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Hannover-Messe 2012

Leitmesse Energy stellt erneuerbare Energien in ihrer ganzen Bandbreite vor

| Redakteur: Stéphane Itasse

„Wir müssen erneuerbare Energien als Ganzes sehen“, forderte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) e.V., auf der Hannover-Messe 2012. Grund genug für den Verband, zusammen mit der Agentur für erneuerbare Energien zu einem Presserundgang auf der Messe einzuladen, um die Vielfalt zu verdeutlichen.

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Die Windturbine E 92 von Enercon soll an jedem Standort in Deutschland rentabel betrieben werden können. Bild: Itasse
Die Windturbine E 92 von Enercon soll an jedem Standort in Deutschland rentabel betrieben werden können. Bild: Itasse
( Archiv: Vogel Business Media )

So zeigte zum Beispiel das Unternehmen Ems Plus am Gemeinschaftsstand Niedersachsen eine CSP-Anlage zur Versorgung von Haushalten oder Mastanlagen mit Strom und Wärme. Für diese Anlage war der schwedische Hersteller Absolicon Solar Concentrator AB bereits 2011 für den Intersolar-Award nominiert worden; jetzt will Ems Plus mit seinem Kooperationspartner aus Schweden den deutschen Markt für das Produkt erschließen, wie Geschäftsführer Reinhard Meiner sagte.

Geothermie punktet als grundlastfähige erneuerbare Energie

Ebenfalls am Gemeinschaftsstand Niedersachsen stellt sich das Leibniz-Institut für angewandte Geophysik mit seinen Geothermie-Projekten vor. „Der Vorteil der Geothermie ist: Sie ist die erneuerbare Energie, die wirklich grundlastfähig ist, und sie bietet für jeden etwas“, erläuterte Institutsmitarbeiter Dr. Rüdiger Schulz: Tiefe Grundwasserleiter mit 80 bis 150 °C könnten sowohl für die Strom- als auch für die Wärmeerzeugung genutzt werden. „50 % der genutzten Energie ist Wärme, das ist die Stärke der Geothermie“, sagte Schulz.

Mit dem Holzheizwerk Senden tritt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe auf der Messe in die Öffentlichkeit. Bei der Anlage mit 5 MW elektrischer und 7 MW thermischer Leistung handelt es sich um das erste Biomasse-Kraftwerk dieser Größenordnung, das Holz zunächst vergast, bevor das Gas in zwei Blockheizkraftwerken verstromt wird, wie Dr. Torsten Gabriel von der Fachagentur erläuterte. „Ein weiterer Vorteil ist, dass die Biomasse nicht angebaut werden muss“, berichtete Gabriel weiter: Für das Holzkraftwerk werde hauptsächlich Schwemmholz von den Stadtwerken Neu-Ulm sowie Forstholz genutzt.

Kraftwerk mit Holzvergasung läuft schon im Probebetrieb

Insgesamt sind für das Pilotprojekt circa 33 Mio. Euro an Investitionen notwendig, von denen 6,5 Mio. Euro im Rahmen einer Förderung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium getragen werden. Das Kraftwerk läuft derzeit im Probebetrieb und soll im Herbst auf Volllast laufen; die Wärme wird dann in das Nahwärmenetz Neu-Ulm/Senden eingespeist.

Als Vertreter der Windenergiebranche präsentierte schließlich Enercon die Windturbine E 92 als Messeneuheit. Die Anlage mit 2,35 MW Leistung ist mit einem neuen Rotorblatt vor allem für Binnenlandstandorte konzipiert. Dem Unternehmen zufolge kann man sie an jedem Standort in Deutschland rentabel betreiben.

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