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Auslandsmärkte Lage der Schweizer MEM-Industrie wird immer kritischer

| Autor: Stéphane Itasse

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Doch die aktuellen Entwicklungen lassen noch Schlimmeres befürchten, eine Prognose wagt der Verband nicht.

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Die Schweizer Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie leidet außer unter den weltweiten Problemen auch unter einem starken Franken.
Die Schweizer Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie leidet außer unter den weltweiten Problemen auch unter einem starken Franken.
(Bild: ABB)

Im Vergleich zu 2018 haben sich im vergangenen Jahr die Auftragseingänge um 10,6 %, die Umsätze um 4,5 % und Exporte um 2,1 % reduziert, wie der Verband Swissmem mitteilt. Hauptgrund ist die Konjunkturabkühlung auf den wichtigsten Absatzmärkten, ausgelöst durch den Strukturwandel in der Autoindustrie und Handelskonflikte.

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Die Abwärtsbewegung hat sich gegen Ende 2019 zwar etwas abgeschwächt. Doch beeinträchtigt aktuell die Corona-Epidemie die globale Konjunktur und unterbricht teilweise die Lieferketten. Zudem hat sich die Überbewertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro 2019 deutlich erhöht und seit Anfang 2020 noch weiter akzentuiert. Das behindert spürbar die Wettbewerbsfähigkeit der MEM-Industrie am wichtigen EU-Markt. Falls die Beeinträchtigungen durch die Corona-Epidemie und das gegenwärtige Ausmaß der Überbewertung des Frankens anhalten, wird die Lage für die MEM-Industrie kritisch, befürchtet der Verband.

Auftragseingänge deuten düstere Zeiten an

Die Umsatzrückgänge waren bei Großunternehmen etwas ausgeprägter als bei den KMU. Die negative Geschäftsentwicklung wirkte sich auch auf die Kapazitätsauslastung aus. Ausgehend von 91,6 % im vierten Quartal 2018 reduzierte sie sich auf 83,0 % im vierten Quartal 2019. Sie liegt damit deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 86,4 %. Die Mitarbeiterzahl ist 2019 in den ersten neun Monaten von 320.500 auf 326.900 gestiegen, hat aber im vierten Quartal 2019 wieder auf 324.600 abgenommen.

Der Geschäftsverlauf spiegelt sich in den Exporten der MEM-Industrie wider. Sie sanken 2019 im Vergleich zu 2018 um 2,1 % und erreichten 68,3 Mrd. Schweizer Franken. Die Ausfuhren in die EU (ohne Großbritannien) gingen um 3,2 % zurück, wofür vor allem der Exportrückgang nach Italien (– 11,4 %), Deutschland (– 6,4 %) und Frankreich (– 5,9 %) verantwortlich war. Auch die Exporte nach Asien reduzierten sich um 1,7 %. Demgegenüber stiegen die Güterausfuhren in die USA um 3,5 %. Die wichtigsten Warengruppen waren unterschiedlich vom Exportrückgang betroffen. Im Vergleich zu 2018 sanken die Ausfuhren im Maschinenbau um 5,9 %, bei den Metallen um 5,7 % und bei der Elektrotechnik/Elektronik um 1,4 %. Einzig die Exporte bei den Präzisionsinstrumenten erhöhten sich um 1,2 %.

Corona-Pandemie kommt für Schweizer MEM-Industrie zur Unzeit

„Gesamthaft war 2019 ein schwieriges Jahr für die Schweizer MEM-Industrie“, sagt Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem. „Die weltweiten Handelskonflikte haben die Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten gedämpft. In Europa sorgte der Strukturwandel in der Automobilindustrie zusätzlich für Verunsicherung, was sich deutlich auf die Schweizer Automobilzuliefer- und die Werkzeugmaschinen-Industrie auswirkte.“ Der erneut aufgewertete Schweizer Franken dürfte die Ertragslage der MEM-Branche wieder verschlechtert haben.

Die Corona-Epidemie belastet die ohnehin schwache Industriekonjunktur zusätzlich. Für Firmen in der MEM-Industrie sind die Lieferketten beeinträchtigt oder sogar ganz unterbrochen. „Falls die Beeinträchtigungen durch die Corona-Epidemie und das gegenwärtige Ausmaß der Überbewertung des Frankens anhalten, wird die Lage für die MEM-Industrie kritisch“, befürchtet Brupbacher.

Unterdessen hat die Politik reagiert. Ein Unterstützungspaket für die Wirtschaft des Schweizer Bundesrats umfasst rasche Liquiditätshilfen für die Unternehmen, einen erweiterten der Kreis der Berechtigten bei der Kurzarbeit sowie niedrigere Zugangshürden dazu. Swissmem begrüßt die Bestätigung des Bundesrats, dass die Industrie weiterarbeiten kann und soll.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt