Stahl- und Metallverarbeitung

Liquiditätsengpässe werden für Zulieferer zum Problem

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Über ein Drittel der zumeist mittelständisch geprägten Firmen befänden sich derzeit in Verhandlungen mit ihren Banken. Auf rund 10 Mrd. Euro schätzt Galladé den kurzfristigen Finanzierungsbedarf. „Mit diesem Geld müssen die Unternehmen die anstehenden Kostensenkungen, also etwa Lagerabbau oder Kurzarbeit, bezahlen. Aber auch vorsorgen, um das kommende Wachstum finanzieren zu können.“

Banken agieren „übervorsichtig“

Hauptproblem sei, dass viele Banken derzeit übervorsichtig agierten. Dass sie beispielsweise den Zugang der Unternehmen zu Bürgschaftsprogrammen unnötig erschwerten und zu tragende Restrisiken mit unverhältnismäßig hohen Sicherheitsleistungen belasteten. Galladé: „Wir müssen dahin kommen, dass auf breiter Front KfW- und Länderbürgschaftsprogramme offensiv genutzt werden. Die WSM-Unternehmen sind prädestiniert für diese Programme.“ Der kürzlich vom WSM angestoßene Dialog mit den Banken zeige allerdings erste Wirkung. Die hervorragende Position der WSM-Unternehmen als Technologie- und globale Marktführer werde wieder berücksichtigt. „Die Schockstarre löst sich langsam.“

WSM verkneift sich Prognose für 2009

Grundsätzlich zufrieden ist der WSM mit den politischen Initiativen zur Bekämpfung der Krise. Allein in Einzelpunkten gebe es Korrekturbedarf, so Galladé. „Das Konjunkturpaket II ist gelungen, insbesondere die Verkürzung der Karenzfrist für die Haftungsfreistellung auf vier Monate begrüßen wir sehr.“ Allerdings sollte die Haftungsfreistellung bei Bürgschaftsprogrammen von derzeit 60 Prozent weiter erhöht werden; möglich sind laut europäischem Beihilferecht 90%. „Eine Anhebung wäre besonders in der Zusammenarbeit mit den Banken eine große Erleichterung.“

Zudem wirbt Galladé für mehr Unterstützung von Zusammenschlüssen im Mittelstand. „Fusionen oder Übernahmen können Insolvenzen verhindern und stärken die Struktur der Branche für die Wachstumsherausforderungen nach der Krise.“

Eine Prognose für das Jahr 2009 will der WSM nicht abgeben. Der Verband erwartet allerdings, dass sich die Situation zum Jahresende entspannt und dann das Startsignal für neues Wachstum gegeben werden kann.

(ID:289902)