Formnext 2015 Maschinenbauer finden 3D-Druck immer attraktiver

Autor / Redakteur: Thomas Masuch / Peter Königsreuther

EOS-Gründer Dr. Hans J. Langer registriert ein nachhaltiges Wachstum der additiven Technologien und erwartet in diesem Zuge auch den verstärkten Einstieg klassischer Hersteller von Werkzeugmaschinen in diese alternativen Fertigungsprozesse. Zum Thema künftige Entwicklungen der additiven Methoden hält der EOS-Chef eine Key-Note auf der formnext-Konferenz.

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Liegt gut in der Hand und im Trend: Im Vorfeld der formnext 2015 überzeugt sich Uwe Behm (links), Geschäftsführer der Messe Frankfurt, bei EOS in Krailling bei München von den großartigen Möglichkeiten, die Additive Fertigung für die Industrie bietet. Udo Behrendt, Key Account Manager Aerospace bei EOS, präsentiert ein 3D-gedrucktes Kunststoffbauteil, das EOS selbst in seinen Anlagen verwendet.
Liegt gut in der Hand und im Trend: Im Vorfeld der formnext 2015 überzeugt sich Uwe Behm (links), Geschäftsführer der Messe Frankfurt, bei EOS in Krailling bei München von den großartigen Möglichkeiten, die Additive Fertigung für die Industrie bietet. Udo Behrendt, Key Account Manager Aerospace bei EOS, präsentiert ein 3D-gedrucktes Kunststoffbauteil, das EOS selbst in seinen Anlagen verwendet.
(Bild: Zikomm)

„Die größte Herausforderung für die additiven Technologien ist es, die Konstrukteure zum Umdenken zu bewegen“, erklärt Dr. Hans J. Langer, Gründer und CEO des weltweiten Technologie- und Qualitätsführers für High-End-Lösungen im Bereich der additiven Fertigung (AM). Um diesen Prozess zu unterstützen, hat EOS sogenannte Application Consulting Teams im Einsatz, die den Kunden bei der Einführung und Implementierung dieser neuen Verfahren unterstützen. Dazu gehörtes zum Beispiel auch, die richtige Anwendung für den Einsatz der additiven Fertigung zu identifizieren.

Neue Produkte pushen additive Fertigung

Derzeit ist das Design vieler Bauteile zum Beispiel im Flugzeugbau auf einen effizienten Einsatz konventioneller Fertigungsmethoden wie etwa Gießen oder Fräsen optimiert. Hier sieht Langer besonders bei der Einführung neuer Produkte und Modelle ein großes Potenzial für die additive Technologie. Denn diese bietet große Designfreiheiten und eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten für optimierte aber auch völlig neue Anwendungen und Produkte.

Langer hat 1989 EOS gegründet und zu einem stark wachsendem Global Player entwickelt (siehe Kasten). Im Umkreis von München besitzt Langer zudem weitere Beteiligungen an Unternehmen unter anderem für Lasertechnologie.

Trotz der offenen Mentalität wird auch bei EOS die sensible Technologie sehr gut geschützt. Im hochmodernen Unternehmenssitz in Krailling zweigen von langen Gängen gesicherte Räume ab, die nur den entsprechenden Entwicklungsteam zugänglich sind. Im derzeitigen Hype-Umfeld der Technologie muss das Unternehmen sein eigenes Know-How schützen. Auch bei EOS kommen Patentstreitigkeiten würden immer einmal wieder vor, was als weiteres Signal dafür gewertet wird, wie umkämpft dieser Markt derzeit ist.

3D-Druck gemeinsam voran bringen

Die Konkurrenz sieht Langer bei allem Wachstum und der großen Potenziale der additiven Fertigung aber nicht mehr in seiner Branche. „Unser Wettbewerb sind nicht nur die anderen Anbieter sondern auch die konventionelle Fertigung,“ so Langer. Dabei sei den meisten anderen Akteuren im Bereich des industriellen 3D Drucks klar, dass man die additive Fertigung nur mit allen Wettbewerbern gemeinsam voran bringen kann.

Auch bei den Herstellern von klassischen Werkzeugmaschinen ist die Botschaft angekommen, dass zur Herstellung zukünftiger Bauteile nicht nur konventionelle Herstellungsverfahren eingesetzt werden können, sondern auch additive. EOS-Chef Langer rechnet fest damit, dass hier noch viel Entwicklungspotential besteht.

Ein großes Wachstum verzeichnet EOS in den USA, denn die amerikanische Mentalität fördere den Einsatz neuer Technologien und Anwendungen. Das ausgeprägte Qualitätsdenken in der deutschen Industrie erlaube laut Langer mitunter nicht das gleiche Tempo wie jenseits des Atlantiks.

Flugzeug-Einspritzdüsen von EOS-Systemen

Prominentestes Beispiel für den Mut zu neuer Technologie in den USA ist die Entscheidung von General Electric, die die Einspritzdüsen für ihre Flugzeugtriebwerke künftig auf EOS Anlagen fertigen werden. „Die Entscheidung von GE Aviation war maßgebend und zeigt auch deren Kunden, dass sie künftig hochinnovative Produkte erhalten“, freut sich EOS-Chef Langer.

Udo Behrendt, Key Account Manager Aerospace bei EOS lobt die technischen Vorteile, die durch die neue Fertigungstechnologie entstehen: „Vorher wurde die Düse aus 20 Einzelkomponenten zusammengebaut, heute ist es nur noch ein ganzheitliches Teil.“ Zudem sei die Düse jetzt deutlich haltbarer. Für EOS ist die Entscheidung von GE Aviation auch wirtschaftlich sehr interessant: Pro Triebwerke werden 19 Einspritzdüsen benötigt. Allein für deren Produktion rechnet EOS mit einem erheblichen Bedarf an Laser-Sinteranlagen. MM

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