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Antriebstechnik

Leistungselektronik macht drehzahlgeregelten Antrieben Beine

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Diese Technik entwickelte sich schnell zur bevorzugten Regelungsstrategie für Drehstromantriebe – besonders für anspruchsvolle Anwendungen, in denen es auf die Qualität des Regelungssystems ankommt. Deshalb stand bereits 1996 mit dem Industrial Drive ACS600 der erste Antrieb mit DTC zur Verfügung; 1997 kamen IGBT-basierte Mittelspannungsumrichter mit DTC auf den Markt, seit 1999 sind auch rückspeisefähige Antriebe damit ausgestattet. Inzwischen liefert ABB alle Hochleistungsantriebe mit DTC aus.

Ende der 1990er-Jahre stellte ABB unter Beweis, dass das Unternehmen nicht nur bei drehzahlgeregelten Asynchronmotoren führend ist. Auch bei Synchronantrieben zeigte es seine Innovationsfähigkeit. Nachdem 1998 mit dem Powerformer ein Synchrongenerator entwickelt worden war, der erstmals ohne Transformatoren Elektrizität direkt ins Hochspannungsnetz einspeisen konnte, folgte 2000 der entsprechende Motor. Das Besondere am sogenannten Motorformer ist seine Statorwicklung, die aus Hochspannungskabel (XLPE-isoliertem Kabel) besteht. Dieser Hochspannungsmotor lässt sich direkt an eine Hochspannungs-Übertragungsleitung anschließen und versorgt so Hochleistungsanwendungen, wie beispielsweise Gaskompressoren.

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Zahlen und Fakten
Wie ABB und ihre Vorgänger als Pioniere die Welt von heute mitgestaltet haben
  • 1893: ASEA baut das erste kommerzielle Dreiphasen-Wechselstromsystem in Schweden.
  • 1893: BBC liefert Generatoren an das erste für Wechselstrom konzipierte thermische Großkraftwerk Europas in Frankfurt/Main.
  • 1900: BBC wird zur Aktiengesellschaft und gründet sein erstes Tochterunternehmen in Deutschland.
  • 1923: BBC baut den ersten Abgasturbolader für Dieselmotoren in Schiffen und Lokomotiven.
  • 1939: BBC realisiert die erste Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ).
  • 1953: ASEA stellt mit einer Quintus-Presse erstmals Industriediamanten her.
  • 1968: ASEA baut Reaktoren für Kernkraftwerke.
  • 1969: BBC entwickelt den ersten getriebelosen Zementmühlenantrieb.
  • 1971: BBC baut den leistungsfähigsten Transformator der Welt mit 1300 MVA.
  • 1974: ASEA stellt seinen elektrisch angetriebenen Industrieroboter vor – den zweiten Industrieroboter überhaupt.
  • 1988: Fusion von ASEA und BBC zu ABB: Das neue Unternehmen hatte einen jährlichen Umsatz von 17 Mrd. US-Dollar und 160.000 Beschäftigte.
  • 1991: ABB entwickelt den weltweit ersten Thyristorschalter für die steuerbare Serienkompensation.
  • 2012: ABB stellt den ersten und bisher einzigen Leistungsschalter für HGÜ vor.
  • 2013: ABB kann seinen Umsatz um 6 % im Vergleich zum Vorjahr auf 41,8 Mrd. US-Dollar steigern und beschäftigt 147.700 Mitarbeiter. Den größten Anteil am Unsatz haben die Divisionen Industrieautomation und Antriebe sowie Energietechnikprodukte.

Entwicklungen bei Antrieben ermöglichen effizienten Pod-Antrieb

In einer Branche, die BBC bereits seit den 1920er-Jahren mit Turboladern zur Aufladung großer Dieselmotoren belieferte, leitete ABB 1990 eine neue Ära ein: in der Schiffstechnik. In Kooperation mit dem Werftunternehmen Kvaerner Masa-Yards wurde das im Liniendienst fahrende Schiff „Seili“ mit dem ersten Azipod-Prototypen mit einer Leistung von 1,5 MW ausgerüstet. Mit diesem Antriebssystem lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasen und der Energieverbrauch von Schiffen bis zu 25 % senken. Dieser große Schritt hin zu höherer Energieeffizienz beruht auf mehreren richtungsweisenden Innovationen von ABB bei Wechselstrommotoren, drehzahlgeregelten Antrieben, Leistungshalbleitern und Propelleranlagen, die erst durch die stetigen Entwicklungen in der Halbleiter-, Steuerungs- und Motorentechnik im Unternehmen möglich waren. Heute ist der Azipod das führende Produkt auf dem Markt für Pod-Antriebe.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt