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Schnell-Spritzguss KTM nutzt blitzartigen Service für neu entwickelte Bauteile

| Autor / Redakteur: Thomas Löffler / Peter Königsreuther

Kunststoff oder Metall – was ist besser für die Anwendung? Darüber grübeln Entwickler oft monatelang. Beim Sportmotorradhersteller KTM hat man sich jedoch rasch an den Schnellspritzguss-Service von Proto Labs gewandt, um Zeit zu sparen.

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Der Motorrad-Spezialist KTM setzt auf einen von Proto Labs angebotenen Blitz-Service, um die Tauglichkeit von neu entwickelten Bauteilen rasch zu prüfen.
Der Motorrad-Spezialist KTM setzt auf einen von Proto Labs angebotenen Blitz-Service, um die Tauglichkeit von neu entwickelten Bauteilen rasch zu prüfen.
(Bild: KTM)

Der KTM-Slogan „Ready to race“ ist Ansporn und Anspruch zugleich. Jedes Bike, welches das Werk verlässt, ist sofort nach dem Auspacken uneingeschränkt rennfertig. „Das ist für uns inzwischen so selbstverständlich, dass wir bei der Auslieferung eher auf die Rennbereitschaft des Fahrers warten müssen“, betont Helmut Gröbner, Gruppenleiter für Kunststoffkomponenten in der Entwicklung bei KTM. Damit dies auch funktioniert, hat sich die Entwicklung entsprechend spezialisiert: Helmut Gröbner und sein zehnköpfiges Team kümmern sich ausschließlich um Kunststoffteile. Eine hohe Verantwortung, denn Kunststoff kann in der Serie und im Rennsport Geld und Gewicht sparen – sofern er den Belastungen standhält – das gilt es möglichst schnell zu beurteilen.

Kunststoff im Härtetest

Motorsport im Gelände ist die härteste Prüfung für Mensch und Material, wobei KTM-Teams meist durch menschliches Versagen ausfallen. Das lässt erahnen, mit welcher Akribie bei KTM vorgegangen wird, um diese Erfolge zu sichern. Dabei sind die Produkte für den Offroadbereich nur ein Teil der Palette. In der Sparte Street gibt es sogar Sportwagen der Modellreihe „X-BOW“. Rennsport heißt höchste Präzision, um die geforderte Leistung auf den Punkt zu bringen. Helmut Gröbner erklärt, was dies für sein Team bedeutet: „Ein typisches Starterfeld besteht oft zu 70 bis 80 % nur aus KTM-Bikes“, so Gröbner. Ausfälle wegen Materialfehlern bedeuten dabei einen gewaltigen Imageverlust. Wir haben in der Firmengeschichte bis heute über 250 WM-Titel geholt sowie unzählige nationale Meistertitel,ergänzt Gröbner.

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Der Druck, der auf dem Entwicklungsteam lastet, ist enorm. Insbesondere vor Messen oder einer Produktneuvorstellung. „Wenn wir ein Kunststoffteil freigeben, dann kann es auch uneingeschränkt in der Serie verbaut werden, so Gröbner. Bereits als 3D-CAD-Modell in Pro/E Wildfire werden erste statische und dynamische FEM-Belastungssimulationen durchgeführt. Die Zusatzsoftware Moldflow bietet die Füllsimulation im Spritzguss an. Doch dann kommt einmal der Punkt, an dem das virtuelle Produkt echte Formen annehmen muss, um unter realen Bedingungen getestet zu werden.

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