Suchen

OLEDs Leuchtstoffe effizient identifizieren

| Redakteur: Rebecca Vogt

Ein von Chemikern der Goethe-Universität in Frankfurt am Main entwickeltes Screening-Verfahren soll es möglich machen, vielversprechende OLED-Leuchtstoffe schneller zu identifizieren und so die Lichtausbeute zu verbessern. Organische Leuchtdioden (OLEDs) gelten als vielversprechende Kandidaten für flexible Flachbildschirme.

Firma zum Thema

Ein neues Screening-Verfahren soll die effiziente Identifizierung vielversprechender OLED-Leuchtstoffe ermöglichen.
Ein neues Screening-Verfahren soll die effiziente Identifizierung vielversprechender OLED-Leuchtstoffe ermöglichen.
(Bild: AG Wagner, Goethe-Universität)

Die Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Smartphones, Tablet-PCs und Heimkino-Anlagen steigt stetig. Das stellt die Displaytechnik vor wachsende Herausforderungen, die gegenwärtig am umfassendsten von organischen Materialien gemeistert werden.

Insbesondere mit Molekülen aus der Stoffklasse der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) lassen sich großflächige und mechanisch flexible Flachbildschirme erzeugen. Sie vereinen brillante Farben mit einer hohen Auflösung und verbrauchen gleichzeitig wenig Energie.

Potenzial der Leuchtstoffe effizient bewerten

Chemiker der Goethe-Universität arbeiten derzeit an neuartigen organischen Leuchtstoffen, die ihre besonders vielversprechenden Eigenschaften dem gezielten Einbau von Bor-Atomen in das PAK-Gerüst verdanken. Bislang waren die erforderlichen Synthesen äußerst anspruchsvoll und zeitaufwändig.

Erleichterung könnte der Universität zufolge künftig ein neu entwickeltes Screening-Verfahren bringen, mit dessen Hilfe eine Vielfalt borhaltiger PAKs auf kurzem Weg zugänglich werden soll. Deren Potenzial als OLED-Leuchtstoffe lasse sich so effizient evaluieren. Nur die aussichtsreichsten Kandidaten würden anschließend eingehender untersucht.

Erhöhte Leuchtkraft, verbesserte Leitfähigkeit

Wie die Gruppe um Professor Matthias Wagner vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-Universität berichtet, basiert die Methode auf einer Dreikomponentenreaktion: Zwei der Bausteine bleiben in allen Reaktionen unverändert, der dritte wird aus einem breiten Spektrum käuflicher und kostengünstiger PAKs ausgewählt.

Der reaktive borhaltige Ausgangsstoff spiele beim Aufbau der Molekülgerüste eine entscheidende Rolle. Zudem verleihe er den erhaltenen Verbindungen die erwünschten optoelektronischen Eigenschaften – indem er die Leuchtkraft erhöhe und die elektrische Leitfähigkeit der Materialien verbessere.

Screening-Verfahren aus der Pharmaforschung

„Lange Zeit hat vor allem die Pharmaforschung von Screening-Verfahren profitiert“, erklärt Doktorandin Alexandra John. „Gerade auf dem dynamisch wachsenden Gebiet der organischen Materialien bietet es sich jedoch an, ähnliche Strategien zu nutzen, um kostengünstig und ressourcenschonend ans Ziel zu kommen.“ Professor Matthias Wagner ergänzt: „Die Marktrelevanz unserer Entwicklung erkennt man auch daran, dass unsere Forschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie großzügig finanziell unterstützt wird.“

Das zugrundeliegende Förderinstrument “WIPANO - Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ zielt darauf ab, durch die Sicherung und Nutzung von geistigem Eigentum die wirtschaftliche Verwertung innovativer Ideen und Erfindungen aus öffentlicher Forschung zu gewährleisten. Wagner und John haben ihr Verfahren bereits zum Patent angemeldet.

(ID:44659684)