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VBM-Prognose 2016 Lage gut, Geschäftserwartungen mäßig, Unsicherheit groß

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie bewerten die Geschäftslage im zweiten Halbjahr 2015 überwiegend gut. Die Erwartungen für die erste Jahreshälfte 2016 sind aber mäßig. Dies ist das Fazit der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedern. Für bayme-vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt steht fest: „Wir erleben derzeit eine Scheinkonjunktur, die vom Konsum getrieben ist.“

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Bayme-vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Wir brauchen Wertschöpfungsflexibilität. Die Frage, welche Tätigkeiten ein Unternehmen selbst ausführt und welche fremdvergeben werden, muss eine unternehmerische Entscheidung bleiben. Deshalb lehnen wir jegliche Einschränkung von Werk- und Dienstverträgen entschieden ab.“
Bayme-vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Wir brauchen Wertschöpfungsflexibilität. Die Frage, welche Tätigkeiten ein Unternehmen selbst ausführt und welche fremdvergeben werden, muss eine unternehmerische Entscheidung bleiben. Deshalb lehnen wir jegliche Einschränkung von Werk- und Dienstverträgen entschieden ab.“
(Bild: bayme vbm)

Die Lage im In- und Auslandsgeschäft wird von den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie gut bewertet. 53 % der Firmen kamen bezüglich der inländischen Geschäftslage zu einem positiven Urteil, nur knapp 4 % zu einem negativen. Das Auslandsgeschäft sahen 56 % der Unternehmen als gut an, für 6 % lief es schlecht.

Gedämpfte Erwartungen für die erste Jahreshälfte 2016

Die Erwartungen für die erste Jahreshälfte 2016 sind gedämpft. 88 % der Unternehmen erwarten keine Veränderung der inländischen Geschäftslage, 9 % rechnen mit einer Verbesserung, 3 % befürchten eine Verschlechterung. Für das Ausland hoffen gut 18 % auf eine Belebung, gleichzeitig befürchten 15 % eine Eintrübung. Damit liegt der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen beim Export erstmals seit einem Jahr wieder im positiven Bereich.

Erfreulich ist nach Brossardts Worten die Beschäftigungsentwicklung: „Im Jahresverlauf 2015 werden insgesamt knapp 18.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze in der bayerischen M+E-Industrie entstanden sein. Insgesamt zählen die M+E-Unternehmen in Bayern damit rund 810.000 Mitarbeiter. Für das erste Halbjahr 2016 erwarten wir zusätzlich 5000 Arbeitsplätze.“ bayme vbm rechnen aber damit, dass sich der Beschäftigungsanstieg verlangsamen wird. Ein Drittel der Firmen will im ersten Halbjahr im Inland Beschäftigung aufbauen, 17 % befürchten, Stellen abbauen zu müssen.

Brossardt zufolge zeigt sich alles in allem ein wenig dynamisches Bild: „Der bayerischen M+E-Industrie geht es nicht richtig schlecht, aber auch nicht richtig gut. Die Konjunktur dümpelt vor sich hin.“ Als Gründe nennt er die schwache Entwicklung der globalen Wirtschaft und die anhaltende Unsicherheit infolge der geopolitischen Krisen. „Auch die Dynamik in China wird weiter nachlassen, Russland und Brasilien bleiben in der Rezession“, so Brossardt.

Brossardt fordert Flexibilität an allen Fronten

„Je nachdem, mit welchen Produkten und auf welchen Märkten ein Unternehmen tätig ist, ist die wirtschaftliche Lage völlig verschieden. Daher benötigen die Unternehmen Flexibilität durch Differenzierungsmöglichkeiten und flexible Tarifelemente“, so Brossardts Appell.

Konkret fordert er Entgeltflexibilität mit Differenzierungsmöglichkeiten für einzelne Unternehmen und erfolgsabhängige Entgeltbestandteile. Arbeitszeitflexibilität muss durch flexible Arbeitszeitmodelle, Zeitkonten oder Arbeitszeitkorridore gewährleistet werden. „Zur Sicherung der Personalflexibilität ist es unabdingbar, dass es zu keinerlei Einschränkung bei Zeitarbeit oder Befristung kommt. Und schließlich brauchen wir Wertschöpfungsflexibilität: Die Frage, welche Tätigkeiten ein Unternehmen selbst ausführt und welche fremdvergeben werden, muss eine unternehmerische Entscheidung bleiben. Deshalb lehnen wir jegliche Einschränkung von Werk- und Dienstverträgen entschieden ab“, so Brossardt.

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