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Laserlohnfertigung auf Italienisch

23.05.2007 | Autor / Redakteur: Corinna Brettschneider / Annedore Munde

Alessandro Falconeri, Inhaber der Dimensione Laser Srl. im italienischen Agrate Brianza, ist sich sicher, dass der Slab-Laser die effizienteste am Markt verfügbare Strahlquelle ist.
Alessandro Falconeri, Inhaber der Dimensione Laser Srl. im italienischen Agrate Brianza, ist sich sicher, dass der Slab-Laser die effizienteste am Markt verfügbare Strahlquelle ist.

Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einem Laserspezialisten, einem Systemhersteller und einem Lohnfertiger aussehen kann, zeigt die Rofin-Baasel Italiana Srl. gemeinsam mit der BLM Group und der italienischen Dimensione Laser Srl. aus Agrate Brianza (unweit von Mailand), welche sich, nicht zuletzt gestützt auf diese Symbiose, innerhalb von gut zehn Jahren zu einem der größten Laserdienstleister des Landes entwickelt hat.

Als am 17. Mai 1996 die erste Laserschneidanlage bei der frisch gegründeten Dimensione Laser Srl. ihre Produktion aufnahm, konnte noch niemand ahnen, dass genau dieses Unternehmen gut zehn Jahre später zu den größten Laserlohnfertigern Italiens gehören würde. Mit dem festen Glauben an die Lasertechnik und einer großen Portion unternehmerischem Geist übernahm Alessandro Falconeri eine kleine Maschinenbau-Werkstatt, um damit am 21. März 1996 unter dem Namen „Dimensione Laser“ einen Neuanfang als Lohnfertiger zu wagen.

Die Zielgruppe waren in erster Linie kleinere Unternehmen mit hoher Teilevielfalt und eher kleinen Losgrößen – also einem Spektrum, wo die Vorteile des Lasers im Hinblick auf die einfache Programmierbarkeit, die Flexibilität und die hohe Verfügbarkeit optimal genutzt werden konnten. Darüber hinaus sollte den Kunden mit einem breiten Angebot an Zusatzleistungen, wie zum Beispiel Lackierungsarbeiten, Galvanisierung bis hin zur Endmontage, ein umfangreicher Service geboten werden.

Ein geeigneter Laserhersteller war seinerzeit schnell gefunden. So stand mit der Rofin-Sinar Italiana Srl. (heute Rofin-Baasel Italiana Srl.) ein kompetenter Partner zur Verfügung, der zudem durch seine regionale Nähe einen zusätzlichen Vorteil bot. „Die kurzen Wege zu Rofin sind uns sehr wichtig. Im Bedarfsfall erhalten wir in kürzester Zeit kompetente Hilfe, um höchste Verfügbarkeit der Anlagen gewährleisten zu können“, kommentiert Alessandro Falconeri. Mit der Firma Adige (Tochter der BLM Group) kam schließlich der geeignete Laser-Schneidanlagenbauer mit ins Boot – und schon war das Erfolgs-Trio komplett.

Als erstes Schneidsystem wurde eine Flachbettanlage mit einem Arbeitsbereich von 2000 mm x 1000 mm (Adige Sala SL320) und einem schnell-längsgeströmten CO2-Laser von 1,7 kW (Rofin 1700 SM) zum Schneiden ebener Bleche invstalliert. Jahr für Jahr kamen weitere Anlagen hinzu – auch für neue Applikationen. So erkannte Falconeri frühzeitig das große Potenzial des Laserschneidens von Rohren und investierte kurzerhand in diesen Anwendungsbereich.

Damit hatte Dimensione Laser in Italien sehr schnell eine Ausnahmestellung erreicht. So gab es zwar im Bereich des Laserschneidens durchaus bereits einige Lohnfertiger, jedoch keinen, der auch Rohre mit dem fokussierten Lichtstrahl schneiden konnte. Das Unternehmen hatte somit sehr früh das mögliche Potenzial der Lasertechnologie erkannt und mit der Einbindung der Rohrbearbeitung vorausschauend gehandelt – nicht zuletzt aufgrund der Synergieeffekte, die sich aus der Kombination von Blechen und Rohren ergeben.

Basierend auf dem Interesse, die Laserbearbeitung so effizient wie möglich zu machen und die Leistungsfähigkeit der Anlagen sowohl system- als auch laserseitig weiter voranzutreiben, ist die Zusammenarbeit mit den Partnern Rofin und Adige zunehmend intensiviert worden. So wird Dimensione Laser häufig in Pilotprojekte eingebunden, um neue Anlagen zu testen respektive zu qualifizieren, wie zuletzt im September 2006, als Adige das jüngste Modell seiner 3D-Schneidanlage für bereits vorgeformte Rohre in Kombination mit einem 2,5-kW-Slab-Laser von Rofin installierte.

