Rofin Lasergeschweißte Handtuchheizkörper: ein Hauch von Wellness im Alltag

Autor / Redakteur: Sonja Oelmeyer / M.A. Frauke Finus

Wellnesstrend ist weltweit ungebrochen. So sind Handtuchheizkörper inzwischen Standard in vielen Badezimmern, sorgen für vorgewärmte, trockene Handtücher und ein wenig Luxus im Alltag. Ein russischer Heizkörperhersteller hat dafür jetzt eine automatisierte Schweißanlage beim Niederländischen Sondermaschinenbauer Rodomach entwickeln lassen und setzt dabei auf Faserlaser von Rofin.

Firmen zum Thema

Anlage zum Schweißen von unterschiedlichen Handtuchheizkörpern.
Anlage zum Schweißen von unterschiedlichen Handtuchheizkörpern.
(Bild: Rofin)

Der russische Kunde hatte klare Vorstellungen als er das Gespräch mit dem niederländischen Sondermaschinenbauer Rodomach suchte: die ganze Produktpallette an Handtuch-Heizkörpermodellen soll von dem bisherigen WIG-Schweißen per Hand auf das automatisierte Laserschweißen umgerüstet werden. Dabei soll die Anlage sowohl Modelle mit Rundrohren, als auch Modelle mit eckigen und Spezialrohren bearbeiten können, die Einschweißtiefe bei 100 % liegen und der Drucktest von 25 bar bestanden werden. Darüber hinaus liegt der Fokus auf einer gleichmäßigen, schönen und einwandfreie Naht, da keine abschließende Lackierung erfolgt sondern eine Elektropolierung die Edelstahlheizkörper dekorativ zum Glänzen bringt.

Komplexe Aufgabe – einfache Lösung

An erster Stelle stand die genaue Analyse der Produkte um eine automatisierte Schweißbarkeit zu erzielen. Eine wichtige Unterstützung in diesem Punkt fanden die Holländer in dem Laserspezialisten Rofin. Robin Le Roy von der niederländischen Rofin-Niederlassung in Alblasserdam war schon früh in das Projekt involviert. „Der Kunde wollte unbedingt Laserschweißen und hat schon mit seinen zwei PWS Rohrschweißanlagen von Rofin gute Erfahrungen gemacht“, sagt Le Roy. „Da war es für Ihn naheliegend auch bei der neuen Anlage Laser von Rofin einzusetzen.“

Bildergalerie

Weiterlesen auf der nächsten Seite

Erste Versuche im Hamburger Applikationslabor ergaben, dass der verwendete austenitische Cr-Ni-Stahl AlSI 304 gut zu bearbeiten ist, die Streubreite der Spaltgrößen jedoch zu groß war und damit eine konstante hochwertige Schweißnaht nicht gewährleistet werden konnte. Gemeinsam mit Rodomach wurden die Produktanforderungen ermittelt und dem Kunden Vorschläge zur Verbesserung empfohlen, um die Automatisierung und Schweißbarkeit bei konstant hoher Qualität zu ermöglichen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

„Die Zusammenarbeit mit den Applikateuren aus Hamburg war wirklich unkompliziert und sehr hilfreich“, berichtet Roel Doornebosch, Geschäftsführer von Rodomach. Mit Peter Kallage, Leiter des Applikationslabors in Hamburg, stand man bei den Versuchen in sehr gutem Kontakt und regem Austausch. Die Spanntechnik stand bei vielen Gesprächen im Fokus, ist sie doch beim Schweißen häufig das A und O. Mit einer cleveren Lösung, die auf klassische Schweißlehren verzichtet und deren Spannblöcke gekühlt sind, schlug man schließlich zwei Fliegen mit einer Klappe: neben dem sicheren servo-gesteuerten Verspannen ermöglicht die gekühlte Vorrichtung, dass alle Schweißpunkte mit den gleichen Parametern geschweißt werden können, da das Bauteil sich nicht erhitzt und damit nicht verzieht.

Hamburger Applikateure empfahlen nach Abschluss der Versuche einen 2 kW Faserlaser Rofin FL 020 mit einer 300 μm Faser und eine Brennweite von 300 mm. „Mit der hohen Tiefenschärfe hat der Kunde eine größere Prozesstoleranz und kann damit seinen Ausschuss reduzieren und somit die Produktivität verbessern“, so Peter Kallage. Durch den Einsatz eines Strahlschalters kann ein Laser zwei Roboterschweißstationen bedienen, die jeweils im Wechsel die beiden Seiten des Heizkörpers verschweißen. „Wir haben die Steuerung der Anlage, der beiden Roboter und des Lasers an einem Terminal zusammengefasst, um dem Kunden eine einfache Bedienung der Anlage zu ermöglichen“, berichtet Doornebosch. „Der Kunde war sich zu Beginn unserer Zusammenarbeit über die Komplexität der Anforderungen bewusst und war gespannt was wir ihm anbieten können. Anscheinend haben wir ihn überrascht, denn eine am Ende so einfache Lösung hatte er nicht erwartet.“ Mit einer Schweißgeschwindigkeit von 2 m/min, einem Drucktestergebnis, das statt der geforderten 25 bar sogar 250 bar hielt und der konstant hohen Qualität der Schweißnaht erfüllt nicht nur die Bedienung der Anlage alle Anforderungen des Kunden. Und so hat man in Russland schon jetzt zwei weitere Anlagen in Deventer geordert und kann sagen: alles in trockenen Tüchern!

Rofin auf der Euroblech 2016: Halle 11, Stand G154

Weitere Meldungen zur Euroblech finden Sie in unserem Special.

(ID:44246970)