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Karriere Kurzarbeit für geförderte Weiterbildung nutzen

| Autor / Redakteur: Nicole Gaiziunas und Melanie Krauß / Melanie Krauß

Unternehmen können die Kurzarbeit dazu nutzen, ihre Mitarbeiter weiterzubilden – und die Kosten dafür trägt der Staat. Das sind die Voraussetzungen.

Auch aus dem Homeoffice können Mitarbeiter sich weiterbilden.
Auch aus dem Homeoffice können Mitarbeiter sich weiterbilden.
(Bild: ©Alex from the Rock - stock.adobe.com)
  • Die Bundesregierung fördert Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in der Kurzarbeitsphase weiterbilden wollen.
  • Wie hoch die Förderung ausfällt, ist abhängig von der Größe des Unternehmens.
  • Der Antrag kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer gestellt werden.

Um sich weiterhin über Wasser halten zu können, greifen immer mehr Maschinenbauer auf Kurzarbeit zurück. In erster Linie geht es dabei darum, Liquidität sicherzustellen und Entlassungen zu vermeiden – auch wenn die Auftragslage alles andere als rosig aussieht. Doch auch darüber hinaus kann die Kurzarbeit den Unternehmen weitere Vorteile bringen. Stichwort: Weiterbildung.

Wo sonst immer die Zeit fehlt, ist sie jetzt in der Krise reichlich vorhanden. Mit dem sogenannten Qualifizierungschancengesetz sowie dem im März verabschiedeten „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ haben Unternehmen zudem die Möglichkeit, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter vom Staat fördern zu lassen. Teilweise werden die Kosten sogar komplett übernommen. Die Voraussetzungen:

  • Der Mitarbeiter muss vom Strukturwandel betroffen sein oder eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben.
  • Die Weiterbildung muss mindestens 160 Lernstunden dauern. Umgerechnet entspricht das etwa vier regulären Arbeitswochen.
  • Die Weiterbildung muss gezielt auf die berufliche Zukunft der Teilnehmenden einzahlen. Ein geeignetes Weiterbildungsthema wären also beispielsweise digitale Kompetenzen.
  • Die letzte Ausbildung muss mindestens vier Jahre her sein.
  • Die letzte Weiterbildung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes muss mindestens vier Jahre her sein.
  • Die Weiterbildung muss von einem zertifizierten externen Anbieter durchgeführt werden.

Kostenübernahme abhängig von Unternehmensgröße

Wie viel der Kosten die Bundesagentur für Arbeit übernimmt, hängt ab von der Größe des Unternehmens. So werden für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern die Kosten für die Weiterbildung beispielsweise zu 100 % erstattet und die Lohnkosten bis zu 75 %. Kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern können sich bis zu 50 % der Weiterbildungskosten und des Lohns erstatten lassen.

Bei Unternehmen mit 250 bis 2500 Beschäftigten übernimmt die Bundesagentur für Arbeit immerhin noch 25 % der entstehenden Kosten für Weiterbildung und Gehalt. Unabhängig davon erhöht sich die Förderung für Betriebe, die ihre Mitarbeiter in der Kurzarbeitsphase oder bei drohender Arbeitslosigkeit für die digitale Transformation fit machen wollen.

Das ist neu

Die Bundesagentur für Arbeit hat sich mittlerweile auch für Online-Weiterbildungen geöffnet. Im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen bieten sie deutlich mehr Flexibilität für den Lernenden und können somit häufig auch nach Ende der Kurzarbeit fortgesetzt werden.

Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer können auf die Bundesagentur für Arbeit zugehen, um die Kostenübernahme für eine Qualifizierungsmaßnahme zu beantragen. Inhalt, Art und Dauer der Weiterbildung werden dabei gemeinsam abgestimmt.

Häufig ist es zudem von Vorteil, wenn Unternehmen den Bildungsträger der geplanten Maßnahme schon frühzeitig einbinden. Er kann beispielsweise dabei helfen, den Antrag auszufüllen und bei der Bundesagentur für Arbeit einzureichen. Wird die Maßnahme bewilligt, erhält der Beschäftigte einen Bildungsgutschein, den er anschließend bei einem der Träger einlösen kann. Einen Überblick über die zertifizierten Anbieter finden Sie in der Aus- und Weiterbildungsdatenbank „Kursnet“.

* Nicole Gaiziunas ist Gründerin der Azav-zertifizierten XU Group GmbH in 10961 Berlin, Tel. (0 30) 95 99 99 99-0, hello@xu-group.de, www.xu-group.de

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