Suchen

VDMA-Bericht

Markt für Industriearmaturen trotzt schwierigem Wirtschaftsumfeld

| Redakteur: Alexander Stark

Die weltweite Konjunkturabschwächung ist im ersten Halbjahr 2019 auch bei der Industriearmaturenbranche spürbar. Trotzdem steht der Sektor vergleichsweise gut da.

Firmen zum Thema

Der VDMA hofft für das zweite Halbjahr auf eine Belebung des Geschäfts mit Industriearmaturen.
Der VDMA hofft für das zweite Halbjahr auf eine Belebung des Geschäfts mit Industriearmaturen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der VDMA hat die aktuellen Zahlen für den den Markt für Industriearmaturen veröffentlicht. Während die Branche im Inland sogar einen Umsatzrückgang von 2 % verzeichnet hat, konnten im Ausland 3 % mehr umgesetzt werden. Vor allem der Euroraum trug mit einem Plus von 4 % zum positiven Ergebnis bei. Außerhalb der Eurozone lag das Umsatzplus bei lediglich 2 %.

Die einzelnen Produktgruppen entwickelten sich im ersten Halbjahr anders als im Vorjahr sehr unterschiedlich. Während Regelarmaturen um 8 % zulegten, stagnierte das Geschäft bei Absperrarmaturen und der Umsatz mit Sicherheits- und Überwachungsarmaturen schrumpfte sogar um 7 %.

Angesichts des sich abzeichnenden weltweiten Abschwungs sei das schwache Wachstum im ersten Halbjahr wenig überraschend, so Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverband Armaturen. Dennoch halte sich die Branche im Vergleich zu anderen Fachzweigen des Maschinenbaus weiterhin gut und ein Auftragsplus von 7 % im ersten Halbjahr lasse auf eine Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr hoffen.

China und USA bleiben wichtigste Zielmärkte

In den ersten sechs Monaten 2019 lieferten die deutschen Industriearmaturenhersteller Waren im Wert von 2,2 Mrd. Euro ins Ausland. Das entspricht einer Steigerung von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Auslandsgeschäft profitierte vor allem von der nach wie vor erstaunlich robusten Nachfrage aus China, der starken Konjunktur in den USA und der guten Nachfrage aus einigen europäischen Ländern.

Traditionell ist China wichtigster Abnehmer deutscher Industriearmaturen. Die USA konnten jedoch ihren Platz als zweitwichtigstes Abnehmerland in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausbauen. Die Entwicklung ist auch Resultat des Wiedererstarkens der amerikanischen Chemieindustrie im Zuge des Shale-Gas-Booms.

Die Ausfuhren nach China stiegen im ersten Halbjahr 2019 um 5,0 % auf 260 Mio. Euro. Der weltgrößte Chemieproduzent sieht sich nach Jahren mit hohen Wachstumsraten erstmals mit einer Nachfrageabkühlung konfrontiert. Stärker zulegen konnten die Exporte in die Vereinigten Staaten. Die deutschen Ausfuhren in die USA erhöhten sich um 9,5 % auf 216 Mio. Euro. Nach Frankreich gingen ebenfalls wieder deutlich mehr Armaturen als im Vorjahr (plus 9,7  %). Das Land behauptete mit einem Abnahmevolumen von 121,6 Mio. Euro weiterhin Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte.

Umsatzplus für das zweite Halbjahr erwartet

In Deutschland und Europa verdichten sich aktuell die Hinweise auf eine Konjunkturflaute. Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung im wichtigen Markt China dürfte der Ausgang der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sein. Eskaliert der Konflikt, wird die Wirtschaft in China sowie in den mit China eng verflochtenen Volkswirtschaften der Region bis auf Weiteres langsamer wachsen. In Europa trüben zeitgleich der nach wie vor drohende harte Brexit sowie die Regierungskrise in Italien die Perspektiven ein. Wachstumsimpulse erwarten die Hersteller in den kommenden Monaten insbesondere in den Bereichen Nahrungsmittelindustrie, Öl & Gas, Pharmabranche und Tieftemperaturtechnik.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Process.de.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46126449)