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Maschinenbau erreicht Produktionsrekord von fast 200 Mrd. Euro

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Große Maschinenbaumärkte entwickeln sich positiv

In den ersten neun Monaten des Jahres lagen die Exporte mit 112,6 Mrd. Euro knapp über dem Vorjahreswert von 112,1 Mrd. Euro, nominal ein Plus von 0,5 %, wie es heißt. Positiv verliefen die großen Märkte: Die EU-Partnerländer verzeichneten ein Plus von 5 %, China ein Plus von 2 %. Der US-Markt sei um 6 % gewachsen, die Märkte in Südostasien um 9 %. Afrika sei im Plus mit den Regionen Nord (plus 11 %) und West (plus 7 %). Der Nahe und Mittlere Osten expandierte mit insgesamt plus 4 % und profitiere insbesondere vom wieder anziehenden Iran-Geschäft (plus 20 %).

Eine schwächere Nachfrage spürten die Maschinenbauer in einigen großen Schwellenländern und EU-Nachbarstaaten. Australien, Brasilien, Südkorea, Indien, Südafrika und die Türkei liegen laut VDMA jeweils zweistellig unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Die Lieferungen in die Ukraine seien um ein Drittel eingebrochen, die Ausfuhr nach Russland um 16 % zurückgegangen. „Dies lag sicher nicht nur an den Sanktionen, sondern auch am stark gefallenen Rubel-Kurs und den gesunkenen Erdölerlösen“, sagte Festge.

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VDMA von der Entwicklung im Inland trotz Wachstum enttäuscht

Auch der heimische Markt ist auf Wachstumskurs, wie es heißt. „In den ersten zehn Monaten liegt der Inlandsumsatz 3 % über dem Vorjahreswert“, berichtete der VDMA-Präsident. „Ich möchte nicht verhehlen, dass wir mehr erwartet hatten. Wir sind einer der Leidtragenden der anhaltenden deutschen Investitionsschwäche.“

Auch die deutschen Importe von Maschinen legten in den ersten drei Quartalen um knapp 5 % zu auf 44,3 Mrd. Euro. Rund 27 Mrd. Euro kämen aus den EU-Partnerländern. „Unser Standort ist also kein abgeschotteter, sondern ein äußerst offener wettbewerbsintensiver Markt – ein Fakt, von dem alle profitieren. Das sollten wir angesichts der Diskussionen um den Nutzen des Transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP nicht vergessen“, sagte Festge.

Eine investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik sehe anders aus, kritisierte der VDMA-Präsident die politischen Entscheidungen in der Renten-, der Lohn- und Beschäftigungspolitik der letzten Monate. „Statt den Soli entgegen allen früheren Zusagen zu verewigen, sollte die Bundesregierung endlich jegliche Subventionen um einen festen Prozentsatz von beispielsweise fünf oder mehr Prozent kürzen“, forderte Festge.

Rente mit 63 trifft die Maschinenbauer hart

Besonders schmerzhaft für den Maschinenbau sei die „Rente mit 63“. Eine Trendumfrage des VDMA habe gezeigt, dass von den Personen, die die Unternehmen mit 63 verlassen, 74 % der Gruppe der Facharbeiter und Meister zuzurechnen ist, wie es in der Mitteilung heißt. „Wir laufen also in einem Herzstück der Produktion auf eine schwierige Situation zu. Das tut uns richtig weh“, erläuterte der VDMA-Präsident.

Die Politiker müssten sich endlich auf ihre Verantwortung für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen besinnen. „Es darf keine Steuererhöhungen geben, auch keine verdeckten, nur weil die öffentlichen Kassen unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit ausgeplündert worden sind. Wohltaten sind in den letzten zwölf Monaten mehr als genug verteilt worden. Eine neue Agenda, eine Agenda 2025, ist heute überfällig“, meinte der VDMA-Präsident. „Wir wären im Augenblick aber schon zufrieden, wenn wenigstens die Agenda 2010 nicht länger mit der Abrissbirne bearbeitet wird.“

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt