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Studie IPA/Trovarit

Manufacturing Execution Systems (MES): das unbekannte Modewort?

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Der Bekanntheitsgrad von MES in Unternehmen ist durchaus hoch: Zu dieser Schlussfolgerung kommen ie Wissenschaftler Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und der Trovarit AG in einer Studie. In den produktionsnahen Abteilungen beginnt sich der Begriff MES zu etablieren, in den weniger fertigungsnahen Unternehmensbereichen besteht hinsichtlich Einsatzmöglichkeiten und Vorteilen von Manufacturing Execution Systems noch Aufklärungsbedarf.

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Bei der Nutzenerwartung der Produktion steht klar die Verbesserung der Logistikleistung im Vordergrund: Kürzere Durchlaufzeiten, höhere Transparenz, Produktivitätsverbesserung, höhere Planungssicherheit sowie Termintreueverbesserung sind die erwarteten Vorteile durch eine MES-Einführung, teilt das IPA mit.

Ziele der Studie zu MES

Seit einigen Jahren gelten Manufacturing Execution Systems (MES) als ein Werkzeug, Planungs- und Steuerungssysteme in Unternehmen zu optimieren, um kürzere Durchlaufzeiten zu erzielen. Ob und wie dies in der Praxis umgesetzt wird, war Gegenstand der Studie zum Bekanntheitsgrad, Nutzenpotenzialen und bisherigen Einsatzgebieten von MES.

An der Studie nahmen über 160 Unternehmen aus Maschinen- und Anlagen bau sowie Automobil- und Automobilzuliefererindustrie teil. Befragt wurden in erster Linie Bereichs- und Abteilungsleiter sowie Fachexperten aus fertigungsnahen Bereichen. Es wurde nicht nur gefragt, welchen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad MES-Lösungen haben, sondern auch, was sich Nutzer von diesen Lösungen versprechen, welche Erwartungen an die Systeme gestellt werden und welche Erweiterungen des Funktionsspektrums gewünscht sind. Darüber hinaus wurde erhoben, welcher Typ von MES-Lösung im Einsatz ist.

MES ohne geeignete Software kaum möglich

Da eine MES-Lösung den fertigungsbezogenen Bereich des „Real Time Enterprise“ adressiert, ist eine Umsetzung ohne geeignete Software-Werkzeuge kaum möglich. Derzeit stellt sich der MES-Markt nach Angaben des IPA allerdings sowohl von der Anbieter- als auch von der Anwenderseite äußerst heterogen dar. Die Anwender suchen noch nach der geeigneten IT-Architektur, sodass derzeit noch relativ viele MES-Anwender Eigenprogrammierungen oder Microsoft Office-Produkte nutzen.

Wird Standard-Software eingesetzt, ist diese oft stark angepasst oder kann die fertigungsnahen Planungs- und Steuerungsprozesse nur zum Teil abdecken. Angesichts des Anwenderwunschs nach weitest möglicher Integration ist hier mittelfristig mit einer Konsolidierung der Vielzahl von Spezialisten- und Teillösungen zu rechnen. Die Komplexität des MES-Aufgabenfelds deutet allerdings darauf hin, dass es zumindest mittelfristig auf eine Koexistenz von MES- und ERP-Lösungen hinausläuft.

Aufgrund der breit angelegten Fragestellung ist die Studie laut IPA sowohl für die Anwender im Unternehmen als auch für Softwarehersteller interessant. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zeigen, welche Anforderungen an zukünftige MES-Lösungen gestellt werden und mit welchen anderen Systemen Kompatibilitäten wünschenswert wären. Für den Anwender werde deutlich, welche Potenziale und Einsatzmöglichkeiten ein MES-System im Bezug auf seine Produktionsprozesse haben könnte, heißt es weiter.

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