Suchen

Coronavirus Maschinenbauer wieder deutlich pessimistischer

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Hoffnung aus dem Juni schwindet. Nur noch ein kleiner Teil der Maschinenbauer rechnet damit, dass sich die Wirtschaft schnell wieder erholt. Jedes vierte Unternehmen plant sogar Entlassungen.

Firma zum Thema

Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau rechnen mehrheitlich damit, dass der Weg aus der Krise noch lange dauern wird.
Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau rechnen mehrheitlich damit, dass der Weg aus der Krise noch lange dauern wird.
(Bild: ©Parilov - stock.adobe.com)

Gerade einmal 18 % der Unternehmen erwarten eine Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2019 bereits im Jahr 2021. Das ist das Ergebnis der aktuellen VDMA-Blitzumfrage. Mitte Juni hatten noch mehr als 30 % mit einer raschen Erholung gerechnet. „Zuletzt hat sich die konjunkturelle Dynamik im Maschinenbau wieder etwas abgeschwächt, ein „V“ scheint zunehmend unwahrscheinlich“, so VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus.“

Entscheidender Faktor für Ausmaß und Tempo der Erholung ist die Bereitschaft der Kunden, wieder zu investieren und neue Projekte anzugehen – und zwar weltweit. „Seit Ende Mai ist der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen und Stornierungen zwar sukzessive von 45 % auf 28 % gesunken“, sagt Wiechers. Dennoch mache die anhaltende Auftragsflaute vielen Maschinen- und Anlagenbauern weiterhin zu schaffen.

80 % der Unternehmen erwarten nachfrageseitig auch in den nächsten drei Monaten keine Besserung. „Damit sind die Betriebe sogar etwas pessimistischer als Anfang Juli, als immerhin 26 % mit einer Aufhellung in den Folgemonaten rechneten“, ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt. Es gibt jedoch mit einem Anteil von 13 % auch einige Maschinen- und Anlagenbauer, die bislang weitgehend gut durch die Krise gekommen sind. Sie rechnen für 2020 mit keinen Umsatzrückgängen.

Flächendeckende Lockdowns verhindern

Die wieder ansteigenden Infektionsraten führen zu wachsender Verunsicherung der Investoren. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmer sehen eine zweite Welle als größtes Abwärtsrisiko für die jüngst begonnene konjunkturelle Belebung. „Trotz steigender Infektionszahlen in vielen wichtigen Märkten muss es gelingen, flächendeckende Lockdowns unbedingt zu vermeiden“, fordert Wiechers. „Statt eines erhofften Aufschwungs droht sonst eine Verschärfung der Krise. Die zügige Entwicklung eines Impfstoffs könnte zusätzlich für Entlastung sorgen.“

Investitionen wachsen 2021 nur schwach

Die große Unsicherheit wirkt sich auch negativ auf die eigene Investitionsbereitschaft der Maschinen- und Anlagenbauer aus. Im Vergleich zum Krisenjahr 2020 erwarten 37 % der Betriebe für 2021 nur geringe Investitionszuwächse von 0 bis plus 10 %. Über 40 % der Unternehmen planen ihre gesamten Investitionen in Deutschland. „Kleine Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. Euro sehen dabei 82 % ihrer geplanten Investitionen in Deutschland vor, während Großunternehmen mit einem entsprechenden Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro 43 % ihrer Investitionen in Deutschland tätigen wollen“, erläutert Wiechers.

Fast jedes vierte Maschinen- und Anlagenbauunternehmen (23 %) hat zudem einen weitergehenden Personalabbau in die Wege geleitet oder plant dies in absehbarer Zeit. Dabei wird sich der Stellenabbau bei einem Großteil dieser Unternehmen (75 %) im Umfang von 5 bis 15 % der Gesamtbelegschaft bewegen. Hinzu kommen des Weiteren Maßnahmen wie Kurzarbeit (64 %) und Einstellungsstopps (62 %).

„Die anhaltend schwache Geschäftslage zwingt viele Betriebe, sich vermehrt mit dem Thema Personalabbau zu beschäftigen. Neben Kurzarbeit (64 %) und Einstellungsstopps (62 %) planen etwa drei Viertel der angesprochenen Unternehmen einen Stellenabbau im Umfang von 5 bis 15 % der Gesamtbelegschaft“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.

Gestalten Sie mit uns die besten Fachmedien der Welt!

Die Arbeitswelt verändert sich fortlaufend und mit ihr auch die fachspezifischen Aufgabenstellungen, denen Sie sich Tag für Tag stellen. Hierbei wollen wir Sie mit unserem Fachmedien-Angebot auch zukünftig zielführend unterstützen und Ihnen Inhalte mit echtem Mehrwert liefern.

Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich 10 Minuten Zeit nehmen, uns ein paar Fragen beantworten und so unsere zukünftige Berichterstattung von Grund auf mitgestalten.

(ID:46893237)