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Keramik Kyocera muss deutliche Ergebnisrückgänge verkraften

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der japanische Hersteller von Keramik-Werkstoffen Kyocera hat im Geschäftsjahr 2009, das bis 31. März 2009 lief, deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. Der konsolidierte Nettoumsatz betrug 1128,586 Mrd. Japanische Yen (8,681 Mrd. Euro), ein Rückgang um 12,5% gegenüber dem Geschäftsjahr 2008, Der operative Gewinn ging sogar um 71,5% zurück.

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Der Betriebsgewinn erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch 43,419 Mrd. Yen, wie die deutsche Tochtergesellschaft Kyocera Fineceramics Neuss mitteilt. Als Gründe nannte der Keramik-Hersteller eine reduzierte Nachfrage, den Preisdruck sowie die Aufwertung der japanischen Währung. Der Gewinn vor Steuern fiel um 68,0% auf Yen 55,982 Mrd. Yen, der Nettogewinn um 72,5% auf 29,506 Mrd. Yen.

Deutlicher Rückgang im Industriegeschäft

Im Komponentengeschäft fiel der Umsatz um 15,1% auf 577,055 Mrd. Yen. Der Betriebsgewinn fiel auf 31,83 Mrd. Yen, 68,3% weniger als Geschäftsjahr 2008. Im Equipmentgeschäft fiel der Umsatz um 10% auf 448,055 Mrd. Yen. Der Betriebsgewinn fiel um 50,540 Mrd. Yen auf einen Verlust von 4,216 Mrd. Yen.

Der Geschäftsbereich „Sonstiges“ schließt verschiedene Leistungen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie ein sowie Materialien für elektronische Komponenten. In diesem Geschäftsbereich fiel der Umsatz um 9% auf 126,043 Mrd. Yen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008. Dies ist in erster Linie auf einen Umsatzrückgang bei Materialien für Elektronik-Komponenten zurückzuführen. Trotz einer Goodwill-Abschreibung in einer Tochtergesellschaft stieg der Betriebsgewinn um 46,4% auf 14,106 Mrd. Yen. Grund waren Einmalgewinne aus dem Verkauf von Grundstücken.

Lage von Kyocera bleibt schwierig

Für das Geschäftsjahr 2010 gibt Kyocera eine eher pessimistische Prognose ab. Im Komponentengeschäft verzeichnen zwar laut Mitteilung bestimmte Produkte eine Erholung der Nachfrage, verglichen mit dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009. Zukunftstrends für einen Anstieg der Nachfrage seien aber nach wie vor unklar.

Im Equipmentgeschäfte rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem verringerten Ersatzbedarfs an Mobiltelefonen in Japan und in den USA, außerdem mit einer anhaltenden Zurückhaltung von Investitionen anderer Unternehmen in die Informationstechnik.

Vor dem Hintergrund dieser Marktprognose, erwartet Kyocera einen Rückgang des konsolidierten Umsatzes für das Geschäftsjahr 2010, verglichen mit 2009. Die Kyocera-Gruppe will deshalb radikal sowohl Kosten als auch Kapital-Investments reduzieren, um die schwierige Lage zu überwinden. Der Konzern hat das Ziel, so schnell wie möglich wieder eine hochprofitable Struktur zu erreichen und möchte dazu im Informations- und Kommunikationsmarkt expandieren, außerdem im Umwelt- und Energiemarkt.

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