Suchen

Laser in der Medizintechnik Laserrohrschneiden sorgt für klinisch reine Betten

| Autor / Redakteur: Benjamin Bauer / Peter Königsreuther

Um Krankenhausmöbel so zu fertigen, dass sie die Anforderungen von Pflegekräften und Patienten erfüllen, robust sind und Keimen in Schach halten, braucht es Know-how und das richtige Equipment. Beides hat Stiegelmeyer.

Firmen zum Thema

Stiegelmeyer fertigt Klinikbetten und Betten für die häusliche Pflege an zwei Standorten in Polen. Warum man vor zwei Jahren von der konventionellen Rohrbearbeitung auf Trumpf-Laser zum Rohrschneiden umgeschwenkt ist, verrät uns das Unternehmen in diesem Beitrag...
Stiegelmeyer fertigt Klinikbetten und Betten für die häusliche Pflege an zwei Standorten in Polen. Warum man vor zwei Jahren von der konventionellen Rohrbearbeitung auf Trumpf-Laser zum Rohrschneiden umgeschwenkt ist, verrät uns das Unternehmen in diesem Beitrag...
(Bild: P. Malecki / Fotogloria)

Möbel sind nicht gleich Möbel – in den heimischen vier Wänden sollen sie gemütlich sein und die Persönlichkeit des Bewohners widerspiegeln. Im Krankenhaus dagegen stellen sie medizinisches Equipment dar, sodass andere Maßstäbe angesetzt werden. Hier müssen Betten und Möbel den hohen Anforderungen des Pflegealltags gewachsen sein, sich schnell und gründlich reinigen lassen und medizinische Normen erfüllen. Damit sich keine Keime am Bett ansiedeln können, müssen Konstrukteure beispielsweise auf ein flächiges Design ohne Nischen achten. In seiner Fertigung von Betten für Kliniken, die stationäre Altenpflege und die häusliche Pflege sattelte das deutsche Unternehmen Stiegelmeyer dafür von konventionellen Methoden der Rohbearbeitung auf das Laser-Rohrschneiden um.

Mit diesen Bett-Bestsellern liegt man stets richtig

Die 1900 gegründete Firma produziert an ihrem Hauptsitz im ostwestfälischen Herford, in Nordhausen in Thüringen sowie an den polnischen Standorten Stolno und Kepno. In Herford und Stolno liegt der Schwerpunkt auf Krankenhausbetten, in Nordhausen auf Pflegeheimbetten, Nachttischen und Möbeln. Aus Kepno kommen Betten und Baugruppen für die Pflege zuhause. Die Produkte genießen in Deutschland und auf dem internationalen Markt ein hohes Ansehen. „Wir haben keine klassische Serienfertigung“, erklärt Marek Nowak, Technischer Geschäftsführer in Stolno, „Stattdessen fertigen wir immer individuelle Kundenaufträge in unterschiedlichen Größen.“ Bestseller sind das Klinikbett „Evario“ mit der geteilten Seitensicherung Protega und integrierten Bedienpanels, das besonders hygienische Krankenhausbett Puro und das wohnliche Pflegebett Elvido. „Evario und Puro sind technisch anspruchsvoll, extrem widerstandsfähig und lassen sich maschinell optimal reinigen“, sagt Nowak.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Licht - das vielseitige Werkzeug!

Für die Herstellung der Betten verarbeitete Stiegelmeyer vorher Stahl mit herkömmlichen Produktionsmethoden. Im Oktober 2016 kamen in Kepno die ersten 2-D-Lasermaschinen zum Einsatz. Im April 2018 lieferte Trumpf dann die erste Laser-Rohrschneidemaschine nach Stolno. In der Fertigung in Herford hatte man damit schon gute Erfahrungen gemacht. Nach einer gründlichen Schulung der Mitarbeiter versehen mittlerweile insgesamt vier Laser-Rohrschneidemaschinen in Polen ihren Dienst – zwei in Stolno und zwei in Kepno. Die Stiegelmeyer-Gruppe betreibt noch drei weitere 2-D-Lasermaschinen an ihren anderen Standorten.

Automatisierungsgrad hoch, Kosten runter

„Wir wollten unsere Produktionskapazität ausbauen, unsere Prozesse optimieren und die Herstellkosten senken“, erklärt Nowak. Hat man die bearbeiteten Rohre früher noch zugekauft, können die Stiegelmeyer-Standorte jetzt alles selbst machen: „Jetzt vereinen wir mehrere Arbeitsschritte auf einer Maschine und sparen so nicht nur Kosten, sondern auch Platz. Außerdem werden Personalkapazitäten frei, weil die Maschine automatisiert arbeitet. Und das ist auf dem polnischen Markt wichtig, weil wir auch hier Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal zu finden.“

Neue Möglichkeiten fürs Design

Der Fertigungsprozess in Stolno beginnt mit dem Beladen der Maschine durch einen Kran. Die Trulaser Tube 5000 fiber holt sich die Rohre und Profile anschließend automatisch aus ihrem integrierten Materialspeicher, der sogenannten Bündelmulde. Die Spanntechnik der Maschine ermöglicht es Stiegelmeyer, die Rohre im gesamten Spannbereich zu fertigen, ohne umzurüsten. Die zu verarbeitenden Profile aus Stahl und Edelstahl sind bis zu 6300 mm lang. Die zugeschnittenen Elemente haben eine Länge zwischen 2300 und 10 mm sowie eine Wandstärke von bis zu fünf Millimetern. Die Trulaser Tube 5000 fiber ist so konstruiert, dass der Bediener die Be- und Entladeseite jederzeit gut erreichen kann. Bei der Bearbeitung der Rohre und Profile kommt es auf allerhöchste Genauigkeit an. Der 3 kW starke Laser liefert dabei prozessstabile Ergebnisse. Das Werkzeug Laser ermöglichte eine völlig neue Konturfreiheit und half Stiegelmeyer dabei, das Design der Rohre zu optimieren. „Wir nutzen sämtliche Möglichkeiten des Laser-Rohrschneidens und haben etwa komplexe Öffnungen eingebracht, die bei der Montage der Teile helfen“, sagt Nowak. Nach der Bearbeitung schleust die Maschine Kleinteile automatisch aus. Anschließend schweißen Roboter die Rohre und Profile, bevor sie sandgestrahlt und lackiert werden. Danach wird das komplette Bett montiert.

Null Toleranz für Toleranzen

Das größte Plus der Trulaser Tube 5000 fiber ist laut Nowak die hohe Qualität, die sie liefert: „Wir können uns in dieser Branche keine Ungenauigkeit erlauben“, sagt Nowak. Die Maschine erfülle diese Anforderungen und liefere stets reproduzierbare Qualität. Zudem arbeitet die Maschine so schnell, dass Stiegelmeyer seine Produktivität insgesamt erhöhen konnte. Auch am zweiten Standort, in Kepno, ist man zufrieden – nicht nur mit den Rohr-Schneidemaschinen, sondern auch mit dem Service, den Trumpf bietet.

(ID:46457705)