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Umformen Massivumformer leiden unter schwachem Maschinenbau

| Autor: Stéphane Itasse

Die konjunkturelle Entwicklung der Massivumformung in Deutschland bleibt gespalten: Während die Zulieferer für die Automobilindustrie bei guter Kapazitätsauslastung stabile Wachstumsraten verzeichnen, sehen sich Schmieden, die an den Maschinen- und Anlagenbau liefern, aufgrund der schwachen Auftragslage teilweise gezwungen, für einzelne Abteilungen auf Kurzarbeit zurückzugreifen.

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Die deutschen Massivumformer haben es derzeit schwer: Während die Lieferungen an die Autoindustrie 2015 stiegen, brach der Absatz beim Maschinenbau ein.
Die deutschen Massivumformer haben es derzeit schwer: Während die Lieferungen an die Autoindustrie 2015 stiegen, brach der Absatz beim Maschinenbau ein.
(Bild: Itasse)

Die amtliche Produktionsstatistik weist für die gesamte Massivumformung nach drei Quartalen des Jahres 2015 einen Produktionsrückgang von real 2,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus, wie der Industrieverband Massivumformung e.V. mitteilt. Das Wachstum von 1,4 % im Fahrzeugbau wurde durch die Flaute in vielen Bereichen der Maschinen- und Anlagenbauer überkompensiert. Nachdem im dritten Quartal die Produktionsmenge für die Fahrzeugindustrie auf das Vorjahresniveau und damit stärker als erwartet gesunken ist, dürfte sich laut Mitteilung auch für das Gesamtjahr ein Produktionsrückgang für die Massivumformung in Deutschland ergeben.

Gesenkschmieden und Kaltfließpresser profitieren von der Autoindustrie

Diese Einschätzung bezieht sich jedoch auf den Durchschnitt der gesamten Branche, die neben den Herstellern von Gesenkschmiede- und Kaltfließpressteilen auch die Produzenten von Freiformschmiedestücken, gewalzten Ringen und Rohrleitungsformstücken wie etwa Flansche umfasst. Insbesondere die Zulieferer der Automobilindustrie dürften sich besser entwickeln, also vor allem die entsprechend spezialisierten Gesenkschmieden und Kaltfließpresser. Für diese ist laut Verband ein Wachstum von 2 % gegenüber 2014 durchaus erreichbar. Dagegen müssten die Zulieferer des Maschinen- und Anlagenbaus im Durchschnitt mit einem Marktrückgang um etwa 10 % rechnen, abhängig vom Kundenspektrum der Unternehmen.

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„Der Ausblick auf das Jahr 2016 fällt angesichts der Erwartungen der wichtigsten Kunden der Massivumformung in Deutschland verhalten optimistisch aus“, stellt Dr. Theodor Tutmann, Geschäftsführer des Industrieverbandes Massivumformung, fest. Der Verband der Automobilindustrie erwartet ein Produktionsplus von 1 %, der Maschinenbauverband geht von Stagnation aus. „Um mehr als 1 % Wachstum zu erzielen, muss es den Unternehmen der Massivumformung gelingen, Innovationen in die Kundenprodukte einzubringen, die dort für echte Mehrwerte sorgen, etwa über das Trendthema Leichtbau“, sagt Tutmann.

Konjunkturverläufe bei den Massivumformern ähneln sich seit fünf Jahren

Seit dem Jahr 2011 ähnelten sich die Konjunkturverläufe der Branche: Nach einem sehr starken ersten Quartal und insgesamt positiven ersten Halbjahr schwächte sich die Konjunktur im zweiten Semester der jeweiligen Jahre mehr oder weniger stark ab. Dieses Muster wiederholt sich im Jahr 2015. Das erste Quartal konnte noch mit einem leichten Plus von 0,4 % im Vergleich zum sehr guten Vorjahresquartal abgeschlossen werden, im zweiten Quartal hat sich das Vorzeichen bereits umgekehrt – minus 2,7 % zum Vorjahresquartal. Die Produktion im zweiten Quartal 2015 war um 3,3 % geringer als im Startquartal und ist im dritten Quartal nochmals um 3,9 % gesunken.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt