Exporte Maschinenausfuhren in den Iran steigen trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Redakteur: Robert Horn

Die deutschen Maschinenbauer setzen große Hoffnung auf die neuen Handelsbeziehungen mit dem Iran. Die Prognosen sind vielversprechend – nun droht die aktuelle Politik, die zarten Bande wieder zu zerreißen.

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Bürokratische Hürden verhindern ein rasanteres Aufblühen der Handelsbeziehungen mit dem Iran. Die Maschinenausfuhren sind trotz dieser Umstände gewachsen.
Bürokratische Hürden verhindern ein rasanteres Aufblühen der Handelsbeziehungen mit dem Iran. Die Maschinenausfuhren sind trotz dieser Umstände gewachsen.
(Bild: © Curioso Photography- stock.adobe.com)

Die deutschen Maschinenexporte in den Iran sind im Jahr 2016 um 37 % auf 759 Mio. Euro gestiegen. Im ersten Halbjahr 2017 wurde ein Zuwachs von 26 % erreicht. „Damit liegt ein Jahresvolumen von 900 Mio. Euro in Reichweite, was angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen ein respektables Ergebnis wäre“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft. Es sei allerdings noch ein weiter Weg, die im Iran an China verlorenen Marktanteile (2016: 2,2 Mrd. Euro, 39 % Marktanteil) zumindest teilweise wieder zurückzuholen, so der Verband.

Überforderte Bürokratie

Der VDMA sieht drei wesentliche Hindernisse für den weiteren Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran: zu wenige Bankverbindungen und fehlende Finanzierungen, die hohe Anzahl überflüssiger Anträge auf Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie die schlechte Visa-Situation an der völlig überlasteten deutschen Botschaft in Teheran.

„Warum blockieren manche Landesbanken das Irangeschäft, während ihre Minister mit Wirtschaftsdelegationen in den Iran reisen?“,so Ackermann. „Und warum verlangen einige Zollstellen für den Iran pauschal BAFA- Nullbescheide, anstatt die eigenverantwortliche Exportkontrolle der Unternehmen zu fördern?“ Die politische Diskussion über den Iran sieht der VDMA dagegen gelassen. „Wer im Irangeschäft tätig ist, musste schon immer ziemlich hart im Nehmen sein“, so Ackermann. Man solle sich nicht durch Drohungen und Worst Case-Szenarien aus der Ruhe bringen zu lassen. Das Nuklearabkommen funktioniere, so der Verband.

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