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Exportmärkte

Langer Aufschwung in den USA hält an

| Autor: Stéphane Itasse

In den USA läuft die Konjunktur derzeit gut, auch wenn die Wirtschaft noch auf die Umsetzung einiger politischer Vorhaben wartet.
In den USA läuft die Konjunktur derzeit gut, auch wenn die Wirtschaft noch auf die Umsetzung einiger politischer Vorhaben wartet. (Bild: Siemens)

Seit 2010 wächst die Wirtschaft der USA ohne Unterlass. Zwar hat der Internationale Währungsfonds IWF seine Prognosen für 2017 und 2018 gesenkt, doch soll das BIP immer noch stärker zulegen als im vergangenen Jahr. Noch nicht ganz klar ist, ob ausländische Investoren weiter ins Land strömen.

Ein Wirtschaftswachstum von 2,1 % für das laufende und das kommende Jahr erwartet mittlerweile der IWF für die USA in seinem revidierten Weltwirtschaftsausblick, zuvor ging der Währungsfonds noch von 2,3 beziehungsweise 2,5 % aus. Diese Werte liegen jedoch immer noch über dem BIP-Plus von 1,6 %, das die USA im Jahr 2016 erreicht haben. Als Grund für die niedrigere Einschätzung nannte Maurice Obstfeld, Leiter der Research-Abteilung des IWF, „dass die Fiskalpolitik weniger expansiv aussieht, als wir noch im Frühjahr erwartet haben“. Denn sowohl die Steuerreform als auch das große Investitionsprogramm in die Infrastruktur, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, sind noch nicht beschlossen.

Auch deutsche Auslandshandelskammern optimistisch für die USA

Auch die deutschen Auslandshandelskammern sind für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten optimistisch. In ihrem jüngsten Business Outlook schreiben sie: „Die Konjunktur in den USA entwickelt sich momentan solide. Die Investitionen ziehen an, die Arbeitsmarktdynamik bleibt hoch und die steigenden Einkommen lassen auf Konsumschwung hoffen.“

Die deutschen Unternehmen in den USA erwarten vorerst bessere Geschäfte für die kommenden Monate als zuletzt, wie die Auslandshandelskammern weiter berichten. Der Saldo liege bei 65 Punkten. Zudem blickten sie optimistischer auf die amerikanische Konjunktur. 56 % erwarteten eine positive Entwicklung.

Allerdings führen die protektionistischen Äußerungen der US-Regierung zur Handelspolitik zu Unsicherheiten über die langfristige Entwicklung in den USA, wie es im Bericht weiter heißt. Die neue US-Außenhandelspolitik soll das Handelsdefizit der USA mit Deutschland, aber auch mit China und Japan verringern. Zudem soll das Freihandelsabkommen Nafta mit Kanada und Mexiko neu verhandelt werden. Die Auslandshandelskammern befürchten, dass dies negative Auswirkungen für Unternehmen haben könnte, die auf freien Warenverkehr zwischen den Ländern setzen.

USA genießen weiter das Vertrauen ausländischer Investoren

Wie sich ausländische Unternehmen bei ihren Investitionen in den USA in dieser Situation tatsächlich verhalten, ist noch nicht ganz klar. Zwar berichtete die Wirtschaftswoche von einem starken Rückgang im ersten Quartal 2017, die Zahlen der ausländischen Direktinvestitionen schwanken jedoch immer sehr stark – und neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Doch der Foreign Direct Investment Confidence Index, eine regelmäßige Untersuchung der Unternehmensberatung A. T. Kearney, sieht die Vereinigten Staaten weiterhin auf dem ersten Platz weltweit, und das schon das fünfte Jahr in Folge.

Für das große Interesse der Unternehmen an einem Engagement in den USA haben die Berater drei Gründe ausgemacht. Der erste ist die immer noch positive Konjunktur; 45 % der befragten Unternehmenslenker waren in der Umfrage für die Untersuchung optimistischer als im Vorjahr, auch für das Nachbarland Kanada. Zudem erhofften sie sich immer noch einen weiteren Konjunkturschub durch die geringeren Unternehmenssteuern und das große Infrastrukturprogramm, die US-Präsident Trump angekündigt hat. Der zweite Grund ist die schiere Größe des US-Marktes: Mit einem BIP, das laut Schätzungen des IWF im laufenden Jahr fast 19,5 Billionen Dollar erreichen dürfte, und mehr als 325 Mio. Einwohnern bietet das Land den größten Absatzmarkt der Welt. Die Attraktivität wird noch dadurch gesteigert, dass er transparente und effiziente gesetzliche Rahmenbedingungen hat.

Der dritte Grund, den die Unternehmensberater für die USA als attraktiven Standort für ausländische Direktinvestitionen ausgemacht haben, mag in sich widersprüchlich klingen: Zwar fürchten Wirtschaftsbeobachter tatsächlich, dass die Konjunktur leidet, wenn die USA sich vom internationalen Handel abschotten und Importe erschweren. Doch genau diese Handelsbarrieren könnten ein guter Grund dafür sein, in den USA zu investieren – wenn ein anderer Marktzugang erschwert oder sogar versperrt ist. Die Unternehmensberatung A. T. Kearney erwartet deshalb in ihrer Studie, dass die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen in die USA auch in den kommenden Jahren hoch bleiben.

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