Maschinenlogistik Maschinen ohne Betriebsunterbrechung getauscht

Redakteur: Silvano Böni

Durchdachte Logistik, modernes Equipment, ein breites Know-how und eine langjährige Zusammenarbeit – das sind die Zutaten für einen erfolgreichen Austausch zweier älterer Werkzeugmaschinen ohne Betriebsunterbruch. Hauptverantwortlich dafür: das Familienunternehmen Bauberger AG.

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Auch beengte Platzverhältnisse stellen die Mitarbeiter vor keine Probleme.
Auch beengte Platzverhältnisse stellen die Mitarbeiter vor keine Probleme.
(Bild: Balz Murer)

Zug ist bekannt für seine international tätige Finanzindustrie. Weniger bekannt ist, dass es im Kanton Zug auch einen grossen Industriezweig gibt, wo Schweizer Firmen noch das gute alte Handwerk pflegen. Eine davon ist die Troxler AG. Seit 1998 stellt das Familienunternehmen auf Kundenwunsch Präzisionsteile, etwa für die Kabelverarbeitung oder Medizinaltechnik, für den internationalen Markt her. Entsprechend technisch ausgeklügelt müssen die Bearbeitungsmaschinen sein. Die Mazak VTC-800/30SDR ist so ein Wunderding: Dank modernster 6-Achs-Steuerung lassen sich kleinste und mittlere Teile hochpräzise und äusserst effizient in wenigen Arbeitsschritten herstellen.

Sicherer und schneller Umzug

«Wichtig war uns, dass wir trotz Umzug weiterarbeiten konnten und bei den Maschinen eine kurze Standzeit hatten», so Inhaber und Geschäftsführer Roland Troxler. Ein Auftrag wie geschaffen für die Bauberger AG. Innerhalb von vier Tagen wurden zwei ältere Werkzeugmaschinen durch zwei neue ersetzt, inklusive De- und Montage, Verankerung und Ausnivellierung. Zunächst aber mussten die aus Japan importierten Maschinen startklar gemacht werden: aus den Überseekisten auspacken, kontrollieren und die blanken Teile entfetten. Insgesamt benötigte die Lieferung der neuen Maschinen ab Schwergutlager Elgg nach Hünenberg total vier Transporte.

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Vorsprung durch Erfahrung

Doch das beste technische Equipment nützt nichts ohne die Erfahrung und das Wissen, wie man hochmoderne Technik am effizientesten und innovativsten einsetzt. Das gilt sowohl für die Troxler AG wie auch Bauberger AG. Die Herausforderung bei dieser Verschiebung lag darin, dass die Platzverhältnisse vor Ort beengt waren und die Industriehalle an einer Stelle nur 18 cm höher als die Maschine selbst war.

Üblicherweise wird eine Maschine über die Gewindestangen der Verankerungen gehoben und so platziert. Das ging hier aber nicht. Also wurden 24 Kernlochbohrungen gemacht und mit Gewindehülsen bestückt, so dass die Gewindeschrauben ebenerdig platziert und die Werkzeugmaschine danach an ihren Bestimmungsort geschoben werden konnte. Das Am-Boden-Verschrauben und präzise Ausnivellieren ist bei Hochpräzisionsmaschinen enorm wichtig für die Maschinengeometrie. Nur so ist gewährleistet, dass die Genauigkeit des Bearbeitungscenters Bestand hat.

Smartes Maschinen-Tetris

Bevor es aber so weit war, wurde sozusagen Tetris mit den tonnenschweren Maschinen gespielt. Dabei hilft modernes Equipment – wie der Montilyft-36; der wendige Gabelstapler kann dank teleskopierbarem Heck bis zu 36 Tonnen heben und verschieben – und Köpfchen, um so eine komplexe Verschiebung sicher und schnell über die Bühne zu bringen.

Zunächst wurde eine alte Maschine (12 t) demontiert und vor dem Abtransport am Ausgang zwischengelagert. Eine bestehende Werkzeugmaschine (8,5 t) musste intern verschoben werden, um danach die zweite alte Maschine (16 t) demontieren und verladen zu können. Das Prunkstück, die 18 Tonnen schwere, 5300 x 3350 x 3420 mm grosse Mazak VTC-800/30SDR, konnte nun eingebracht und verankert werden. Die bestehende Werkzeugmaschine wurde nun an ihren Stammplatz zurückgeführt. Zum Abschluss wurde die zweite neue Maschine sicher angeliefert, abgeladen, an ihren Platz gebracht und fest verankert. <<

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