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Konjunktur 2018

Maschinenbau steuert auf Rekordergebnis zu

| Redakteur: Udo Schnell

Der deutsche Maschinenbau steuert im Jahr 2018 auf ein Rekordwert von 228 Mrd. Euro zu. Dies entspricht einem Wachstum von 5 %. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 ist die Produktion um 3,7 % gestiegen.

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VDMA Präsident Carl Martin Welcker: „Das von uns für 2018 prognostizierte Produktionswachstum von 5% auf den Rekordwert von 228 Mrd. Euro ist ehrgeizig, aber realisierbar.“
VDMA Präsident Carl Martin Welcker: „Das von uns für 2018 prognostizierte Produktionswachstum von 5% auf den Rekordwert von 228 Mrd. Euro ist ehrgeizig, aber realisierbar.“
(Bild: Udo Schnell/VCG)

Maschinenbau – us. Die Maschinenbauer in Deutschland haben den handelspolitischen Stürmen im Jahr 2018 erfolgreich getrotzt und trotz vieler Verunsicherungen ihre Belegschaften sogar vergrößert. „Das von uns für 2018 prognostizierte Produktionswachstum von 5 % auf den Rekordwert von 228 Mrd. Euro ist ehrgeizig, aber realisierbar“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker auf der Jahrespressekonferenz des Verbands.

Nach zehn Monaten des laufenden Jahres wies der Maschinenbau ein Produktionsplus von 3,7 % auf. Damit werde 2018 zum zweiten Wachstumsjahr in Folge. Die Auftragseingänge im Maschinenbau erreichten in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres ein Plus von 7 % im Vergleich zum Vorjahr.

Zugleich habe sich die Zahl der Beschäftigten (in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern) im Inland bis September um 34.000 auf 1,067 Mio. erhöht – ein Zuwachs von 3,4 %. „Das zeigt, dass die Maschinenbauer keine Angst vor der Zukunft haben und weiter investieren wollen“, erläuterte Welcker. Die Zahl der Erwerbstätigen im Maschinenbau liege bei mehr als 1,3 Mio. Menschen, damit sei die Branche weiterhin größter industrieller Arbeitgeber im Land.

Sorgen bereiten den Unternehmen allerdings Engpässe sowohl in den Lieferketten, als auch bei Fachkräften. Laut aktuellen Umfragen leiden 27 % der Maschinenbauer in Deutschland unter einem Mangel an Arbeitskräften, in 28 % der Unternehmen wird die Produktion aufgrund von Materialknappheit behindert. „Diese Engpässe könnten das Wachstum auch in diesem Jahr noch begrenzen“, sagte Welcker.

2019 mit weniger Schwung

Für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte nur noch mit einem Produktionswachstum von real 2 % im Maschinenbau. Erwartet wird, dass sich das Tempo der Weltwirtschaft verlangsamen wird. Dies werde auch im Maschinenbau, der eine Exportquote von beinahe 80 % aufweist, zu spüren sein. Positiv sei, dass die Aufträge in den Büchern derzeit im Durchschnitt noch eine Reichweite von 8,6 Monaten haben.

Aber der anhaltende Handelsdisput der USA mit China, in den auch die EU noch stärker hineingezogen werden könnte, die Gefahr eines harten Brexits, die Sanktionen gegen Russland sowie die Verschuldungskrise Italiens seien nur die offensichtlichsten Hürden für das weitere Wachstum. „Wir müssen damit rechnen, dass all diese Einschränkungen des freien Handels sich auch im Maschinenbau stärker bemerkbar machen“, sagte Welcker. Vom Inlandsmarkt erhofft sich die mittelständisch geprägte Industrie dagegen einen weiter anhaltenden Schwung: die Investitionen hätten hierzulande zwar bereits angezogen, seien aber immer noch unterdurchschnittlich. „Zudem werden Automatisierungslösungen, die der Maschinenbau anbietet, gerade in Zeiten knapper Fachkräfte für viele Unternehmen unverzichtbar“, sagte der VDMA-Präsident.

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