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VDMA Maschinenbau erhält neue Perspektiven durch Elektromobilität

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer wollen in den kommenden Jahren stark vom Ausbau der Elektromobilität profitieren. „Mit unserer Produktionstechnik sind wir gleichzeitig diejenige Branche, auf die es wesentlich ankommen wird“, erläuterte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner am Rande des VDMA-Kongresses „Intelligenter Produzieren“ am Montag in Würzburg.

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Hartmut Rauen, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung, VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner und Ralf Kalmbach, Partner bei Roland Berger, sehen für den deutschen Masschinenbau mehr Chancen als Risiken durch die Elektromobilität. (Bild: Itasse)
Hartmut Rauen, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung, VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner und Ralf Kalmbach, Partner bei Roland Berger, sehen für den deutschen Masschinenbau mehr Chancen als Risiken durch die Elektromobilität. (Bild: Itasse)

Allein durch neue Produktionsanlagen für Elektrobatterien wird sich bis 2020 ein Geschäftspotenzial von schätzungsweise 4,8 Mrd. Euro ergeben. Andererseits müsse die Branche ein neues Produkt- und Technikportfolio entwickeln. Kooperationen und Allianzen unter Maschinenbauern würden notwendig sein. Das sind die Kernergebnisse der Studie von VDMA und der Strategieberatung Roland Berger über „E-Mobility – Chancen und Risiken für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau“, die beim Kongress vorgestellt wurde. „Quintessenz der Studie ist: Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau überwiegen die Chancen bei der Elektromobilität eindeutig“, bilanzierte Lindner.

Politik begünstigt Elektromobilität

Druck in Richtung Elektromobilität kommt dabei von der Politik und ihren Vorgaben für eine Begrenzung der CO2-Emissionen, wie Ralf Kalmbach, Partner und Mitglied der weltweiten Geschäftsführung bei Roland Berger, sagte. „Dabei gehen wir davon aus, dass im Jahr 2025 rund 40% der neu zugelassenen Fahrzeuge einen Hybrid- oder vollelektrischen Antrieb haben werden. An dieser Entwicklung arbeiten die Automobilhersteller gerade sehr intensiv.“

Mit einem Substitutionseffekt rechnet Lindner vorerst nicht: „Die herkömmliche Produktionstechnik für Verbrennungsmotoren fällt nicht abrupt weg, da Hybridkonzepte lange dominieren werden.“ Aber die Verbreitung der Elektromobilität werde auch für zusätzliche Geschäftschancen im Maschinenbau sorgen: Neue Produktionsanlagen für Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs werden gefragt sein.

Elektroauto-Batterien deutlich billiger produzieren

Der Maschinenbau will vor allem erheblich dazu beitragen, Qualitäts- und Kostenziele bei Batterien und Elektromotoren zu erreichen. So entstehen zum Beispiel rund 50% der Batteriekosten in der Fertigung. Durch den Einsatz von intelligenten Produktionssystemen können hier große Optimierungspotenziale erschlossen werden. Als Vorbilder nannte Kalmbach die rasante Preissenkung bei Halbleitern, Flachbildschirmen oder Photovoltaik-Systemen in den vergangenen Jahrzehnten.

Sowohl Lindner als auch Kalmbach schreckt dabei die Konkurrenz aus Asien nicht, die aktuell den Markt für Laptop- und Handybatterien dominiert. „Die Anforderungen an eine Kleinbatterie sind wesentlich geringer als an Batterien für das Auto“, sagte der VDMA-Präsident. Kalmbach ergänzte: „Das Elektroauto bringt mehr Aufgaben, beispielsweise beim Batteriemanagement. Da kommen viele Fragen auf, die Sie mit einem kleinen Akku für Mobiltelefone nicht lösen können.“

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