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Exportmärkte Kunststoffmaschinenbauer profitiert weiter von Mexiko

Autor: Stéphane Itasse

Deutsche Maschinenbauer können in Mexiko derzeit offensichtlich gute Geschäfte machen: Die Maschinenexporte in das Nafta-Land sind im ersten Halbjahr 2017 um 25,5 % gestiegen, wie der VDMA berichtet. Ein Beispiel für diesen Erfolg sind die Unternehmen der Krauss-Maffei Group.

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Deutsche Maschinen sind in Mexiko gefragt, wie diese Gehäuse-Schäumanlage, die Krauss-Maffei für den Kühlschrankhersteller Criotec errichtet hat.
Deutsche Maschinen sind in Mexiko gefragt, wie diese Gehäuse-Schäumanlage, die Krauss-Maffei für den Kühlschrankhersteller Criotec errichtet hat.
(Bild: Krauss-Maffei)

Aktuell sehen die Kunststoffmaschinenbauer auf dem mexikanischen Markt eine starke Nachfrage an Maschinen, vor allem für die Bereiche Verpackung, Agrar, Automotive und Bau. Dies zeigte sich beim jüngsten Openhouse der Krauss-Maffei Group in Querétaro: 200 Teilnehmer waren gekommen, um das komplette Repertoire der Kunststoffverarbeitung vom Spritzgießen über die Reaktionstechnik bis zur Extrusion kennenzulernen. „Unsere Kunden fanden die Mischung aus Livedemonstrationen und Fachvorträgen wertvoll und man spürte ihre positive und motivierende Stimmung“, sagte Klaus Jell, General Manager der Krauss-Maffei Group Mexico, laut einer Firmenmitteilung.

Gute Stimmung trotz politischer Unsicherheiten

Dieser guten Stimmung können auch die derzeitigen Nachrichten aus der Wirtschaftspolitik keinen Abbruch tun. Zwar verhandelt Mexiko derzeit mit seinen Nafta-Partnern USA und Kanada über eine Neugestaltung des Freihandelsabkommens – und da 80 % der mexikanischen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten gehen, steht für die Exportwirtschaft des Landes entsprechend viel auf dem Spiel, zumal sich die USA wiederholt über ihr Handelsbilanzdefizit mit Mexiko beklagt haben. Doch die Investitionslaune der Kunststoffverarbeiter bleibt gut. „Unsere mexikanischen Kunden bringt so leicht nichts aus der Ruhe“, verrät Jell auf Anfrage von MM Maschinenmarkt, bleibt aber dennoch vorsichtig. „Die Entwicklung wird generell jedoch genau beobachtet. Grundsätzlich wartet man erst einmal ab.“

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Auch unter diesen Bedingungen kann der Kunststoffmaschinenhersteller noch Großaufträge in Mexiko gewinnen. So hat sich beispielsweise der Hersteller von Kühl- und Gefrierschränken Criotec SA für eine automatisierte Gehäuse-Schäumanlage von Krauss-Maffei entschieden, um seine Produktionskapazitäten am Hauptsitz Santa Catarina mehr als zu verdoppeln. Heute verschäumt Criotec täglich im Dreischichtbetrieb 1800 Kühlschrankgehäuse mit einer Isolationsschicht aus Polyurethan und beliefert damit Kunden in ganz Nord-, Mittel- und Südamerika. Zum Lieferumfang der Gehäuse-Schäumanlage gehören eine Misch- und Dosieranlage Rimstar Compact 40/40 mit mobilem Mischkopf, ein automatisierter Belade- und Entlade-Shuttle, sechs stationäre Stützformen sowie sechs einstellbare Schäumwerkzeuge zur Gehäuseausschäumung, ein Vorheizofen mit zwei verschiedenen Gehäusepositionen sowie ein Pentan-Monitoringsystem.

Kunststoffmaschinenbauer punktet in Mexiko mit Automatisierung

„Dank des hohen Automatisierungsgrades der neuen Gehäuse-Schäumanlage konnten wir die Produktivität und damit die Wirtschaftlichkeit deutlich steigern“, sagt Felipe Nuñez, Manufacturing Manager bei Criotec. Diese Aussage zeigt auch, wie sich der Kunststoffmaschinenbauer in Mexiko von seinen Wettbewerbern abhebt. „Wir verkaufen nicht nur Maschinen und Equipment, sondern die beste Lösung für die Herausforderungen unserer Kunden, und das in den Bereichen Spritzgießtechnik mit den zwei Marken Krauss-Maffei und Netstal, Reaktionstechnik, Extrusion und Automation. Wir betreuen unseren Kunden von A bis Z; das heißt von der Idee eines Produktes bis zur sicheren Produktion, indem wir ihn mit After-Sales-Konzepten begleiten“, erläutert Jell.

Weitere wichtige Erfolgsfaktoren auf dem mexikanischen Markt sind seiner Auskunft nach ein individuelles Finanzierungsangebot für die Kunden und intensive Schulungen. „Mit unserem Trainingskonzept sind wir mustergültig“, sagt der General Manager. Darüber hinaus ist es nach seinen Erfahrungen auf der menschlichen Seite in Mexiko äußerst wichtig, das Vertrauen des Kunden zu gewinnen, „dass wir ihm das richtige Equipment für seinen Bedarf verkaufen“. Bei der Konfiguration, Auslieferung und Inbetriebnahme der neuen Criotec-Anlage arbeiteten die Krauss-Maffei-Experten der drei Standorte München, Abbiategrasso (Italien) und Querétaro (Mexiko) Hand in Hand, wie das Unternehmen erläutert. Die Misch- und-Dosieranlage samt Mischkopf kam aus dem Stammwerk in München, die Schäumanlage inklusive Pentane-Monitoring-System aus dem Competence Center Weiße Ware in Abbiategrasso. Service und Support vor Ort erhält der Kunde durch die Krauss-Maffei-Mitarbeiter in Mexiko.

Unter diesen Bedingungen kann sich Jell für den mexikanischen Markt – immerhin einer der wichtigsten für die Krauss-Maffei Group – in den kommenden Jahren noch einiges vornehmen. „Wir wollen wachsen; um dieses Wachstum zu stemmen, will die Krauss-Maffei Group Mexiko zum besten Arbeitgeber in Mexiko werden“, verrät der General Manager abschließend.

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 Stéphane Itasse

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MM MaschinenMarkt