VDMA Maschinenbauer rechnen 2014 mit Erholung weltweit

Redakteur: Stéphane Itasse

Für das Jahr 2014 erwartet der VDMA für den Weltmaschinenbau ein Umsatzplus von 5 % real. „Dies mag euphorisch klingen, ist allerdings in einer zyklischen Branche wie dem Maschinenbau nach Jahren unterdurchschnittlicher Nachfrage nicht ungewöhnlich.“, sagte der neue VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge am Montag in Frankfurt am Main.

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Langfristig können die deutschen Maschinenbauer laut VDMA mit guten Geschäften rechnen.
Langfristig können die deutschen Maschinenbauer laut VDMA mit guten Geschäften rechnen.
(Bild: Kuka)

Die VDMA-Volkswirte gehen davon aus, dass sich das Wachstum in China mit plus 7 % wieder leicht beschleunigt, wie der Verband mitteilt. Zum anderen soll der Maschinenbau in zahlreichen Ländern von einer wieder einsetzenden zyklischen Erholung profitieren. Das gelte insbesondere für die USA mit plus 2 %. Auch im krisengeschüttelten Europa werde ebenfalls mit expansiven Impulsen gerechnet.

Die deutschen Maschinenbauer hatten ihre Produktionsprognose für 2014 Mitte Oktober auf real plus 3 % angehoben (wir berichteten). Für Italiens Maschinenbau rechneten die Experten mit einem Plus von 3 %, für Japans Maschinenbau mit plus 7 %.

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Maschinenbauer in vielen Ländern müssen Produktionsrückgänge hinnehmen

„Was das laufende Jahr 2013 betrifft, so ist es, nicht nur für uns deutsche Maschinen- und Anlagenbauer, enttäuschender verlaufen als erwartet“, berichtete Festge. In einem wenig euphorischen wirtschaftlichen Umfeld werde 2013 nach Schätzungen des VDMA China wieder das Land mit dem höchsten Umsatzzuwachs sein. Die erwartete Zuwachsrate von real 5 % liege deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert von 20 %.

Von den Top-5-Herstellerländern könne außerdem noch der Standort USA Wachstum vorweisen. Hier erwartet der Verband ein Umsatzplus von 1 % für 2013. Hingegen würden die Produzenten in Japan mit minus 2 %, Deutschland mit minus 1 % und Italien mit minus 4 % das Vorjahresniveau verfehlen.

„Für die Welt in Summe sollte der Maschinenbau-Umsatz das Jahr 2013 aufgrund der positiven Entwicklung in den beiden größten Produktionsstandorten mit einem kleinen Plus in der Größenordnung von knapp 1 % real abschließen können – vorausgesetzt, es gibt in den letzten beiden Monaten des Jahres keine größeren Störereignisse, die alle Voraussagen zu Makulatur machen würden“, sagte Festge.

China wird als Maschinenbau-Standort immer wichtiger

Zwar ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau unverändert die Nummer Eins im Export, wie es heißt. Jede sechste weltweit exportierte Maschine, Anlage oder Komponente stammte 2012 aus deutscher Produktion. In 16 von 31 statistisch nachweisbaren Fachzweigen seien deutsche Hersteller weltweit auf dem ersten Platz.

In weiteren neun Teilbranchen rangiere Deutschland immerhin noch unter den ersten drei. Doch China habe sich 2012 mit einem Welthandelsanteil von gut 11 % knapp an Japan vorbei auf Platz drei der Rangliste der erfolgreichsten Maschinenexporteure geschoben. Chinesische Hersteller sind aktuell bereits in sieben Sparten auf Rang eins, wie der VDMA berichtet.

Langfristig können Maschinenbauer mit gutem Wachstum rechnen

Die vom VDMA und der Deutschen Industriebank IKB erstellte Studie „Maschinenbau und Investitionsgüterindustrie – weiter auf Erfolgskurs“ (Download unten) kommt zu dem Ergebnis, dass das weltwirtschaftliche Wachstum auf absehbare Zeit robust bleiben wird, unabhängig von zeitweiligen Friktionen in einzelnen Schwellenländern. Wachstumstreiber seien die wachsende Bevölkerung und der in vielen Bereichen gegebene Nachholbedarf.

