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Linde-Weltersatzteillager Kahl fit für die Zukunft

| Autor/ Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Nahezu die gesamte Ersatzteilbelieferung wickelt Linde Material Handling (LMH) von Kahl am Main aus ab. 2012 war für die Aschaffenburger ein gutes Jahr; nicht zuletzt deshalb hat man rund 5,4 Mio. Euro in die Stärkung der Leistungsfähigkeit im Weltersatzteillager investiert – allen voran in ein Multishuttle von Dematic.

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Im Weltersatzteillager von Linde-MH sorgen 45 Shuttles in drei Gassen auf 15 Ebenen dafür, dass die Teile parallel und unabhängig voneinander ein- und ausgelagert werden.
Im Weltersatzteillager von Linde-MH sorgen 45 Shuttles in drei Gassen auf 15 Ebenen dafür, dass die Teile parallel und unabhängig voneinander ein- und ausgelagert werden.
(Bild: Linde-MH)

Es ist nur ein Katzensprung von Offenbach nach Kahl am Untermain – gerade einmal 7 km trennen den Produktions- vom Einsatzort der Dematic-Multishuttles. Die Fördertechnik aus Hessen kommt in Unterfranken zum Einsatz, weil ein Upgrade des Ersatzteillagers von Linde Material Handling für die Zukunftsfähigkeit des weltweiten Netzwerks zwingend notwendig geworden war: Die Lagerkapazität war mit 98 % nahezu vollständig ausgenutzt, die technisch vorgesehene Pickkapazität von 750.000 Picks pro Jahr am Limit angelangt.

Für die Aschaffenburger Staplerbauer hieß das: Es musste dringend etwas getan werden, um weiteres Wachstum zu ermöglichen und den Kundennutzen zu steigern. Ein Update musste her, und das Herz dieses Updates sind eben diese Multishuttles von Dematic.

Pro Stunde können 1050 Behälter an die Pickplätze angedient werden

„Als ich Mitte 2011 das erste Mal hier am Standort Kahl war, habe ich schnell gesehen, dass es Engpässe im System gab“, erinnert sich Uwe Adrian, Leiter Modernisierung und Projekte bei der Dematic Service GmbH, an seinen ersten Besuch im Weltersatzteillager. „Zum Beispiel das automatische Kleinteilelager, das in seiner Leistung begrenzt war und schon am Limit fuhr; aber auch der Packsorter, der die einzelnen Behälter, die einzelnen kommissionierten Artikel konsolidiert und dann zur Packerei gebracht hat.“

Die Aufgabe für Adrian bestand darin, den Engpass zu beseitigen, dafür zu sorgen, dass Expressaufträge schneller abgewickelt werden können und die Durchlaufzeiten zu reduzieren – Stichwort Erhöhung des Servicelevels. Es sollte möglich gemacht werden, auch späte Bestellungen hereinnehmen zu können und immer noch die Lieferzeit beziehungsweise die Verfügbarkeit der Ersatzteile am nächsten Tag gewährleisten zu können. Nicht zu vernachlässigen war auch die Tatsache, dass das Multishuttle-System in eine Bestandsanlage integriert werden musste.

Multishuttle arbeitet hochdynamisch

Weil das Multishuttle hochdynamisch arbeitet, konnte in Kahl eine sehr kompakte Einheit realisiert werden. Wo vorher etwa 300 Doppelspiele pro Stunde an der Tagesordnung waren, kann die neue Fördertechnik rund 1050 Doppelspiele in der Stunde realisieren beziehungsweise genauso viele Behälter pro Stunde ein- und auslagern, um sie der Kommissionierung zum Picken anzudienen.

Und ein zweites Argument spricht für den Einsatz der Multishuttles: die Energieeffizienz. Vergleicht man den Stromverbrauch der neuen Technik beispielsweise mit dem Verbrauch eines klassischen automatischen Kleinteilelagers (AKL), verbraucht das Multishuttle bei gleicher Leistung einen Bruchteil dessen – etwa 10 %. Diese Angaben beruhen auf Messungen, die Dematic gemeinsam mit dem TÜV Süd vorgenommen hat.

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