Im Dienst der Gesundheit Kunststoffe in der Medizintechnik: ein attraktiver Markt

Redakteur: Jürgen Schreier

Düsseldorf (js) – Mit knapp 15 Mrd. Euro steigerten die deutschen Hersteller von Medizintechnik im vorletzten Jahr ihren Umsatz um neun Prozent gegenüber 2004. Der attraktive Markt verspricht auch in kommenden Jahren überproportionales Wachstum. Immer mehr Kunststoff verarbeitende Unternehmen entdecken dieses Gebiet für ihre Aktivitäten.

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Gelegenheit, ihr Können und ihre Kunst im Dienst der Gesundheit zu demonstrieren und zu dokumentieren, bietet die K 2007, die Internationale Fachmesse Kunststoff + Kautschuk, vom 24. bis 31. Oktober d. J. in Düsseldorf. Eucomed, der europäische Dachverband der Medizinprodukteindustrie mit Sitz in Brüssel, schätzt den Weltmarkt für Medizintechnik auf derzeit 184 Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 80 Mrd. Euro auf die USA, 20 Mrd. auf Japan und auf Europa als eines der expansivsten Absatzgebiete rund 55 Mrd. Euro. Im Schnitt wenden die europäischen Staaten 8,4% ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) jährlich für die Gesundheit auf. In Deutschland, innerhalb von Europa der größte Binnenmarkt, sind es sogar elf Prozent des BIP, die im weitesten Sinn in die medizinische Versorgung fließen.

80% der verwendeten Kunststoffe sind Standardsorten

Der Anteil der Kunststoffe in der Medizintechnik wird momentan mit knapp 50% beziffert. Etwa 12000 t Kunststoffe dürften im vergangenen Jahr in Deutschland für die Herstellung medizinischer Erzeugnisse verwendet worden sein. Weltweit sollen derzeit mehr als 1,8 Mio. t Kunststoffe für Produkte der Medizintechnik verarbeitet werden, wie aus einem Bericht der Fachzeitschrift „Kunststoff Trends“, Darmstadt, hervorgeht. Sogenannte Standardmaterialien wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS) und Polyvinylchlorid (PVC) sind die in diesem Einsatzbereich am meisten verwendeten Kunststoffe. Etwa 80% des gesamten Verbrauchs entfällt auf diese Sortierungen. Bei den restlichen 20 Prozent handelt es sich um technische Kunststoffe wie Polycarbonat (PC), Polyamid (PA), Polyurethan (PUR), Polyester (PET) oder auch Copolymere.

Gute Prognosen setzen neue unternehmerische Aktivitäten frei

Die guten Prognosen für die Zukunft und die Aussichten auf weitere Expansion der Medizintechnik in kommenden Jahren setzen neue unternehmerische Aktivitäten frei. So hat die Göttinger Sartorius AG Anfang 2007 sämtliche Anteile an der Toha Plast GmbH erworben. Die bayerische Rehau AG, die auf eine lange Tradition in der Fertigung medizintechnischer Produkte verweisen kann, hat mit der Raumedic AG eine eigenständige Gesellschaft für diesen Geschäftszweig etabliert und will aus eigener Kraft wachsen.

Da macht es sich die Gerresheimer Glas AG einfacher. Sie hat sich – nicht zuletzt wohl aufgrund des attraktiven Geschäftsbereichs „Medical Plastic Systems“ – kürzlich die Regensburger Wilden AG einverleibt. Doch ob Sartorius, Rehau oder Gerresheimer Glas: Alle auf dem Gebiet der Medizintechnik involvierten Unternehmen sind davon überzeugt, dass der Trend zu mehr Wachstum auf diesem Feld in den folgenden Jahren anhält.

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