Damit werde insbesondere auch die Nachfrage nach Industriegütern weiter beständig zunehmen – sowohl im Low-Tech- als auch im High-Tech-Bereich. Konkurrenten aus den Schwellenländern, vor allem aus China, würden sich als große Anbieter etablieren, mit einem großen Heimatmarkt als Standbein. „Die deutschen Maschinenbauunternehmen werden sich allerdings auch unter diesen veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen behaupten können“, erwartet Festge. „Dies gilt vor allem für die Systemkompetenz, das heißt die Fähigkeit, Produktlösungen durch Integration von Know-how aus verschiedenen Kompetenzfeldern darzustellen. Dies ist offensichtlich eine besondere Fähigkeit der deutschen Unternehmen.“ Gleichzeitig profitierten Deutschlands Maschinenbauer hierzulande von den einzigartigen Wertschöpfungsketten und Innovationsnetzwerken.

Expansion ins Ausland wird für deutsche Maschinenbauer immer wichtiger

Es werde aber immer wichtiger, in großen Absatzmärkten noch stärker mit Produktionen vor Ort präsent zu sein. „Das ist für unsere Industrie, für den so charakteristischen Mittelstand, oft leichter gesagt als getan. Je kleiner ein Unternehmen, umso größer die Herausforderung. Vermutlich werden wir nicht ohne Kooperationen oder Zusammenschlüsse im Mittelstand auskommen. Weil es nur größeren Mittelständlern oder Verbünden möglich sein wird, gegenüber den neuen großen Wettbewerbern aus den Schwellenländern konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte der VDMA-Präsident.

Vor diesem Hintergrund sei es immer wichtiger, dass die Politik die Aktions- und Reaktionsräume der deutschen Industrie nicht weiter einenge. „Wir wollen an diesem Standort Deutschland bleiben. Aber wir sehen, dass sich die Wettbewerbssituation mit hohem Tempo verändert. Und ich habe den Eindruck, dass die Politiker dies nur begrenzt wahrnehmen“, meinte der VDMA-Präsident.

Für seine dreijährige Präsidentschaft habe er sich zwei politische Schwerpunktthemen gesetzt, die Bildungs- und die Außenwirtschaftspolitik. Aufgabe für die neue Bundesregierung sei die Sicherung und der Ausbau des Freihandels sowie der Abbau von Handelshemmnissen. Nahezu täglich seien die Maschinenbauer mit immer neuen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen konfrontiert. Fast 30 % der aktuellen Exporte würden mit Ländern abgewickelt, die hohe Importhürden hätten. „Protektionismus gibt es aber auch – und das muss man klar sagen – in mehr oder weniger verdeckter Form in Europa“, erklärte Festge. Auch die WTO, als Garant für freien Welthandel, müsse gestärkt werden.

VDMA-Präsident kritisiert Handhabung der Hermes-Deckungen

Ein weiteres wichtiges Politikfeld im Außenwirtschaftsbereich sei die langfristige Finanzierung von Exporten. „Die Hermes-Deckung muss handhabbar bleiben. Denn immer mehr mittelständische Firmen ziehen sich aus dem Hermes-Geschäft zurück“, forderte Festge. Ihnen sei die Bearbeitungsdauer der Anträge zu lang und die Finanzierungsbereitschaft der Banken zu unklar. Das Instrument werde immer mehr zur „Spielwiese“ für Großabnehmer von Schiffen und Flugzeugen und entferne sich so Schritt für Schritt von der Mittelstandsbranche Maschinenbau.

Die deutschen Maschinenbauer stehen zur Energiewende, wie der VDMA berichtet. Über die Hälfte der Unternehmen bewerten die Auswirkungen der Energiewende auf das eigene Unternehmen als positiv (wir berichteten). „Äußerst kritisch sehen wir allerdings das politische Management der Energiewende“, meinte Festge. Den deutschen Politikern müsse zu denken geben, dass 37 von 100 Maschinenbauern ihre Wettbewerbsfähigkeit bedroht sehen durch die gestiegenen Stromkosten.

Maschinenbau will besseres Management der Energiewende

Die Hängepartie, die Deutschland und die Industrie in der Energiepolitik erleben, schaffe aber Unsicherheit und beeinträchtige schon jetzt die laufenden Planungen und Investitionen. „Die Frage, wie die Energiewende effektiv, effizient und bezahlbar gestaltet wird, muss aus unserer Sicht ganz oben auf der Agenda der nächsten Bundesregierung stehen. Wir brauchen ein EEG 2.0, das stärker Angebot und Nachfrage berücksichtigt. Es muss ein Marktdesign geschaffen werden, das zusätzlich zur Leipziger Strombörse den Handel gesicherter Leistung und neuer Flexibilitätsprodukte ermöglicht. Darüber hinaus muss die Steigerung der Energieeffizienz zum zentralen Bestandteil der Energiewende gemacht werden, denn ohne Energieeinsparungen wird das Projekt nicht gelingen“, sagte der VDMA-Präsident.

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