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Politik forciert Leichtbau

Leichtbau „Made in Germany“ genießt eine Spitzenposition

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Leichtbauideen werden finanziell und bildungsmäßig gefördert

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung beinhaltet die Förderung des Leichtbaus. Was heißt das genau für Unternehmen, die sich dabei engagieren ?

Das Technologietransfer-Programm Leichtbau (TTP LB) des Bundeswirtschaftsministeriums ist jetzt an den Start gegangen. Es werden dabei in den kommenden 10 Jahren rund 300 Mio. Euro für die Förderung von konkreten Leichtbauprojekten zur Verfügung gestellt. So soll der Leichtbau in die breite industrielle Anwendung getragen, dadurch Innovations- und Wertschöpfungspotenziale gehoben, und ein Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaziele geleistet werden.

Mit dem TTP LB gehen wir zum einen in die Förderung von Projekten der Technologieentwicklung mit drei Schwerpunkten: Digitalisierung und Automatisierung, Nachhaltigkeit und Recycling sowie innovative Konstruktionsprinzipien. Zum anderen fördern wir auch Leichtbauprojekte, die durch Ressourceneffizienz und –substitution und durch den Einsatz neuer Konstruktionstechniken und Materialien zur Einsparung von Treibhausgasemissionen beitragen.

Wichtig ist mir, dass wir mit dem TTP LB vor allem auf marktnahe Projekte und den stärkeren Austausch in der Leichtbauszene eingehen, denn hier sind die Bedarfe groß und zeitnahe Erfolge zu erwarten. Das heißt konkret, dass wir vor allem die Verbesserung noch nicht marktfähiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie Maßnahmen, die den interdisziplinären Wissens- und Technologietransfer fördern, unterstützen. Dabei richtet sich das Programm an KMU und OEMs und auch an die Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen. Die Höhe der Zuschüsse variiert je nach Projekt und Projektdurchführer zwischen 15 und 80 Prozent.

Das Programm versteht sich als passgenaue Ergänzung der Initiative Leichtbau sowie anderer Förderprogramme der Bundesregierung und soll die Rahmenbedingungen schaffen, um den Industriestandort Deutschland zum Leitmarkt für Leichtbau zu machen.

Ich möchte alle interessierten Unternehmen und Institutionen einladen, ihre Ideen und Innovationen für den Leichtbaustandort Deutschland einzubringen und sich mit ihren Skizzen und Anträgen im TTP LB zu beteiligen.

Im letzten Jahr wurden Probleme bezüglich des Standorts Deutschland und den eventuell zu hohen Energiekosten für Leichtbauaktivitäten von Unternehmen erwähnt, die die Entwicklung hemmen könnten. Kann man da nun Entspannung erwarten, und, wenn ja, wodurch im Einzelnen?

Ihre Frage bekräftigt mich in meinem Kernanliegen, denn die Strompreise müssen bezahlbar bleiben. Deshalb haben wir im letzten Jahr in den Beschlüssen zur Klimapolitik eine schrittweise Entlastung der EEG-Umlage ab 2021 beschlossen. Damit entspannen wir den Strompreisdruck sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die kleinen und mittleren Unternehmen. Davon dürften auch Unternehmen, die im Bereich Leichtbau aktiv sind, profitieren.

In 10 Jahren soll der Leichtbau für deutsche Unternehmen ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor sein und Arbeitsplätze sichern. Das bedeutet, die heute Heranwachsenden sollten sich jetzt schon für einen Beruf in dieser Richtung entscheiden, oder dafür überzeugt werden. Gibt es hinsichtlich dafür Unterstützung schon in den Schulen sowie geplante neue Lehr- oder Studiengänge? Wenn ja, welche? Was raten Sie den jungen Leuten?

Ich gebe Ihnen Recht, je früher wir auf dem Bildungsweg das Thema Leichtbau etablieren, umso breiter und nachhaltiger wird die Wissensbasis und Kernkompetenz für Leichtbauinnovationen aus Deutschland. Eine wichtige Rolle spielt sicherlich der Ausbau von Bildungs- und Weiterbildungsangeboten im universitären wie außeruniversitären und gewerblichen Bereich.

Aber auch unsere Schülerinnen und Schüler, und damit meine ich schon die Kleinsten, sind potenzielle engagierte Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler von morgen. Auch hier gilt es, frühzeitig für Hochtechnologien zu sensibilisieren und zu begeistern.

Mit der Umsetzung geeigneter Maßnahmen sind wir noch lange nicht am Ziel, aber die Bundeländer sind auf einem sehr guten Weg. Betrachten wir nur mal das Beispiel Baden-Württemberg. Leichtbau BW bietet zum Beispiel Leichtbau-Zertifikatskurse mit dem Graduate Campus Hochschule Aalen oder lässt Schülerinnen und Schüler im explorhino in Aalen Leichtbau-Luft schnuppern (siehe auch hier). Andere Bundesländer gehen bereits ähnliche Wege.

Lassen Sie mich auch zu diesem Punkt abschließend auf die Leichtbaustrategie des Bundeswirtschaftsministeriums verweisen, die aktuell erarbeitet wird. Sicherlich werden wir den Punkt Leichtbau im Bildungsweg auch hier adressieren.

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