VDMA Maschinenbauaufträge gehen deutlich zurück

Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer kämpfen weiter mit einer schwachen Auftragslage: Die Bestellungen lagen im Februar 2014 um real 4 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Wenig rund läuft es derzeit im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: Im Februar sind die Aufträge deutlich zurückgegangen.
Wenig rund läuft es derzeit im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: Im Februar sind die Aufträge deutlich zurückgegangen.
(Bild: MAN Diesel und Turbo)

Das Inlandsgeschäft sank um 6 %, das Auslandsgeschäft lag um 3 % unter Vorjahresniveau, wie es weiter heißt. Im Dreimonatsvergleich Dezember 2013 bis Februar 2014 sei der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 1 % gesunken. Die Inlandsaufträge hätten bei minus 5 % gelegen, die Auslandsaufträge stagnierten.

Großaufträge im Vorjahr drücken Statistik für das Inland ins Minus

„Der Rückgang im Inland kann fast ausschließlich mit einem durch Großanlagengeschäfte verzerrten hohen Vorjahreswert erklärt werden. Bei der Auslandsnachfrage – insgesamt minus drei Prozent – drehte sich das zuletzt etwas widersprüchliche Bild: Nach zwei ungewöhnlich starken Monaten für die Orders aus den Nicht-Euroländern fiel der Februar mit einem Minus von sieben Prozent schwächer aus, während die Aufträge aus den Euro-Partnerländern mit plus zehn Prozent einen Teil der Einbußen wieder ausbügeln konnten“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis. Beides passe zu den Geschäftsklimaindikatoren, die eine anziehende Nachfrage in den Euro-Partnerländern signalisierten, während die Nachfrage in den Nicht-Euro-Ländern eher schwächeln würde, besonders durch die Probleme in den Schwellenländern.

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Stärkere Schwankungen im Auftragseingang seien zwar für den Maschinen- und Anlagenbau nichts Ungewöhnliches. Das sei kein Problem, solange die Unternehmen hohe Zuwachsraten bei Auftragseingang und Umsatz hätten. „Wenn aber. wie es aktuell passiert, diese Raten aber langfristig eher nahe der Nulllinie liegen, sind sie mal einen Monat im Plus, mal einen Monat im Minus“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt.

Maschinenbau braucht mehr Aufträge, um die Kapazitäten zu halten

Seiner Beobachtung nach haben sich die Unternehmen sehr gut darauf eingestellt: „Der Auftragsbestand liegt seit anderthalb, fast zwei Jahren bei sechs Monaten. Das ist sicher ungewöhnlich, zeigt aber auch die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen“, sagte Wiechers. „Generell lässt die Auftragslage jedoch weiter zu wünschen übrig“, räumte Wiechers ein, „Wir brauchen steigende Auftragseingänge, damit wir unsere Kapazitäten auch halten können.“

Obwohl die Konjunktur pausiere, seien die Unternehmen für 2014 weiter optimistisch, berichtete der VDMA-Chefvolkswirt, auch wenn einige Risiken zugenommen hätten oder neu dazugekommen seien. „Während die Risiken aus der Eurokrise abgenommen haben, gibt es neue Risiken aus den Schwellenländern: Die Exporte haben sich verteuert aufgrund der Aufwertung, und zum Schluss ist die Russlandkrise zu nennen, die auf die Stimmung drückt“, sagte Wiechers. Das merke der Maschinenbau an den Stimmungsindikatoren – nicht nur bei den Kunden, sondern auch in der eigenen Branche. „Die Erwartungen wurden zurückgenommen, gleichwohl ist die Lage weiterhin gut. Die Unternehmen setzen auf eine moderate Erholung der Weltkonjunktur im Laufe des Jahres, aber die Bäume werden natürlich nicht in den Himmel wachsen“, prognostizierte der VDMA-Chefvolkswirt.

Bayerns Maschinenbau besonders stark getroffen

Noch deutlicher war das Minus beim Auftragseingang für die Maschinen- und Anlagenbauer in Bayern spürbar: Er lag im Februar um real 15 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der VDMA-Landesverband Bayern am Dienstag mitteilt. Das Inlandsgeschäft verzeichnete dabei ein Minus von 30 %, das Auslandsgeschäft verschlechterte sich um 1 %. Im Dreimonatsvergleich Dezember 2013 bis Februar 2014 habe sich im Freistaat insgesamt ein Minus von real 7 % im Vorjahresvergleich ergeben, bei den Inlandsaufträgen ein Minus von 25 %und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 5 %. „Insgesamt zeigt die Entwicklung der Auftragseingänge noch keine klare Richtung“, kommentierte Elgar Straub vom VDMA Bayern.

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