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Produktpiraterie

Lassen Sie Ihre Produkte nicht unbeaufsichtigt

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Produkte, die mit einer einzigartigen Sicherheitsmarkierung versehen sind, lassen sich zweifelsfrei auf Echtheit prüfen.
Produkte, die mit einer einzigartigen Sicherheitsmarkierung versehen sind, lassen sich zweifelsfrei auf Echtheit prüfen.
(Bild: Tesa Scribos)

Verfolgung der gesamten Logistikkette via Track und Trace

Neben dem rechtlichen Schutz der Produkte bieten sich Unternehmen auch verschiedene technische Möglichkeiten. Die Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz des VDMA hat hierzu mehrere Ansätze in den Fokus gerückt.

  • Um die Echtheit und Identität der Produkte nachzuweisen, können diese mit Kennzeichnungstechniken versehen werden. Das sind sichtbare oder unsichtbare Sicherheitsmerkmale, in Form von Hologrammen, Data-Matrix- oder RFID-Codes, speziellen Druckverfahren oder Materialbeimischungen.
  • Um die gekennzeichneten Produkte zweifelsfrei zu authentifizieren, benötigt man in einem zweiten Schritt Geräte und IT-Systeme, die in der Lage sind, die Sicherheitsmerkmale entsprechend auszuwerten.
  • Mit Tracking- und Tracingsystemen lässt sich schließlich der gesamte Lebenszyklus eines Produkts überwachen. In der Logistikkette soll so beispielsweise das Einschleusen von Plagiaten verhindert werden.

Auch bei den technischen Lösungen muss zunächst überlegt werden, welche Maßnahmen zum Unternehmen und den Produkten passen. „Bei großen Unternehmen haben wir erlebt, dass die Auswahl und Umsetzung der technischen Maßnahmen fünf Jahre dauern kann“, erzählt Steffen Zimmermann.

Prüfung auf Echtheit über App und E-Mail

Technische Maßnahmen nutzt man auch bei SKF. „Wir bieten einen schnellen und kostenlosen Prüfservice über die SKF Authenticate App an“, berichtet Nadine Korell, Manager Distribution Development bei SKF. Kunden könnten, um die Echtheit der Produkte zu überprüfen, außerdem Fotos von Produkt und Verpackung an eine speziell für diesen Zweck eingerichtete E-Mail-Adresse schicken.

Erst zu Beginn dieses Jahres konnte das Unternehmen einen Erfolg im Kampf gegen Fälscher vermelden. Die Reklamation eines Kunden führte zu weiteren Recherchen und schließlich zu einer Hausdurchsuchung bei einem nicht autorisierten Händler. Bei der Razzia wurden rund drei Tonnen gefälschter Lager sichergestellt – der größte Fahndungserfolg des Unternehmens in Deutschland.

Kundenkommunikation als wichtige Komponente

Neben rechtlichen und technischen Maßnahmen kommt noch eine dritte Komponente des Produktschutzes hinzu: organisatorische Maßnahmen. Diese können beispielsweise kommunikative Aktivitäten beinhalten. Kunden weltweit zu erreichen und über die Problematik von Produktfälschungen aufzuklären, sieht auch Nadine Korell als wichtigen Punkt. Der Schutz der Kunden verbunden mit der Aufklärung des Marktes habe oberste Priorität.

Bei SKF arbeite man außerdem eng mit Behörden, wie etwa dem Zoll, zusammen und beschäftige darüber hinaus ein Team, das sich speziell um das Thema Fälschungen kümmert. „Unsere praktische Vorgehensweise ist eine nicht unerhebliche Investition in Ressourcen, die sich jedoch auszahlt“, lautet Korells Fazit.

CAD-Daten als zukünftige Angriffsziele

In Zukunft dürfte der Schutz von Produkten und Know-how eine noch größere Rolle spielen. Denn die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung im Zuge der Industrie 4.0 bietet nicht nur den Unternehmen neue Möglichkeiten, sondern auch den Produktpiraten. „Wenn wir in Richtung Innovationen gucken, wie zum Beispiel 3D-Druck, dann haben wir zwei Probleme: Erstens natürlich den 3D-Drucker selbst, der kopiert werden kann, und zweitens die Daten, die für den 3D-Druck gebraucht werden“, erklärt Steffen Zimmermann. Digitale Schutzmaßnahmen seien hier zukünftig dringend notwendig.

Volker Hahn, International Sales & Marketing Director bei Tesa Scribos, meint: „Die Zukunft der Sicherheitsbranche liegt in der Verbindung physischer und digitaler Lösungen. Digitale Vernetzung ist längst Teil unserer Gesellschaft. Das wird zusehends für den Fälschungsschutz – und damit für den Schutz von Konsumenten und Markeninhabern – genutzt.“ Auch Katharina Altemeier vom Fraunhofer IEM sieht hier Handlungsbedarf und betont: „Gerade im Zuge von Industrie 4.0 ist es zwingend notwendig, sich spätestens jetzt Gedanken zu machen.“

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