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C. & E. Fein

Leitfaden zum manuellen Trennen von Blechen

| Autor/ Redakteur: Thomas Blank / Stefanie Michel

Für das manuelle Trennen von Blechen und Rohren ist ein universeller Winkelschleifer nicht mehr das erste Mittel der Wahl. Für die Trennarbeiten haben sich drei Verfahren durchgesetzt: das Schneiden mit Schlitz- oder Blechschere und das Knabbern. Ein Überblick zeigt, wann welches Trennverfahren am besten geeignet ist.

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Im ersten Schritt wird die Kontur auf dem Blech angezeichnet. Jetzt die Ecken ankörnen und mit einer Bohrmaschine die Bohrlöcher bohren. Die Lochgröße wird vom Eintauchmesser der Schlitzschere vorgegeben.
Im ersten Schritt wird die Kontur auf dem Blech angezeichnet. Jetzt die Ecken ankörnen und mit einer Bohrmaschine die Bohrlöcher bohren. Die Lochgröße wird vom Eintauchmesser der Schlitzschere vorgegeben.
(Bild: C. & E. Fein)

Um Bleche und Rohre manuell zu trennen, kommt heute kaum noch ein universeller Winkelschleifer zum Einsatz, denn Winkelschleifer werden frei geführt und trennen manchmal zu tief. Dabei kann darunter liegendes Holz oder Bitumen beschädigt beziehungsweise brennbares Isolationsmaterial durch Funken entzündet werden. Außerdem oxidieren die Trennkanten, was später zu Korrosion führt.

Das Schneiden mit Schlitzschere, Blechschere und das Nibbeln haben sich etabliert

Für präzise Trennarbeiten haben sich in Industrie und Handwerk drei unterschiedliche Verfahren durchgesetzt: das Schneiden mit Schlitz- oder Blechschere und das Knabbern beziehungsweise Nibbeln. Je nach Material und Anwendung werden unterschiedliche Elektrowerkzeuge eingesetzt. Der Überblickt soll zeigen, für welche Einsatzbereiche welches Trennverfahren jeweils am besten geeignet ist.

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Die Einsatzgebiete und Funktionsweisen der Verfahren zum manuellen Trennen von Blechen und Rohren sind vielfältig. Im Vergleich zu Winkelschleifern haben Knabber, Schlitzscheren und Blechscheren drei entscheidende Vorteile: Sie sind schneller, präziser und wirtschaftlicher, da keine Trennscheiben verschleißen. Darüber hinaus sind Kurvenschnitte und Innenausschnitte möglich. Die drei im Folgenden vorgestellten Verfahren zum Trennen von Blechen zeigen die Vorteile der unterschiedlichen Elektrowerkzeuge auf.

Schlitzscheren trennen verzugsfrei und ohne Spänebildung

Blechschlitzscheren arbeiten mit hoher Schneidgeschwindigkeit und trennen dabei über Schneidbacken und -messer einen einzelnen Spiralspan aus dem Werkstoff – ganz ohne Materialverformung (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Aufgrund dieser Technik muss relativ wenig Vorschubkraft eingesetzt werden. Diese Funktionsweise mit Spiralspan bietet sich bei Arbeiten an Rohren an, denn so besteht keine Gefahr, dass kleine Blechstücke im Werkstück zurückbleiben. Das verringert die Rostgefahr deutlich und schließt ungewollte Betriebsgeräusche, beispielsweise bei Belüftungsanlagen, aus.

Blechscheren lassen sich beim Trennen vielseitig einsetzen

Die Einsatzbereiche von Blechschlitzscheren sind vielseitig: Sie trennen Profile, Rohre, Wickelfalzrohre und auch leicht gewölbte Tafelbleche verzugsfrei. Dabei eignen sie sich gleichermaßen für Ab- und Ausschnitte sowie Kurvenschnitte. Die Vorteile der Schlitzschere liegen in der Schnelligkeit und der Genauigkeit des Schnitts. Hochwertige Fabrikate wie die Fein-Blechschlitzscheren erreichen eine Schneidgeschwindigkeit von bis zu 10 m/min. Im Industrie- und Anlagenbau werden Schlitzscheren unter anderem für Ausschnitte in Belüftungsanlagen verwendet und auch dann, wenn keine kleinteiligen Späne anfallen dürfen (Bild 1).

