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Kommissioniertechnik

Mammut stößt in ein neues Logistikzeitalter vor

| Autor/ Redakteur: Udo Rogowsky / Bernd Maienschein

Ein technisches und logistisches Mammutprojekt im wahrsten Sinne des Wortes ist das neue, hochautomatisierte Logistikzentrum der Mammut Sports Group in Wolfertschwenden. Dabei favorisierten die Entscheider des Schweizer Berg- und Snow-Sports-Ausrüsters zunächst eine manuelle Lagerlösung.

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Im viergassigen Multishuttle-Kommissionierlager bei Mammut kommt je Regalebene ein eigener Shuttle und je Gasse ein eigener Lift zum Einsatz.
Im viergassigen Multishuttle-Kommissionierlager bei Mammut kommt je Regalebene ein eigener Shuttle und je Gasse ein eigener Lift zum Einsatz.
(Bild: Dematic)

Für immer mehr Alpinsportler sind Produkte von Mammut zuverlässige Begleiter in den Bergen – vom Kletterseil bis hin zu funktionaler Bekleidung und Schlafsäcken produziert und vertreibt das Schweizer Traditionsunternehmen Ausrüstung für Bergsport und Outdoor weltweit. Im letzten Jahr konnte der für Innovationen und Qualität bekannte Ausrüster nicht nur sein 150-jähriges Jubiläum feiern, sondern im November auch sein neues Logistikzentrum in Wolfertschwenden, 15 km südlich von Memmingen direkt an der A7, in Betrieb nehmen und damit einen neuen Meilenstein setzen. Dieses Mammut-Projekt ist mit rund 25 Mio. Euro die größte Investition seit der Gründung des als handwerkliche Seilerei gestarteten Unternehmens.

Wachstum von Mammut erreicht immer neue Gipfel

Allein im letzten Jahr ist die zum Conzzeta-Konzern gehörende Mammut Sports Group (MSG) mit Hauptsitz in Seon (Schweiz) im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 % gewachsen. Dazu trugen die Wachstumsmärkte in Asien bei, zum Beispiel Südkorea, ebenso aber auch der in Europa wichtigste Markt Deutschland. Mammut fährt eine Wachstumsstrategie. Während man Mitte der 90er-Jahre bei rund 30 Mio. Euro Umsatz war, ist man heute bei gut 230 Mio. Schweizer Franken. „Und die Logistik ist natürlich mitgewachsen“, erklärt Josef Lingg, Chief Supply Chain Officer der MSG. Aus diesem Grund musste Mammut seit der Gründung der deutschen Niederlassung im Jahr 1987 bereits zwei Mal umziehen.

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2009 zeichnete sich wieder ab, dass die Lager zu klein würden, und MSG ergriff die Gelegenheit, eine Standortbestimmung für die Logistik in Europa zu machen. Da circa 70 % des Umsatzes im Ausland, überwiegend in der EU, erwirtschaftet werden, fiel die Entscheidung für ein Zentrallager in Deutschland. Für die Wahl des Standortes direkt an der A7 waren neben der optimalen Verkehrsanbindung und der Nähe zur Schweiz auch der Verbleib der erfahrenen Logistikmitarbeiter von Memmingen im Unternehmen ein wichtiges Kriterium.

Mammut musste neue Wege in der Lagerlogistik beschreiten

In der Vergangenheit hatte Mammut in Europa zwei Hauptlager, eines in Seon in der Schweiz und eines in Memmingen. Aus Platzgründen waren beide Lagerstandorte zudem noch in mehreren Gebäuden untergebracht. Somit galt es nebst der Redundanz der beiden Hauptlager eine erhebliche Komplexität über die verschiedenen Lagerorte zu bewältigen. Die Verzollung erfolgte beim Eingang (Inbound) ins Lager, das bedeutete jedoch, dass bei Lagerverschiebungen im Sinne der Bestandsoptimierungen ein zweites Mal Zoll anfiel. Mammut operiert sehr erfolgreich am Markt und will weiterhin auch in Europa ein nachhaltiges Wachstum realisieren – die damit verbundenen neuen Bedürfnisse in der Lagerlogistik konnten im vorhandenen Setup nicht realisiert werden – in der Warenlogistik mussten neue Wege eingeschlagen werden.

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