K-2016 Kunststoffrecycling mit Luft nach oben

Redakteur: Peter Königsreuther

Die kommende K-Messe in Düsseldorf ist das Ereignis rund um Kunststoffe und deren Verarbeitung. In der polymeren Wertschöpfungskette kommt dabei auch das Recycling nicht zu kurz. Spezialisten äußern sich hier über die aktuelle Lage und zeigen, was man heute schon alles leistet oder noch leisten kann.

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Das Trennen und Recyceln von Kunststoff-„Abfällen“ ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Hier ein gutes Beispiel dafür, was aus vermeintlichem Polymer-„Müll“ alles machbar ist, wenn Kunststoffe sortenrein sind und man ihre besonderen Eigenschaften kennt, die sie von anderen Reststoffen unterscheiden: Der Spritzgussartikelhersteller Gies GmbH & Co. Kunststoffwerk KG aus Niederaula stellt farbige Einkaufskörbchen zu 100 % aus PP-Regranulaten der DSD Resource GmbH aus Köln her. Eine Besonderheit der Regranulate ist ihre Reproduzierbarkeit und gute Einfärbbarkeit.
Das Trennen und Recyceln von Kunststoff-„Abfällen“ ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Hier ein gutes Beispiel dafür, was aus vermeintlichem Polymer-„Müll“ alles machbar ist, wenn Kunststoffe sortenrein sind und man ihre besonderen Eigenschaften kennt, die sie von anderen Reststoffen unterscheiden: Der Spritzgussartikelhersteller Gies GmbH & Co. Kunststoffwerk KG aus Niederaula stellt farbige Einkaufskörbchen zu 100 % aus PP-Regranulaten der DSD Resource GmbH aus Köln her. Eine Besonderheit der Regranulate ist ihre Reproduzierbarkeit und gute Einfärbbarkeit.
(Bild: DSD)

Technologisch ist Kunststoffrecycling heute überhaupt kein Problem mehr. Inhouse-Recycling hat sich quer durch alle Branchen längst etabliert. Die abfallfreie Fabrik ist bei Kunststoffverarbeitern, die mit sortenreinen Rohstoffen arbeiten, eine Selbstverständlichkeit geworden. Auch für Post-Consumer-Abfälle gibt es immer ausgereiftere Verwertungskonzepte, wodurch die damit hergestellten Regranulate problemlos anstelle von Neuware eingesetzt werden können.

Die Recycling-Situation in Zahlen

Der Kunststoffverbrauch lag in der gesamten europäischen Branche laut dem Erzeugerverband Plastics Europe bei 47,8 Mio. t, wovon mit 25,8 Mio. t mengenmäßig rund die Hälfte nach Benutzung auch wieder gesammelt wurde. Die Sammelquoten sind in den von Plastics Europe betrachteten 28 EU-Staaten plus Norwegen und der Schweiz weiterhin sehr unterschiedlich.

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Zwar wurde in neun Ländern mittlerweile ein Deponie-Verbot für Kunststoffreststoffe ausgesprochen, aber in anderen Ländern liegen die deponierten Anteile mit bis zu 70 % der gesammelten Reststoffe noch immer sehr hoch. In Summe werden von den gesammelten Reststoffen in Europa mittlerweile rund zwei Drittel einer Verwertung zugeführt, während 30,8 % deponiert werden. Von den Kunststoffresten, die verwertet werden, wird mit 7,7 Mio. t rund die Hälfte werkstofflich recycelt und der Rest thermisch verwertet.

Recyclingfreundliche Polyolefine

Polyolefine sind, mit rund 9,5 Mio. t PP, 8 Mio. t PE-LD und PE-LLD sowie 6 Mio. t PE-HD und PE-MD, mengenmäßig die am häufigsten verwendeten Kunststoffe in Europa, denn sie machen zusammen etwa die Hälfte des Gesamtverbrauches aus. Handelt es sich um sortenreine Reststoffe,dann lassen sich diese hervorragend aufbereiten und dementsprechend gibt es zahlreiche Verwertungsbetriebe, die sich mit Polyolefin-Recycling beschäftigen.

Schwieriger ist es, wenn PE und PP-Gemische vorliegen, die sich aufgrund ihrer sehr ähnlichen Dichte schlecht voneinander trennen lassen, hier sind NIR-Trennverfahren heute Stand der Technik. PE und PP lassen sich aber auch gemeinsam zu hochwertigen Produkten wieder aufbereiten.

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