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Studie: Perspektiven für den Mittelstand

Maschinenbauer müssen digitaler, effizienter, flexibler sein

Im Rahmen der Initiative "Unternehmerperspektiven" der Commerzbank wurden circa 4000 mittelständische Unternehmen zu ihrer Sicht auf die Chancen der Digitalisierung befragt. 239 davon stammen aus dem Maschinenbau. Die in Zusammenarbeit mit TNS-Infratest erhobene Studie gibt einigen Aufschluss über die Einstellung von Entscheidungsträgern gegenüber den Chancen der Digitalisierung - und versucht so manche Empfehlung.

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Von den Wachstumsschancen im Zuge der Digitalisierung sind auch die deutschen Maschinenbauer überzeugt.
Von den Wachstumsschancen im Zuge der Digitalisierung sind auch die deutschen Maschinenbauer überzeugt.
(Bild: Commerzbank)

Wie schätzen Manager die Herausforderungen und Chancen ein, die mit den digitalen Veränderungen der Wirtschaft einhergehen? Die Commerzbank geht diesen Fragen in ihrer von TNS Infratest durchgeführten Mittelstandsbefragung auf den Grund. 4000 Führungskräfte geben darin Auskunft über ihren Umgang mit neuen digitalen Technologien und über ihre Wachstumsstrategien. Die zentrale Fragestellung: Wie sollen sich Unternehmen an die verändernden digitalen Rahmenbedingungen anpassen. Herausgekommen ist eine Studie, die zentrale Herausforderungen deutscher Unternehmer beschreibt: Digitalisierung, Effizienzdruck und Flexibilität. Die Studie trifft Aussagen über den deutschen Mittelstand insgesamt, gibt aber auch einen tieferen Einblick in die Maschinenbaubranche.

Produktentwicklung und Effizienzsteigerung als Kernaufgaben des Managements

Die mittelständischen Maschinenbau-Unternehmen agieren in engen Märkten mit ausgereiften Produkten. Sie sind immer kürzeren Produkt- und Innovationszyklen unterworfen. Der Innovationsdruck ist daher hoch, die Entwicklung neuer Produkte überdurchschnittlich wichtig. Auch Diversifizierung und neue Vertriebswege stehen auf der Agenda. Gleichzeitig zählt Effizienz: Die Steigerung der Produktivität aber auch die Reduktion von Kosten sind zentrale Herausforderungen der nächsten fünf Jahre.

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Maschinenbauer sehen diesen Herausforderungen weitgehend optimistisch entgegen: 58 % der Unternehmen rechnen mit substanziellem Wachstum in den nächsten fünf Jahren. 32 % wollen mittelfristig ihr aktuelles Niveau halten, gerade einmal 9 % erwarten rückläufige Umsätze. Fast die Hälfte der Unternehmen aus dem Maschinenbau sieht derzeit Möglichkeiten, durch verbesserte Energieeffizienz Kosten in einem mindestens nennenswerten Umfang zu senken. Für jedes zehnte Unternehmen ist ein besseres Energieeffizienzmanagement existenziell notwendig.

Maschinenbau sieht die Potenziale digitaler Technologien

Es gibt deutliche Anzeichen für einen tiefgreifenden digitalen Wandel. Ein Drittel der Unternehmen berichtet, dass sich Schlüsseltechnologien im Maschinenbau im Umbruch befinden. Die bisherigen Geschäftsmodelle sieht die Branche dadurch jedoch nur selten gefährdet. Die neuen digitalen Technologien werden vor allem als zukünftig verwertbares Potenzial betrachtet.

Viele Unternehmen optimieren derzeit ihre administrativen Abläufe, zum Beispiel durch flexiblere Arbeitsformen (Home Office), durch Online-Wartung und digitale Services. Neue Produktionsformen (Individualisierung und Automatisierung) sowie die Vernetzung der Wertschöpfungskette (vom Lieferanten bis zum Kunden) befinden sich aktuell meist noch nicht in der Umsetzung, sind aber vielversprechend. Disruptive Innovationen (neue Geschäftsmodelle und neue Produkte) sind grundsätzlich denkbar, gelten laut Studie aber oft noch als Zukunftsmusik.

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