VDMA Lokale 5G-Frequenzen sichern Zukunftsfähigkeit für Deutschland

Redakteur: Melanie Krauß

Die Vergabe von lokalen 5G-Frequenzen ist laut VDMA entscheidend für die Industrie. Sowohl der VDMA als auch Bitkom kritisieren jedoch die Auflagen der Bundesnetzagentur, die eine Abdeckung von 98 % der privaten Haushalte fordern.

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Um im 3,6-GHz-Band 98 % der Haushalte mit 5G zu versorgen, bräuchte man laut Bitkom-Präsident Achim Berg 800.000 Funkmasten – schachbrettmusterartig im Abstand von je einem Kilometer.
Um im 3,6-GHz-Band 98 % der Haushalte mit 5G zu versorgen, bräuchte man laut Bitkom-Präsident Achim Berg 800.000 Funkmasten – schachbrettmusterartig im Abstand von je einem Kilometer.
(Bild: ©Alexander - stock.adobe.com)

Der VDMA begrüßt die Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Zuteilung lokaler 5G-Frequenzen. Die lückenlose Versorgung mit digitaler Infrastruktur für industrielle Anwendungen sei entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland und könne nur gemeinsam von Netzanbietern, anwendender Industrie und Politik gemeistert werden.

Industrielle Anwendungen mit Fokus auf das Internet der Dinge, Industrie 4.0 und sonstige Dienste sind laut VDMA für die Wirtschaft von essenzieller Bedeutung. Die dafür von der Bundesnetzagentur zur Vergabe vorgesehenen lokalen Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz seien für die anwendenden Industrieunternehmen entscheidend. Der zügige Ausbau eines leistungsstarken und flächendeckenden 4G-Netzes für die Industrie müsse daher höchste Priorität erhalten.

Die Auflagen der Bundesnetzagentur für die Netzbetreiber, dass 98 % der Haushalte abzudecken sind, greift laut VDMA jedoch zu kurz. Eine hundertprozentige Flächendeckung für industrielle Anwendungen müsse kurzfristig das Ziel sein. Der Maschinen- und Anlagenbau setze dabei auf den Dialog mit den Netzanbietern. Denkbar wäre zum Beispiel, eine frühzeitige Verlängerung oder Zuweisung der Ende 2025 zur Vergabe anstehenden Flächenfrequenzen, wenn dafür im Gegenzug seitens der Netzbetreiber entsprechende Flächenversorgungszusagen gemacht würden.

Auch Bitkom-Präsident Achim Berg kritisiert die Auflagen der Bundesnetzagentur. Das Spektrum bei 3,6 GHz sei wegen ungünstiger Ausbreitungsbedingungen für die Flächenversorgung ungeeignet. „Anstelle von 60.000 Funkmasten braucht man im 3,6er-Band 800.000 Funkmasten, um 98 % der Haushalte mit 5G zu versorgen“, so Berg. Deutschland müsse im Abstand von je einem Kilometer mit Funkmasten gespickt und schachbrettmusterartig aufgebaggert oder aufgefräst werden. Dagegen entstünden jetzt schon die ersten Bürgerinitiativen.

„Jeder will 5G, aber niemand will einen Funkmast vor seiner Tür. In Frequenzbändern unter 1 Gigahertz bräuchte man nicht einmal jeden zehnten Funkmast. Die Politik sollte sich umgehend mit den Netzbetreibern auf eine konsistente Frequenzpolitik verständigen, anstatt scheibchenweise Spektrum zu versteigern“, sagt Berg weiter.

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