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Maschinenbau erleidet wieder starken Rückschlag

| Redakteur: Stéphane Itasse

Für die deutschen Maschinenbauer hat sich die Hoffnung auf einer Erholung vorerst wieder zerschlagen: Der Auftragseingang in Deutschland lag im Oktober 2013 um real 10 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Insgesamt musste der deutsche Maschinenbau im Oktober einen herben Einbruch beim Auftragseingang hinnehmen.
Insgesamt musste der deutsche Maschinenbau im Oktober einen herben Einbruch beim Auftragseingang hinnehmen.
(Bild: Kaeser)

Das Inlandsgeschäft sank um 2 %, das Auslandsgeschäft um 14 %, wie es weiter heißt. Im Dreimonatsvergleich August bis Oktober 2013 sank der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 4 %. Die Inlandsaufträge lagen bei plus 6 %, die Auslandsaufträge bei minus 8 %.

Maschinenbau leidet unter Schwäche im Schwellenländergeschäft

„Der Rückgang der Auslandsorders geht hauptsächlich auf die magere Nachfrage aus den Nicht-Euro-Staaten (minus 17 %) zurück und ist möglicherweise ein Reflex auf die Währungsturbulenzen in einigen Schwellenländern. Die Orders von den Euro-Partnerländern entwickelten sich hingegen erfreulicher: Sie lagen im Oktober nur 1 % unter Vorjahresniveau und in den ersten zehn Monaten sogar 3 % darüber “, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

„Dadurch, dass das Nicht-Euro-Geschäft bei den Exporten der Branche insgesamt schon 75 % ausmacht, hat er natürlich auf das Gesamtergebnis der Auslandsorder durchgeschlagen“, sagte Wiechers weiter.

Bei den einzelnen Fachzweigen konnten vier Teilbranchen in den vergangenen drei Monaten mehr als 10 % Plus bei den Auftragseingängen verbuchen, wie VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann im Gespräch mit MM Maschinenmarkt sagte: Profitiert hätten die Hütten- und Walzwerkseinrichtungen, Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik, Aufzüge und Fahrtreppen sowie die Fluidtechnik. Ein Minus von mehr als 20 % mussten hingegen die Gießereimaschinen, die Bergbaumaschinen sowie Power Systems hinnehmen.

Maschinenbau-Exportzahlen bestätigen stärkeres Geschäft im Euroraum

Auch bei den Exportzahlen für das dritte Quartal 2013 zeigt sich nach Auskunft des VDMA-Chefvolkswirts, dass es im Euroraum besser laufe als außerhalb: „Die Exporte in den Euroraum konnten sich immerhin leicht ins Plus retten, hier haben wir einen Zuwachs von ungefähr 3 %. Das Gleiche gilt auch für den europäischen Markt insgesamt, obwohl Russland rückläufig war.“

Die BRIC-Staaten würden im Augenblick generell keine Zugewinne bringen. „Brasilien, Russland, Indien, China – alles im Minus“, fasste Wiechers zusammen. Er geht davon aus, dass sich die Nachfrage in den Euroländern und anderen klassischen Industrieländern erst beleben muss, ehe mit dieser Zunahme der Weltkonjunktur auch die Schwellenländer wieder an Fahrt gewinnen und diese dann auch wieder die Exporte in Plus ziehen..

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