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Ziehl-Abegg

Linienbus mit Brennstoffzelle und Radnabenmotor erreicht Wirkungsgrad von 90 %

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Auf der Hannover Messe wird ein Stadtbus gezeigt, der mittels Brennstoffzelle als Range Extender die Batterie während der Fahrt wieder auflädt. Der Wirkungsgrad von 90 % sei einzigartig. Dies werde durch Radnabenmotoren von Ziehl-Abegg möglich.

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Radnabenmotoren tragen bei diesem Brennstoffzellen-gespeisten Stadtbus zu einem Wirkungsgard von 90 % bei.
Radnabenmotoren tragen bei diesem Brennstoffzellen-gespeisten Stadtbus zu einem Wirkungsgard von 90 % bei.
(Bild: Ziehl-Abegg)

Der Bus ist 12 m Lang und hat 29 Sitz- und 47 Stehplätze. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h. Er ist vom polnischen Busbauer Ursus Bus, die Brennstoffzelle kommt aus den Niederlanden von Hymove. Die Batteriepakete liefert das deutsche Unternehmen BMZ. Der Verbrauch liegt bei 6,8 kg Wasserstoff pro 100 km. Die Radnabenantriebe haben eine maximale Leistung von 364 kW.

Die Brennstoffzelle im Bus besteht aus zwei Modulen (je 30 kW), die vollständig redundant sind. Die maximale Leistung sind 60 kW. Der Wasserstofftank hat in jedem Bus eine Kapazität von 30 kg bei 350 bar.

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Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist in vielen Städten bereits festgeschrieben. Doch die bisher mögliche Reichweite elektrischer Busse wird oft als zu gering empfunden, die Ladezeit als zu lange wahrgenommen. Diese Hemmnisse bei der Markteinführung von vollelektrischen Fahrzeugen wird etwa mit Range-Extendern (Reichweitenverlängerer) begegnet. Dieselaggregate zum Aufladen der Batterien sind günstig, doch widersprechen dem nachhaltigen Konzept vieler Kommunen und Betreiber.

Zeitersparnis mit Brennstoffzelle: Volltanken in zehn Minuten

Der Vorteil einer Brennstoffzelle ist auch die Zeitersparnis. Denn ein Tankvorgang dauert gerade einmal zehn Minuten. Damit fahren die Elektrobusse in einer Klasse mit konventionellen Dieselfahrzeugen, was Reichweite und Nachtankzeit betrifft – allerdings sehr umweltfreundlich und leise.

Der Range-Extender in Form einer Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt Strom aus einem rasch nachtankbaren Brennstoff. Zudem kann anfallende Abwärme zur Fahrzeugbeheizung genutzt werden. Brennstoffzellen verursachen keine lokalen Emissionen, sind extrem geräuscharm und bei Verwendung von „grünem“ Wasserstoff CO2-frei. Mit Range-Extender fahren solche Linienbusse von Ursus und Hymove rund 450 km. Möglich sei dies, weil der Elektromotor Zawheel direkt in der Radnabe sitze. Deshalb seien „Energieschlucker“ wie Getriebe und Differential überflüssig. Der bislang unerreichte Wirkungsgrad des Antriebs liege bei 90 % und mache sich auch beim Bremsen positiv bemerkbar, wenn das Zawheel die Batterien wieder auflädt (Rekuperation).

Ziehl-Abegg SE, 74653 Künzelsau, Hannover Messe 2017: Halle 11, Stand E59

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