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Produktpiraterie

Lassen Sie Ihre Produkte nicht unbeaufsichtigt

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Produktschutz erfolgt auf mehreren Ebenen. Patentrezepte gibt es nicht, nur individuelle Lösungen.
Produktschutz erfolgt auf mehreren Ebenen. Patentrezepte gibt es nicht, nur individuelle Lösungen.
(Bild: it´s OWL Clustermanagement GmbH)

Individuelle Strategien für den Produktschutz

Um erfolgreich gegen die Produktpiraten zu kämpfen und für den Fall der Fälle gewappnet zu sein oder diesen gar nicht erst zuzulassen, sollten sich Unternehmen frühzeitig Gedanken über den Schutz ihrer Produkte machen. „Die Unternehmen müssen sich zunächst bewusst werden, dass diese Bedrohung besteht und dass es für sie mehrere Handlungsfelder gibt“, sagt Katharina Altemeier, Senior Expertin am Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM). Altemeier ist Mitglied der Projektgruppe it’s OWL-3P. Diese ist Teil des Spitzenclusters it’s OWL und hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen bei der Prävention von Produktpiraterie zu unterstützen.

Um mögliche Bedrohungsfelder zu identifizieren, wird das Unternehmen mithilfe eines Fragebogens zunächst in seiner Gesamtstruktur durchleuchtet. Dann rückt das Produkt selbst in den Fokus. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird schließlich ein Schutzkonzept erarbeitet. Insgesamt sollte der Produktschutz auf mehreren Ebenen stattfinden, wie Altemeier erklärt. „Man muss den ganzen Prozess durchdenken.“ Ein Patentrezept gibt es nicht. Individuell passende Strategien sind gefragt.

Patente, Gebrauchsmuster und Designschutz

Blickt man auf konkrete Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, bietet sich zunächst der rechtliche Schutz der Produkte an. „Ein effektiver Produktschutz lässt sich vor allem durch eingetragene Schutzrechte erreichen“, erklärt Alexander González, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz. „Technische Erfindungen können in Deutschland wie auch im Ausland über Patente oder Gebrauchsmuster geschützt werden. Die äußere Gestaltung von Produkten lässt sich über Designeintragungen schützen. In vielen Fällen ist es auch interessant, den Produktnamen über Markeneintragungen zu sichern.“

Entdeckt ein Unternehmen, das keine Schutzrechte angemeldet hat, Fälschungen seiner Produkte im In- oder Ausland, hat es keine Handhabe, um gegen die Plagiatoren vorzugehen. „Ohne Schutzrechte kein Schutz“, betont auch Steffen Zimmermann, Geschäftsführer VDMA-Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz. Dabei müsse man jedoch „nicht mit der Gießkanne arbeiten“, sondern sich zunächst überlegen, was im Unternehmen wirklich schützenswert sei.

Frühzeitiges und konsequentes Vorgehen hilft

Ein Unternehmen, das eine konsequente Patentstrategie verfolgt, ist Messgerätehersteller Wika. „Wir haben unsere Marke in allen Ländern angemeldet, die für uns wirtschaftlich bedeutsam sind – und zwar als Logomarke, als Wortmarke sowie auch in chinesischen Schriftzeichen“, berichtet Ulrich Demuth, Head of Intellectual Property bei Wika. Insgesamt sei die Anmeldung der Marke in mehr als 100 Ländern erfolgt. „Das ist ein hoher Einmalaufwand. Aber auch eine ganz wichtige Voraussetzung, um gegen Plagiate vorgehen zu können“, resümiert Demuth.

Gefälschte Wika-Produkte würden etwa zwei- bis dreimal pro Jahr auftauchen. „Wir haben ein gut organisiertes Händlernetz und kriegen daher sehr früh mit, wenn jemand anfängt, Plagiate auf den Markt zu bringen. Erfahren wir von einem solchen Fall, gehen wir sofort und mit großer Vehemenz dagegen vor.“ Das jährlich bei Wika zur Verfügung stehende Budget, um Plagiate weltweit zu verfolgen, liege bei rund 50.000 €.

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