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Künstliche Intelligenz in der Logistik

| Redakteur: Stefan Graf

Blujay Solutions, Spezialist für Logistik- und Zollsoftware, sieht Prozessoptimierung und Unterstützung von Entscheidungsfindung als wichtigste Einsatzfelder der Künstlichen Intelligenz (KI).

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Als zentrales Element des digitalen Wandels steht Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus zahlreicher innovativer Lösungen für die Wirtschaft.
Als zentrales Element des digitalen Wandels steht Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus zahlreicher innovativer Lösungen für die Wirtschaft.
(Bild: Easyturn)

Anwendungen der Künstlichen Intelligenz eignen sich nach Ansicht von Bluejay Solutions am besten für zwei Bereiche in der Lieferkette und der Logistik allgemein: zum einen für komplexe Prozesse, die typischerweise eine Art von Optimierung erfordern. Beispiele dafür sind Netzwerkoptimierung, Modusoptimierung sowie Lagerprozessoptimierung etwa im Wareneingang, Warenausgang, bei der Kommissionierung und im Nachschub. Den zweiten Bereich bilden Entscheidungsprozesse, die durch Beobachtung erlernt werden können und repliziert werden müssen. Das umfasst beispielsweise Entscheidungsprozesse bei der Auswahl der Transportunternehmen, der Genehmigung von Zuschlägen sowie bei strategischen Beschaffungsanfragen aufseiten der Versender und den Antworten der Transportunternehmen.

Compliance, Zollerklärung und Krisenprävention

Angesichts des hohen Volumens möglicher Einsparungen durch den KI-Einsatz sollen beide Bereiche Raum für deutliche Verbesserungen bieten. Gerade in puncto Compliance stehe der Welthandel vor erheblichen Herausforderungen. Um empfindliche Sanktionen bei Verstößen gegen geltende Vorgaben zu vermeiden, sei bislang menschliche Urteilsfähigkeit zur Bewertung von Handelspartnern gefragt. Hier könnten Algorithmen tatsächlich vom Menschen lernen und einen Wandel im Compliance-Segment einleiten.

Darüber hinaus bestehe die Chance, dass eine KI-Anwendung künftig vorhersagt, welche Zollanmeldungen unter bestimmten Umständen erforderlich sind und diese Anmeldungen automatisch ordnungsgemäß ausfüllt. Der dritte Bereich mit großem Potenzial betreffe die Fähigkeit, Probleme der Lieferkette aufgrund von Wetter, Naturkatastrophen oder globalen Krisen vorherzusagen und alternative Lösungen anzubieten. Dazu bedarf es riesiger Datenmengen, insbesondere Daten von IoT-Geräten, und entsprechender Expertise für deren Auswertung – ein großes Potenzial, Nutzen für die Lieferkette zu erzeugen.

Menschliche und maschinelle Intelligenz

Wo immer Automatisierung als Zukunftsoption gehandelt wird, entsteht die Sorge, dass menschliche Arbeitskraft durch moderne Technologien ersetzt wird. Tatsächlich zeigt die Erfahrung jedoch, dass in der Moderne ein Nebeneinander von Menschen und automatisierten Prozessen die Regel ist. Das menschenleere Unternehmen sei demnach eher ein Schreckgespenst als ein realistischer Zukunftsentwurf. Vielmehr würden durch KI-Einsatz neue Chancen für qualifizierte Jobs in der Logistik entstehen.

„Die Lieferkettenbranche durchläuft aufgrund der Digitalisierung einen tiefgreifenden Wandel. Gerade im Kontext der KI benötigen wir mehr Software-Ingenieure und Datenwissenschaftler, die diese intelligenten Systeme aufbauen und die Daten von IoT-Geräten sammeln können. Und der Zustrom junger Menschen wirkt sich in der Branche positiv auf die Annahme der damit verbundenen Veränderungen aus“, erklärt Doug Surrett, Chief Product Strategist bei BluJay Solutions. „Das Wichtigste ist, dass alle Beteiligten offen für Neues sind. Wir werden Dutzende von Start-ups auftauchen und verschwinden sehen, aber vor allem werden wir neue Lösungen entwickeln und völlig neue Branchen entstehen lassen.“

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