Forderungsmanagement Kreditversicherer erwartet 2016 weltweit mehr Insolvenzen aufgrund von schwacher Konjunktur

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet 2016 erstmals wieder einen leichten Anstieg bei den weltweiten Insolvenzen. Im November 2015 war das Unternehmen noch von stagnierenden Zahlen ausgegangen. Der Grund: Die Wachstumstreiber der Weltwirtschaft 2016 sind sehr klein.

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Aktuell wächst der Welthandel nur langsam. Exporteure müssen sich deshalb auf mehr Insolvenzen bei ihren Kunden gefasst machen.
Aktuell wächst der Welthandel nur langsam. Exporteure müssen sich deshalb auf mehr Insolvenzen bei ihren Kunden gefasst machen.
(Bild: Allianz)

Zu diesem Schluss kommt der Kreditversicherer in seiner Studie „Die 7 Zwerge des Welthandels“. Ein reales Wachstum von 2,8 % erwarten die Volkswirte von Euler Hermes für 2016 – und damit zum sechsten Mal in Folge ein Zuwachs unterhalb der 3- %-Marke.

Die gute Nachricht: Die „sieben Zwerge“ haben ein langsam erwachendes Schneewittchen in Form von Unternehmensinvestitionen an ihrer Seite. Die schlechte: Sie kämpfen gegen die vergifteten Äpfel der bösen Insolvenz-Schwiegermutter.

„Die geopolitischen Risiken sind weiterhin hoch und der Welthandel wächst nur sehr langsam“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt bei der Euler-Hermes-Gruppe. „Zudem ist die Volatilität hoch, die Rohstoffpreise sind im Keller und die Schwellenländer leiden unter der China-Grippe und den Zinsanhebungen der Fed. In vielen Märkten steigt die Unsicherheit und wir erwarten aufgrund der jüngsten Entwicklungen für 2016 erstmals wieder einen Anstieg der weltweiten Unternehmenspleiten um 1 % nach einem Rückgang um 5 % im vergangenen Jahr.“

Die Treiber des Welthandels sind zu klein, um ein wirklicher Motor für die Weltwirtschaft zu sein. Dennoch gibt es auch positive Entwicklungen: „Die gute Nachricht ist, dass die Privatinvestitionen endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen“, sagte Subran. „Das könnte das Wachstum etwas stützen. In Europa sehen wir zudem steigende Umsätze, eine verbesserte Profitabilität und geringere Kapitalkosten. Die Schatzkammern sind ganz gut gefüllt, was zu positiven Überraschungen führen könnte. Die amerikanische Wirtschaft kämpft hingegen mit den niedrigen Öl- und Gaspreisen. Es wird schwierig, dies durch die anderen Branchen auszugleichen. Hinzu kommen die rezessionsgeplagten Länder wie Brasilien oder Russland, die viele Exportnationen belasten. Immerhin wächst der Wert des Welthandels 2016 aber um voraussichtlich 0,9 %. Das ist zwar sehr wenig, aber im Vergleich zu den -9 % in 2015 beim Wert der global gehandelten Waren und Dienstleistungen eine deutliche Steigerung.

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