setzt auf Energieeffizienz. (Bild: LOV)

Innovative Ideen, wirtschaftliche Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit – das alles verbindet die Limbacher Oberflächenveredlung GmbH (LOV) in ihrem Unternehmenskonzept. Mit cleveren Fertigungsprozessen und ganzheitlichem, softwaregestütztem Management der Betriebsabläufe zeigt die LOV, wie erfolgreich ressourcenschonende Produktion sein kann.

Die Limbacher Oberflächenveredlung GmbH ist ein klassischer Lohnbeschichter für Nasslackierung sowie Pulverbeschichtung und veredelt Produkte für den Anlagen- und Maschinenbau, die Bau- und Fassadenindustrie, den Fahrzeugbau und zahlreiche andere Branchen. Neben Maschinenumhausungen und Fahrzeugteilen beschichten die Spezialisten der LOV auch ganze Fassadenkonstruktionen aus Metall. So verdankt auch die Bibliothek in Birmingham ihr außergewöhnliches Aussehen einer in Limbach-Oberfrohna pulverbeschichteten Aluminiumfassade.

Lohnbeschichter erreicht Automobilnorm nach ISO TS 16949

Als erstes Unternehmen der Lohnbeschichtungsbranche aus den neuen Bundesländern erreichte die LOV 2004 die Automobilnorm nach ISO TS 16949. Zahlreiche weitere Qualifikationen und Mitgliedschaften in internationalen Vereinigungen wie der GSB (Qualitätsgemeinschaft für Stückbeschichtung von Bauteilen) und der IQC (Industrial Quality Coating) folgten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 blickt die LOV somit auf eine rasante Entwicklung vom Handwerksbetrieb zu einem Industrieunternehmen auf internationalem Niveau zurück. Im hauseigenen Labor entstand beispielsweise ein neuartiger, ausgasungsresistenter Grundierungspulverlack, der auf anspruchsvollen Untergründen wie Feuerverzinkungen oder Druckguss Nacharbeiten deutlich reduziert. Auch an kratzresistenten Pulverlacken wird geforscht, welche die Gebrauchsfähigkeit beschichteter Produkte erheblich verlängern können. Dank Ideen wie dieser konnte die LOV immer neue Marktmöglichkeiten für sich erschließen. Aber auch in die Optimierung der eigenen Fertigungs- und Arbeitsprozesse investierte das Unternehmen viel Energie, und das zahlt sich aus.

Eindrucksvoll ist vor allem die energiesparende Arbeitsweise der hochmodernen Pulverbeschichtungs- und Nasslackieranlage, dem Herzstück des Betriebes. Getrennt voneinander werden Stahl- und Aluminiumteile in der Vorbehandlungsanlage für den optimal korrosionsgeschützten Farbauftrag vorbereitet. In zwei Pulverkabinen mit automatischem Schnellfarbwechsel und einer voll klimatisierten Nasslackkabine erhalten die Werkstücke anschließend eine Beschichtung. Die Beförderung der Teile übernimmt das Power-And-Free-Transportsystem an der Hallendecke. Ein ausgeklügeltes System aus Prozessöfen und Wärmetauschern sorgt dabei für eine besonders hohe Energieeffizienz. Durch die Blockanordnung der Öfen wird die erzeugte Abwärme fast vollständig verwertet. Die computergesteuerte Temperaturführung der Öfen reduziert darüber hinaus Temperaturschwankungen und spart somit zusätzliche Energie.

Wärmetauscher verbessert Energiebilanz

Die eingesetzten Wärmetauscher verbessern ebenfalls erheblich die Energiebilanz des Unternehmens: So wird die Abwärme der Druckluftkompressoren als Ergänzung zur Hallenbeheizung eingesetzt, und auch die Zuluft der Nasslackierkabine wird zum Teil aus hausinternen Prozessen gespeist. Die Abwärme des Pulverofens soll ergänzend zur Erzeugung der Prozesswärme der Aktivbäder in der Vorbehandlung eingesetzt werden. Aber nicht nur Wärme auch Wasser wird bei der LOV bestmöglich genutzt, denn das Prozesswasser wird mittels einer speziellen Aufbereitungsanlage im Kreislauf geführt. Dadurch verbraucht der Betrieb in der gesamten Produktion weniger Abwasser als ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt. Abgerundet wird das Energiekonzept des Unternehmens durch eine vollständige Umstellung auf LED-Leuchtmittel.

Ständige Kontrolle gewährleistet die Haltbarkeit des Lacksystems

Nachhaltigkeit wird somit auf allen Ebenen groß geschrieben; ein Prinzip, das sich nahtlos in den Fertigungsprozessen selbst fortsetzt. Bereits in der Arbeitsvorbereitung wird auf eine ressourcenschonende und exakte Vorplanung der eingesetzten Prozesse und Materialien geachtet. Der perfekte Farbauftrag kann nur gelingen, wenn die gewünschten Produkteigenschaften bis ins Detail bekannt sind. So müssen die funktionalen Eigenschaften einer Außenfassade ganz anderen Anforderungen genügen als die einer Maschinenumhausung: Korrosionsschutz, Wärme- und Schalldämmung sowie andere Anforderungen der Industrie gilt es dabei zu berücksichtigen. Sind diese Parameter bekannt, kann die Verarbeitung hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit kontinuierlich verbessert werden. Einige Beispiele: Bei der Reinigung der Werkstücke in der Vorbehandlung wird weitgehend auf den Einsatz von Lösemittel verzichtet. Stoffe, die zur Erzeugung von Konversionsschichten auf den Oberflächen verwendet werden und damit die Haftbarkeit und Haltbarkeit des Lacksystems gewährleisten, werden durch ständige Kontrolle hochpräzise und damit so sparsam wie möglich dosiert.

Während der Pulverbeschichtung ist es durch permanente Überwachung der Ofen- und Objekttemperatur möglich, optimale Einbrennparameter im Pulverofen zu erzielen – unnötig hohe Temperaturen werden so vermieden. Weiterhin ermitteln die Spezialisten der LOV mithilfe von Ultraschallmessungen vor dem Einbrennprozess die bestmögliche Schichtdicke, um einen gleichmäßigen Farbauftrag zu gewährleisten. Die automatische Teileerkennung sorgt darüber hinaus für einen punktgenauen Farbauftrag, der Pulververbrauch wird somit weiter optimiert. Ein Materialausnutzungsgrad von bis zu 95 % und eine deutliche Energieersparnis sind die überzeugenden Ergebnisse dieser Arbeitsweise.

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