Heute verfügt das Unternehmen über zehn verschiedene Laseranlagen, die in einer 1500 m² großen Halle das Zentrum des insgesamt 3000 m² großen Maschinenparks bilden. Vier Anlagen für das Laserschneiden von ebenen Blechen, vier für die Bearbeitung von Rohren, ein 3D-System für Schneid- und Schweißanwendungen sowie ein Hochleistungs-Diodenlaser in Kombination mit einem Roboter für spezielle Schweißaufgaben kommen hinzu.

Schneller schneiden mit der Slab-Technik

Auch bei der Wahl der Laserstrahlquellen hat Alessandro Falconeri eine Vorreiterrolle eingenommen. So gehörte er zu den ersten Kunden, die sich sehr früh für den Einsatz von diffusionsgekühlten CO2-Slab-Lasern entschieden haben. Diese Laser arbeiten ohne Gasumwälzung, sind daher sehr kompakt aufgebaut, wartungsarm und zeichnen sich zudem durch höchste Verfügbarkeit und minimalen Gasverbrauch aus. Darüber hinaus verfügen sie über eine exzellente Strahlqualität, die es ermöglicht, bei gleicher Leistung schneller zu schneiden als mit herkömmlichen schnell-längsgeströmten CO2-Lasern.

Die hohe Strahlqualität hat geringere Schnittspalte zur Folge. Will meinen: Die Laserleistung kann mit hoher Effizienz in Vorschub umgesetzt werden. In vielen Materialstärken entspricht beispielsweise die Schneidgeschwindigkeit eines 2,5-kW-CO2-Slab-Lasers der eines 3,5-kW-CO2-Lasers konventioneller Bauart. Diese Vorteile nutzt auch die Dimensione Laser Srl., um mit insgesamt acht Slab-Lasern im Leistungsbereich von 2 bis 3,5 kW alle Schneidaufgaben wirtschaftlich umzusetzen. „Wie beim PKW müssen auch bei der Auswahl des Lasers Leistung und Verbrauch in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Slab-Laser die effizienteste am Markt verfügbare Strahlquelle ist“, bestätigt Alessandro Falconeri.

Von Karosserieteilen bis zum Design-Objekt

Das Produktprogramm von Dimensione Laser umfasst das Schneiden von Blechen im Dickenspektrum von 1 bis 20 mm und die Bearbeitung von Rohren mit Blechstärken von 1 bis 10 mm sowie Durchmessern bis maximal 140 mm. „Etwa 17000 Bauteile aus dem Bereich der Rohrbearbeitung sowie 31000 Bauteile aus ebenen Blechen gehören zu unserem Produktportfolio“, erläutert Massimo Verità, Verantwortlicher für die Lasertechnik bei Dimensione Laser.

Dabei werden hauptsächlich Baustahl und Edelstahl verarbeitet, seltener auch Aluminium. Ebenso umfangreich wie das Produktprogramm ist die Vielfalt der Kunden. So werden heute etwa 600 Kunden aus den verschiedensten Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, dem Bauwesen und der Pharmaindustrie bedient. In all diesen Segmenten werden kleine oder größere Mengen an Rohren oder geschnittenen Blechen benötigt, die unterschiedlichste Verwendung finden – sei es in Fahrzeugen, industriellen Waschmaschinen, Elektrogeräten oder in Design-Objekten der Möbelindustrie.

Die Rechnung ist demnach aufgegangen. Und die Grundidee, eine hohe Teilevielfalt für die unterschiedlichsten Märkte anbieten zu können, hat sich dank der Lasertechnologie erfolgreich umsetzen lassen. Alessandro Falconeri hat also zur rechten Zeit auf das richtige Pferd gesetzt und ist heute mit seinem 35 Mann starken Unternehmen einer der größten Laser-Lohnfertiger Italiens. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in seinen Augen in der Flexibilität des Lasers, die es seinem Unternehmen ermöglicht, eine große Bandbreite unterschiedlicher Bauteile beziehungsweise Bauteilgeometrien bei gleichzeitig kleinen Losgrößen wirtschaftlich zu fertigen. Nicht zuletzt trägt auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Dimensione Laser, Rofin und BLM dazu bei, dass Alessandro Falconeri positiv in die Zukunft blickt und weiteres Wachstum für sein Unternehmen prognostiziert.

Dipl.-Ing. Corinna Brettschneider ist Mitarbeiterin der Rofin-Sinar Laser GmbH.

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