VDMA Maschinenbau-Aufträge brechen zweistellig ein

Autor Stéphane Itasse

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau musste im November 2014 einen starken Rückschlag hinnehmen: Der Auftragseingang brach im Vergleich zum Vorjahr um 10 % ein, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Keine guten Neuigkeiten für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau: Im November 2014 gingen die Bestellungen deutlich zurück.
Keine guten Neuigkeiten für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau: Im November 2014 gingen die Bestellungen deutlich zurück.
(Bild: Index-Werke)

Das Inlandsgeschäft sank um 9 %, das Auslandsgeschäft lag um 11 % unter Vorjahresniveau, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Im Dreimonatsvergleich September bis November 2014 sei der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 3 % gestiegen. Die Inlandsaufträge hätten bei minus 6 % gelegen, die Auslandsaufträge bei plus 7 %.

Rückgang beim Auftragseingang im Maschinenbau als konjunktureller Weckruf

„Nach fünf Monaten verfehlte der Auftragseingang im November erstmals sein Vorjahresniveau - und das sogar um ein Zehntel. Einziger Lichtblick waren die Aufträge aus den Euro-Partnerländern. Insgesamt ist der November als Rückschlag zu werten“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

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„Das ist ein Weckruf, dass konjunkturell nicht alles so glatt läuft“, sagte Wiechers im Gespräch mit MM MaschinenMarkt weiter. Grundsätzlich stimme aber das Bild eines zyklischen Aufschwungs. Rückschläge könne es dabei immer geben, insbesondere wenn kriegerische Konflikte oder Handelskonflikte wie beim Ölpreis für Verunsicherung sorgten.

Investitionsgüternachfrage in Deutschland kommt nicht in Schwung

„Die Investitionsgüternachfrage kommt nicht so auf Trab, wie wir uns das wünschen“, begründete der VDMA-Chefvolkswirt die Rückgänge im Inlandsgeschaft, „ein Aufholen ist auch nicht zu sehen.“ Die Stimmung der Investoren sieht er durch politische Entscheidungen in Deutschland und Europa getrübt. „Also hält man sein Pulver trocken und bringt es auf die Bank, wo es auch nichts bringt“, sagte Wiechers. Außerdem seien die Investoren nach der Krise von 2008/2009 immer noch vorsichtig.

Bei der Erholung im Euroraum verwies er auf das teilweise niedrige Niveau, von dem aus sie starte. Als positives Beispiel nannte er Spanien sowie – als EU-Land – Großbritannien. In den Märkten seien die Volumina aus der Zeit vor 2008 aber noch nicht erreicht. Außerdem bremse der schwache Euro auch Wettbewerber aus Ländern außerhalb der Eurozone.

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