VDMA Maschinenbau leidet unter schwachen Auslandsaufträgen

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau schrumpft weiter: Im März 2014 lag er um real 6 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der VDMA am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilt.

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Auch im März ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau nicht in Schwung gekommen.
Auch im März ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau nicht in Schwung gekommen.
(Bild: Euroblech)

Das Inlandsgeschäft stieg um 13 %, das Auslandsgeschäft lag um 13 % unter Vorjahresniveau, wie es weiter heißt. Im Dreimonatsvergleich Januar bis März 2014 sank der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 2 %. Die Inlandsaufträge lagen bei plus 3 %, die Auslandsaufträge bei minus 4 %.

Schwache Auslandsnachfrage überrascht den Maschinenbau

„Im März verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ihr Vorjahresniveau um 6 %. Kräftige Einbußen gab es im Auslandsgeschäft. Das Minus von 13 % erklärt sich zwar größtenteils mit einem hohen Vorjahreswert – im März 2013 hatten wir den höchsten Auftragseingang mit den Auslandskunden des gesamten Jahres“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.Insgesamt verlaufe die Nachfrage der Auslandskunden überraschend immer noch recht schleppend. „Die Inlandsorders konnten dagegen um 13 % zulegen. Das half immerhin, die kräftigen Einbußen des Vormonats zu kompensieren“, kommentierte er weiter.

Allerdings sind die Exportzahlen positiv. „Die Ausfuhren des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus lagen in den ersten beiden Monaten, das sind die Werte, die uns aktuell zur Verfügung stehen, nur noch knapp unter dem Vorjahr, präzise um 0,8 %“, berichtete Wiechers. Erfreulich sei, dass die Lieferungen in wichtige EU-Partnerländer wieder expandierten, besonders nach Spanien und Portugal. „Das Plus in diesen beiden Monaten beläuft sich auf immerhin 100 Mio. Euro“, verdeutlichte der VDMA-Chefvolkswirt.

Maschinenbau-Exporte in die USA ziehen wieder an

„Erfreulich ist auch, dass die USA wieder einkaufen“, analysierte Wiechers weiter. Sie hätten im vergangenen Jahr eine Wachstumspause eingelegt, was eine Exportpause für die deutschen Maschinenbauer bedeutet hätte – nach drei sehr guten Jahren. „Hier haben wir ein Plus von 7 % oder 140 Mio. Euro in den ersten beiden Monaten“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt.

Etwas kritischer beurteilt er die Entwicklung in China: „Immerhin liegt China etwas über dem Vorjahr. Es ist wichtig, dass China auch wieder wächst und dass die Exporte dorthin uns Impulse geben“, erläuterte Wiechers. Chinas Volkswirtschaft sei wichtig für die Weltwirtschaft und für die Erholung im laufenden Jahr.

Ukraine bereitet dem Maschinenbau große Sorgen

Große Sorgen bereite den Maschinenbauern allerdings die Entwicklung in der Ukraine. „Russland ist der viertgrößte Exportmarkt mit einem Volumen von 7,8 Mrd. Euro“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt. „Wir haben sehr gute Chancen, auch zum Nutzen der russischen Bevölkerung die Industrie auszurüsten und haben das in den letzten Jahren auch intensiv genutzt.“ Außerdem strahle die ganze Entwicklung auf das weltwirtschaftliche Klima aus. „Die Stimmung der Investoren ist sehr fragil, wir haben Jahre der Unsicherheit hinter uns und waren eigentlich froh, dass es mit der Weltwirtschaft aufwärts gehen sollte“, berichtete Wiechers. „Insofern sind wir brennend daran interessiert, dass hier möglichst rasch eine dauerhafte, verträgliche politische Lösung gefunden wird.“

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