Anwender können die Scheren während der Arbeit jederzeit absetzen oder aus dem Schnitt herausziehen. Da die Werkzeuge das Material nicht verformen und sauber arbeiten, sind sie auch in der Automobilindustrie für den Zuschnitt einzelner Bauteile im Prototypenbau die erste Wahl. Modelle mit offenem Schneidkopf bieten hierbei eine optimale Sicht auf den Schnitt – eine Grundvoraussetzung für präzise Arbeitsergebnisse.

Mit Blechscheren ohne Materialverlust auch dickere Bleche schneiden

Bei Blechscheren kommt ein schneidendes Verfahren zum Einsatz, bei dem kein Materialverlust entsteht. Im Gegensatz zur Schlitzschere schneidet die Blechschere auch durch dickeres Material (Bild 3). Da die Abschnitte dabei am Werkzeug vorbei abgeführt werden, verformt sich außerdem der Werkstoff einseitig leicht an Schnittanfang und -ende. Mit einem leistungsstarken Motor erreichen die Blechscheren von Fein Schneidgeschwindigkeiten von bis zu 8 m/min.

Die Scheren schneiden schnell und effizient, auch durch rostfreien Stahl in Form von Tafelblechen oder Coils. Wegen der Materialverformung am Werkstoff werden sie vorwiegend für Abschnitte verwendet. Blechscheren, die, wie die Modelle von Fein, über einen Spanniederhalter verfügen, bieten einen Vorteil: Dadurch ist ein kontinuierlicher, unterbrechungsfreier und sicherer Schnitt möglich, mit dem die Schere große Flächen in kurzer Zeit bewältigen kann.

Ein klassischer Einsatzbereich ist beispielsweise die Coilbearbeitung in der Metallindustrie: Im Falle einer fehlerhaften Blechzufuhr zur Stahlpresse lassen sich die Coils mühelos durchtrennen, um die Fehlerquelle zugänglich zu machen. Auch im Behälter- und Aufzugsbau kommen die Scheren zum Einsatz. Für die Industrie geeignete Blechscheren bieten eine uneingeschränkte Sicht auf die Schnittlinie und ermöglichen einen schnellen Arbeitsfortschritt. Idealerweise lässt sich das Stößelmesser werkzeuglos in der Höhe verstellen und somit an unterschiedliche Materialstärken anpassen. Die Blechscheren von Fein beispielsweise arbeiten zudem mit einem vierfachen Wendemesser für saubere, gratfreie Schnitte bei niedrigen Betriebskosten.

Kurvengängiges Werkzeug zum Trennen von Tafelblech oder Profilen

Knabber verwenden hingegen ein stanzendes Verfahren, das auch dickes Material bewältigt. Das Trennwerkzeug besteht aus Stempel, Matrize und Matrizenträger. Knabber werden eingesetzt, wenn Trapez-, Well-, Tafelblech oder Profile ohne Verformung getrennt werden sollen oder passgenaue Ausschnitte gefordert sind (Bild 4). Dabei stanzen sie präzise durch das Werkstück.

Diese Werkzeuge sind kompakt, wendig und kurvengängig gebaut, sodass sich selbst an schwer zugänglichen Stellen Kurven- und Ausschnitte komfortabel schneiden lassen (Bild 4). Profigeräte unterstützen diese Wendigkeit zusätzlich durch ein schmales Griffmaß und einen schlanken Getriebekopf.

Nibbeln vor allem Trennen von Trapez-, Wellblech und Profilen interessant

Ihre Stärke können die Knabber beim Trennen von Trapez-, Wellblech und Profilen ausspielen. Ein drehbarer Matrizenträger ermöglicht einen schnellen Wechsel der Schneidrichtung für mühelose Kurven- oder Schablonenschnitte. Im Dach- und Fassadenbau ist dies ideal zur Herstellung von Öffnungen für Dachluken oder Fenster.

Beim Kauf von Knabbern ist darauf zu achten, dass sich die Arbeitsrichtung werkzeuglos verändern lässt, sodass auch Linkshänder nicht gegen die Hand arbeiten müssen. Die Metall- und Stahlindustrie nutzt Knabber für das Trennen der Stahlbänder und kundenspezifische Zuschnitte oder Ausschnitte. Modelle mit rotierendem Stempel, beispielsweise von Fein, erhöhen die Standzeiten um bis zu 30 %.

* Thomas Blank ist Produktmanager bei der C. & E. Fein GmbH in 73529 Schwäbisch Gmünd-Bargau

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