VDMA Maschinenbau stagniert angesichts schwacher Inlandsorders

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland stagnierte im Juli 2014 im Vergleich zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft sank um 6 %, das Auslandsgeschäft lag um 4 % über Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt am Main mitteil.

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Im Juli war es das Inlandsgeschäft, das die Bestellungen im Maschinenbau ausgebremst hat.
Im Juli war es das Inlandsgeschäft, das die Bestellungen im Maschinenbau ausgebremst hat.
(Bild: Trumpf)

Im beeinflussten Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2014 stieg der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 2 %, wie es weiter heißt. Die Inlandsaufträge lagen bei minus 2 %, die Auslandsaufträge bei plus 4 %.

Inlandsnachfrage nach Maschinen noch wackelig

„Im Juli stagnierte der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die Inlandsnachfrage verfehlte ihr Vorjahresniveau um 6 %. Hier könnte das verschlechterte Geschäftsklima eine Rolle gespielt haben. Der Ordereingang aus dem Ausland legte um 4 % zu. Die zunehmenden Ausfälle im Russlandgeschäft konnten durch ein Plus in außereuropäischen Staaten und durch ein in diesem Monat starkes Großanlagengeschäft überkompensiert werden“, kommentierte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann das Ergebnis.

Im Inland hat es nach seinen Worten damit das zweite Minus in Folge bei den Auftragseingängen gegeben. „Die inländische Investitionsneigung ist offensichtlich nicht stark genug, so dass wir nicht jeden Monat hier eine Plusrate schreiben können“, sagte Wortmann.

Maschinenbauer blicken mit Sorge nach Russland, mit Freude auf China

Inzwischen hat der VDMA auch eine Bilanz für die deutschen Maschinenexporte im ersten Halbjahr 2014 vorgelegt: Sie haben ihr Vorjahresniveau um 0,5 % verfehlt. Dafür sieht Wortmann mehrere Ursachen: „Zum einen war der Euro relativ stark, und das bedeutet, dass die Geschäfte erschwert werden. Zu anderen hat uns unser fünftgrößter Markt Sorgen bereitet: Unser Russlandgeschäft ging um 20 % im ersten Halbjahr zurück.“

Hinzu käme, dass in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern die Konjunkturentwicklung relativ verhalten verlaufe. „Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Exporte in diese Staaten“, erläuterte der VDMA-Konjunkturexperte. „Um so mehr hat es uns erfreut, dass die Exporte in die VR China, unserem größten Auslandskunden, um 1,8 % zulegen konnten und damit wieder auf den Wachstumskurs zurückgeschwenkt waren.“

Bayerischer Maschinenbau erleidet Rückgang

Noch schlechter lief die Entwicklung im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau: Der Auftragseingang lag im Juli 2014 um real 1 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der VDMA-Landesverband Bayern am Montag in München mitteilt. Das Inlandsgeschäft habe dabei ein Minus von 16 % verzeichnet, das Auslandsgeschäft ein Plus von 8 %. Im Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2014 habe sich in Bayern insgesamt ein Plus von real 7 % im Vorjahresvergleich ergeben, bei den Inlandsaufträgen ein Minusvon 7 % und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 13 %.

„Im Juli verfehlte der Auftragseingang im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau das Vorjahresniveau nur knapp. Schwung brachte im Auslandsgeschäft vor allem die Nachfrage aus den Nicht-Eurostaaten (14 %) und konnte rückläufige Aufträge aus dem Russlandgeschäft damit ausgleichen. Im Inland und ebenso bei den Ländern der Eurozone konnten die Bestellungen keine Impulse setzen “, meinte Constanze Ahrendt vom VDMA Bayern zu den Zahlen.

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