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Schruppen Längere Standzeiten beim Schruppen dank weichem Schnitt

Autor / Redakteur: Erich Timons / Mag. Victoria Sonnenberg

Für anspruchsvolle Schruppbearbeitungen haben sich Fräs-Wendeschneidplatten in Trigonform mit unterschiedlichen Schneidkantenlängen und Geometrien bewährt.

Die Fräser HM390 erzielen beim Schruppen sehr gute Oberflächenqualitäten. Der Schneidstoff IC830 von Iscar ist hoch verschleißfest.
Die Fräser HM390 erzielen beim Schruppen sehr gute Oberflächenqualitäten. Der Schneidstoff IC830 von Iscar ist hoch verschleißfest.
(Bild: Iscar)

Der Vater des heutigen Geschäftsführers Bernd Schätzle gründete die S+B Technologie Schätzle GmbH vor 52 Jahren in einer Garage in Aschaffenburg. Heute entwickeln und fertigen 90 Mitarbeiter mechanische und hydraulische Spannvorrichtungen sowie Sondermaschinen. Mit umfassendem Know-how und unter Einsatz moderner CAD-Technik entstehen anspruchsvolle, kundenspezifische Lösungen für präzise Arbeitsergebnisse und hohe Produktivität. Aus Hösbach kommen maßgeschneiderte Systeme für Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, dem Automotive- und Pumpensektor sowie der Hydraulik.

Flexible Vorrichtungssysteme gewährleisten Wirtschaftlichkeit

Moderne Fertigungszentren sind auf flexible Vorrichtungssysteme angewiesen, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Dies setzt hohe Werkstückqualität durch sicheres Spannen, exakt wiederholbare Positionierungen und einen möglichst großen Nutzungsgrad der Maschinen durch schnellen Werkzeugwechsel voraus. Hohe Standzeiten der Bearbeitungswerkzeuge sowie niedrige Kosten pro Spannstelle durch leicht kombinierbare Elemente sind weitere wichtige Entwicklungsziele. Die hochqualifizierten Mitarbeiter von S+B unterstützen Kunden bei Ideenfindung, Entwicklung und fertigen schließlich nach Zeichnungen und Toleranzvorgaben.

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Vibrationen während der Bearbeitung gehören dank der innovativen Schneidengeometrie der Vergangenheit an.
Vibrationen während der Bearbeitung gehören dank der innovativen Schneidengeometrie der Vergangenheit an.
(Bild: Iscar)

S+B Technologie verarbeitet nahezu alle Metalle. „Wir brauchen deshalb universelle Werkzeuge, mit Sonderlösungen können wir wenig anfangen“, sagt Peter Arnold von der CAD/CAM-Fertigung. Zur Bearbeitung von Guss und Stählen setzten die Hösbacher eine zweischneidige Wendeschneidplatte ein. Dabei trat jedoch ein Problem auf. „Bei gewissen Zustellungen fing die Maschine an zu vibrieren und beeinträchtigte damit Werkstückqualität und Prozesssicherheit“, beschreibt Arnold. Auf der Lösungssuche erhielt er tatkräftige Unterstützung von Ralf Stuppart, Beratung und Verkauf bei der Iscar Germany GmbH mit Sitz in Ettlingen. Mit dem Unternehmen verbindet S+B eine langjährige, vertrauensvolle Partnerschaft. „Wir haben immer schon die hohe Qualität dieser Werkzeuge geschätzt“, lobt Arnold und nahm den Ratschlag des Iscar-Experten gerne an, den neuen Fräser HM390 aus der Produktfamilie Heli IQ Mill einzusetzen. Bei ersten Tests vor Ort unter Praxisbedingungen merkten die Frässpezialisten schnell, dass die Innovation deutlich bessere Ergebnisse lieferte als das zuvor eingesetzte Werkzeug.

In Segmente aufgeteilter Span verbessert Prozesssicherheit

Iscar entwickelte neue Fräs-Wendeschneidplatten in Trigonform mit unterschiedlichen Schneidkantenlängen und Geometrien. Hierzu gehört beispielsweise die neue, dreieckige Wendeschneidplatte mit drei segmentierten Schneidkanten für das Schruppen. Die spezielle Geometrie bringt mehrere Vorteile: Der Span wird in Segmente aufgeteilt. Dies erleichtert die Spanabfuhr und verbessert die Prozesssicherheit. Zudem werden die Schnittkräfte reduziert und damit auch die Leistungsaufnahme. Die Wendeschneidplatte erreicht eine Bearbeitungstiefe bis 12 mm. Fünf Spanteiler auf der Hauptschneide einer jeden Platte ergeben eine speziell geformte Schneidkante. Darüber hinaus sorgt eine Wiper-Schneidkante für hohe Oberflächengüten der Planfläche.

Fräser mit den neuen Wendeschneidplatten eignen sich speziell zum Schruppen unter schwierigeren Bedingungen wie dem Fräsen mit hohen Auskragungen oder unter instabilen Aufspannungen. „Mit weichschneidenden Platten erzielen auch leistungsschwächere Maschinen gute Fräsergebnisse ohne Vibrationen“, schildert Michael Becker, Produktspezialist Fräsen bei Iscar. „Fokus bei der Produkteinführung war, die Eigenschaften eines weichschneidenden Frässystems beizubehalten und durch das Design mit drei gewendelten Schneidkanten bei gleichbleibenden Standzeiten eine Schneidkante zusätzlich pro Wendeschneidplatte gegenüber dem Mitbewerber anzubieten“, ergänzt er. Der Fräser überzeugt auch durch eine optimale Spanabfuhr gerade in engen Nuten oder tiefen Kavitäten. Die neue Wendeschneidplatte ist aus der Sumo-Tec-Schneidstoffsorte IC830 hergestellt. Sie lässt Trocken- wie Nassbearbeitung zu und ist hoch verschleißfest.

Störende Vibrationen gehören der Vergangenheit an

Die Erfahrungen mit dem neuen Iscarfräser sind aus Sicht von S+B durchweg positiv. „Die Schruppergebnisse sind sehr gut und wir können Vorschübe bis 1000 mm/min fahren. Im Vergütungsstahl werden bei S+B Schnittdaten von Vc = 220 m/min und fz = 0,11 mm realisiert. Störende Vibrationen während der Bearbeitung gehören der Vergangenheit an“, schildert Arnold. Mit dem vorher eingesetzten Werkzeug realisierte S+B eine Schnitttiefe von 1,2 mm. Der HM390 hat diesen Wert verdoppelt. Der Fräser ist vielseitig einsetzbar. „Auf unseren modernen 5-Achs-Bearbeitungszentren fräsen wir mit einer Fräserauskraglänge von 140 mm die kompletten Bauteil-Seitenflächen. Eine bauteilabhängige und zeitintensive Anpassung der Werkzeuglänge gehört somit der Vergangenheit an“, freut sich Arnold.

* Erich Timons ist CTO bei der Iscar Germany GmbH in 76275 Ettlingen. Weitere Informationen: a1kommunikation Schweizer GmbH, Tel. (07 11) 9 45 41 61-0, info@a1kommunikation de

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